Stuttgart

Dorotheenstraße an Markthalle wird umgestaltet

Der Stuttgarter Oberbürgermeister Frank Nopper hat vergeblich versucht, das Millionenprojekt zu stoppen. Der Zankapfel Parkplätze vor der Markthalle ist offenbar vom Tisch.

Stuttgart - Eigentlich wäre es nur eine Formalie gewesen. Der Stuttgarter Gemeinderat sollte den Baubeschluss für die Umgestaltung der Dorotheenstraße vor der Markthalle, am Karlsplatz und am Lern- und Gedenkort Hotel Silber im City-Ring beschließen. Es ging also streng genommen nicht mehr um das Ob. Der Grundsatzbeschluss war bereits im Herbst 2024 gefallen – allerdings fiel da das Ergebnis knapp aus. Denn der Umbau der Dorotheenstraße – auch vor der Markthalle – ist und bleibt ein Politikum in der Stadt.

Mit 30 zu 28 haben die Stadträte der Umgestaltung nun mehrheitlich zugestimmt. Baustart soll Anfang 2027 sein, Mitte 2028 soll die neue Dorotheenstraße fertig sein.

Diskutiert wurde nicht mehr im Gemeinderat, das war zwei Tage vorher geschehen. Da war Oberbürgermeister Frank Nopper (CDU) für den Tagesordnungspunkt Dorotheenstraße eigens in den Ausschuss für Stadtentwicklung und Technik gekommen, um den Räten noch einmal ins Gewissen zu reden. Knapp 7,5 Millionen Euro seien in Zeiten klammer Haushaltskassen schlicht zu viel, so der Rathauschef.

Bereits Tage zuvor, beim Sommerempfang der Stuttgarter CDU-Fraktion, hatte Nopper Björn Peterhoff (Grüne) direkt und öffentlich aufgefordert, von den Plänen abzurücken, jetzt wo die CDU das nicht weniger umstrittene Stuttgart-Sign für eine halbe Million Euro aufgegeben habe.

Abgesehen von den schlechten Finanzen: Nopper und die CDU waren nie Freund einer neuen Dorotheenstraße ohne die Parkplätze vor der Markthalle. Auch unter den Kaufleuten in der Markthalle herrscht teils Skepsis. Die Befürworter erhoffen sich, dass an Stelle der Parkplätze neue Aufenthaltsorte für die Bürgerinnen und Bürger entstehen. Dafür werden die 18 Stellplätze weichen.

Nach Plänen der g2-Landschaftsarchitekten wird die Dorotheenstraße zu einer sogenannten Schwammstraße: Sickerpflaster, Grünflächen, ein Dutzend neuer Bäume. Dadurch „wird das Mikroklima verbessert und nach dem Prinzip einer Schwammstadt gefördert“, heißt es in der städtischen Vorlage. „Zentrale Elemente sind das Klimaband in der Goerderlerstraße und das Aktivitätsband mit der Boulebahn auf Höhe des Karlsplatzes.“ Dabei sollen große Pflanzflächen zwischen der Dorotheenstraße und der Planie entstehen. Die Münz- und die Dorotheenstraße werden laut Stadt Stuttgart dann auch zu Tempo-20-Zonen. „Langfristig soll ein Abschnitt der Dorotheenstraße zu einer Fußgängerzone werden.“

Vor der Markthalle selbst verbleiben lediglich Stellplätze für Inhaber eines Behindertenausweises sowie Ladeflächen, der Rest wird zu einer sogenannten Multifunktionsfläche.

Datenschutz-Einstellungen