Stuttgart

1000 Grad heißes Feuer hinterlässt Schuttwüste

Ein verheerendes Feuer hat am Wochenende Teile des Stuttgarter Großmarkts verwüstet. Märkte-Chef Thomas Lehmann ist betroffen.

Stuttgart - Der beißende Brandgeruch liegt am Montagabend immer noch in der Luft. Lange, bevor man den Ort mitten im Stuttgarter Großmarkt erreicht, an dem seit Freitagabend ein Feuer gewütet hat, sieht man schon Ruß auf Lastwagen und geschwärzte Hallendecken. Weiter hinten ist immer noch die Feuerwehr im Einsatz. Oder besser: schon wieder. Nachdem man den Einsatz am Vormittag beendet hatte, war kurz darauf noch einmal Rauch aufgestiegen. Bei den Aufräumarbeiten hatten die Flammen erneut zu züngeln begonnen. Einsatzkräfte beobachten die Lage.

Mittendrin steht Thomas Lehmann. Der Geschäftsführer der Märkte Stuttgart und damit auch Chef des Großmarkts hat ein anstrengendes Wochenende hinter sich. Die Löscharbeiten, die erfolgreichen Bemühungen, den Großmarkt schnell wieder zu öffnen, die Betreuung der betroffenen Händler liegen hinter ihm. Und zwischendurch sagt sich immer wieder die Politprominenz aus Stadt und Land an, um auf dem Laufenden gehalten zu werden.

„Wir sind froh, dass alles so glimpflich abgelaufen ist. Das war eine tolle Leistung von Feuerwehr, Technischem Hilfswerk und Rettungskräften“, sagt Lehmann. Zwar könnte der Sachschaden in die Millionen gehen, aber es hat sich niemand verletzt. Und die Brandschutzwände haben gehalten – sonst hätte sich ein Flammeninferno bilden können. „Das war in allerletzter Minute“, sagt auch Feuerwehrsprecher Daniel Anand.

„Das Feuer hatte eine immense Temperatur, ich schätze, mehr als 1000 Grad“, so Lehmann. Entsprechend sieht der betroffene Bereich aus: Fotovoltaikelemente, die sich auf dem Dach befunden hatten, hängen herunter. Beton ist abgeplatzt, Stahlträger sind verbogen, Computer verbrannt, tonnenweise schwarzer Schutt. Um die Ecke steht ein Lieferwagen, von dem nicht mehr viel übrig ist. Überall Bagger und Feuerwehrfahrzeuge. Ein Teil des Schutts ist schon von einer Privatfirma abgefahren worden. In einigen Bereichen ging das noch nicht, weil die Kriminalpolizei dort noch nach Brandursachen sucht und Spuren sichert.

„Das Brandereignis an sich war heftig, aber gemessen am Großmarkt ist nur ein kleiner Teil betroffen“, sagt Lehmann. Man habe es geschafft, dass nur am Samstag für wenige Stunden geschlossen werden musste. Am Montag lief der Betrieb zu den normalen Öffnungszeiten. „Es waren noch nicht alle Kunden wieder da, aber das wird sich im Lauf der Woche stabilisieren“, erzählt der Märkte-Chef. Der Stuttgarter Großmarkt versorgt Gastronomie, Geschäfte und Händler im Umkreis von 300 Kilometern.

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