Das Landesmedienzentrum, das aktuell durch einen vernichtenden Rechnungshofbericht wegen fragwürdiger Finanzpraktiken in die Schlagzeilen geraten ist, ist die zentrale Einrichtung für Medienbildung und Schuldigitalisierung in Baden-Württemberg. Sie hat je einen Sitz in Karlsruhe und Stuttgart und bildet gemeinsam mit mehreren Kreis- und Stadtmedienzentren ein Netzwerk zur Förderung von Medienbildung und digitalem Lernen.
Das LMZ hat aktuell rund 350 Mitarbeiter und viele Lehrkräfte, die teilweise für das Zentrum tätig sind. Es wird von Land und Kommunen finanziert. Der laufende Zuschuss des Landes lag in den vergangenen Jahren zwischen sieben und neun Millionen Euro pro Jahr. Zusätzlich kamen insgesamt rund 30 Millionen Euro an Zuschüssen Dritter hinzu, insbesondere Projektmittel.
Das Netzwerk aus Medienzentren ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen und mit hohen Beträgen aus Steuergeldern ausgebaut worden. Es unterstützt Lehrkräfte, Schüler, teils auch Eltern und außerschulische Bildungsträger dabei, Medien kompetent, kritisch und kreativ zu nutzen. Damit spielt das LMZ eine wichtige Rolle bei der digitalen Entwicklung des Bildungssystems in Baden-Württemberg.
Schnittstelle zwischen Pädagogik und Technik
Im Kern versteht sich das Landesmedienzentrum nach eigenen Angaben als Service-, Beratungs- und Kompetenzzentrum. Seine Arbeit liegt an der Schnittstelle von Pädagogik, Medienbildung, technischer Unterstützung und Schulentwicklung. Ziel ist es, Schulen mit Materialien und Ausstattung zu versorgen und sie auch dabei zu begleiten, digitale Medien sinnvoll in Unterricht und Schulalltag zu integrieren. Zudem gibt es viele Angebote rund um die Frage, wie Kinder und Jugendliche in einer digital geprägten Welt Orientierung finden.
Wichtige Themen sind:
- Medienkompetenz
- Datenschutz
- Soziale Netzwerke
- Cybermobbing
- Desinformation
- Jugendschutz
- Künstliche Intelligenz
- digitale Kommunikation
Eine der wichtigsten Aufgaben der Medienzentren besteht in der Bereitstellung von Bildungsmedien. Das LMZ stellt digitale und teils auch klassische Bildungsmedien für den Unterricht zur Verfügung, etwa Filme, Arbeitsmaterialien, Unterrichtsmodule und Lernangebote für unterschiedliche Fächer und Klassenstufen. Lehrkräfte können auf kuratierte Inhalte zugreifen, die sie rechtssicher im Unterricht einsetzen können.
Spätestens seit der Investitionswelle in Digitaltechnik während der Corona-Pandemie und durch die hohen Investitionen des Bundes durch den „Digitalpakt“ wurde das LMZ eine der wichtigsten Einrichtungen für die Digitalisierung von Schulen in Baden-Württemberg. Es entwickelte und verbreitete Konzepte für digitale Unterrichtsformen, Medienentwicklungspläne, den Einsatz von Lernplattformen oder die datenschutzgerechte Nutzung digitaler Werkzeuge. Ein zentrales Standbein der Arbeit sind Fortbildungen für Lehrer sowie Beratung und Unterstützung für Schulträger.

