Die Forderung des Allianz-Chefs nach einem unbezahlten Karenztag für kranke Beschäftige sorgt weiter für Diskussionen. Auch die Krankenkasse AOK sieht den Vorstoß kritisch. Durch Karenztage steige das Risiko, „dass notwendige krankheitsbedingte Ausfalltage nicht in Anspruch genommen werden“, sagt der Geschäftsführer des Wissenschaftlichen Instituts der AOK, Helmut Schröder. Das berge nicht nur gesundheitliche Risiken für Arbeitnehmer. Auch die Betriebe täten sich keinen Gefallen damit, wenn sie kranke Beschäftigte arbeiten ließen, die andere anstecken. Der baden-württembergische AOK-Chef Johannes Bauernfeind warnt auch vor der Verschleppung von Krankheiten, wodurch Beschäftigte am Ende noch länger ausfallen könnten.
Südwesten liegt im Bundestrend
Interessant sind in diesem Zusammenhang die Ergebnisse einer bundesweiten Umfrage der Meinungsforscher von Civey im Auftrag der AOK. Dabei gaben rund 42 Prozent der Befragten aus Baden-Württemberg an, dass sie in den vergangenen zwölf Monaten ein bis vier Mal gearbeitet hätten, obwohl sie sich krank gefühlt hätten. Bei 12 Prozent war das sogar fünf bis sechs mal der Fall. Für den Bund ergeben sich ähnliche Zahlen.

