Als „völlig unakzeptabel“ wertet die Gewerkschaft Verdi das Angebot, das die Arbeitgeber von Bund und Kommunen in der zweiten Verhandlungsrunde in Potsdam vorgelegt haben – damit sei eine Einigung in weite Ferne gerückt, heißt es.
Somit sollen auch in Baden-Württemberg die Warnstreiks in nächster Zeit stark ausgeweitet werden. Den Auftakt machen Anfang nächster Woche Beschäftigte in Pforzheim, Baden-Baden, Rastatt, in den Landkreisen Rems-Murr und Böblingen, in Rottenburg und Tübingen sowie den Kliniken in Ehingen und Blaubeuren. Die Arbeitsniederlegungen würden in den kommenden Wochen Schritt für Schritt ausgeweitet. Betroffen seien alle Bereiche des kommunalen Dienstes.
Zuvor hatten die Arbeitgeber ein Angebot vorgelegt, das eine tabellenwirksame Erhöhung von drei Prozent zum Ende 2023 und von zwei Prozent zur Mitte 2024 über eine Laufzeit von insgesamt 27 Monaten vorsieht. Dazu kommt eine steuerfreie Inflationsausgleichsprämie in zwei Raten von 1500 und 1000 Euro. Nach Rechnung der kommunalen Arbeitgebervereinigung VKA ergibt sich allein aus dem Inflationsausgleichsgeld und der Entgelterhöhung beispielsweise für einen Müllwerker ein Plus von etwas mehr als 12 Prozent – eine Pflegefachkraft komme auf ein Plus von 10,8 Prozent.
Die Verhandlungsführerin der Kommunen, VKA-Präsidentin Karin Welge, wies zudem auf die Erhöhung der Jahressonderzahlung hin, die auch eine Verbesserung für den Fachkräftebereich vorsehe. „Am Ende hat das Angebot ein Volumen von rund zwölf Prozent und würde die Arbeitgeber mehr als 11,7 Milliarden Euro kosten“, sagt die Gelsenkirchener Oberbürgermeisterin. „Das ist kein Pappenstiel.“ Verdi-Landeschef Martin Gross hält dagegen: „Kein Angebot wäre besser gewesen als diese Kampfansage.“

