Baden-Württemberg

Passanten können Sitze der neuen Doppelstockzüge testen

Ab Dezember 2025 sollen neue Doppelstockzüge in Baden-Württemberg fahren. Seit diesem Donnerstag können Passanten bereits die Sitze am Stuttgarter Hauptbahnhof testen.

  • Christoph Klaes, Vertriebschef von Alstom, Verkehrsminister Winfried Hermann, der Landtagsabgeordneter Michael Joukov und Bernhard Bauer vom Verein Bahnprojekt Stuttgart - Ulm beim Probesitzen (v.l.n.r.).Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

    Christoph Klaes, Vertriebschef von Alstom, Verkehrsminister Winfried Hermann, der Landtagsabgeordneter Michael Joukov und Bernhard Bauer vom Verein Bahnprojekt Stuttgart - Ulm beim Probesitzen (v.l.n.r.).Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

  • Winfried Hermann, Christoph Klaes und Bernhard Bauer (v.l.n.r.) gaben den Startschuss für das Probesitzen.Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

    Winfried Hermann, Christoph Klaes und Bernhard Bauer (v.l.n.r.) gaben den Startschuss für das Probesitzen.Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

  • In den kommenden Wochen können Passanten die Sitze ...Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

    In den kommenden Wochen können Passanten die Sitze ...Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

  • ... der neuen Doppelstockzüge am Stuttgarter Hauptbahnhof testen.Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

    ... der neuen Doppelstockzüge am Stuttgarter Hauptbahnhof testen.Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt

Das Land schafft für rund 2,5 Milliarden Euro 130 neue Doppelstockzüge an, die ab Dezember 2025 in Baden-Württemberg im Regionalverkehr zum Einsatz kommen sollen. Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) spricht vom „größten Einzelauftrag, den das Land bisher vergeben hat“. Mindestens 30 Jahre lang sollen die Alstom-Züge vom Typ „Coradia Stream High Capacity“ verkehren.

Die Züge gehen zwar erst in eineinhalb Jahren auf die Strecke. Die Fahrgastsitze, mit denen die neuen Doppelstockwagen ausgestattet werden, können in Stuttgart aber bereits jetzt probegesessen werden. Den Anfang des Bequemlichkeits-Checks machten am Donnerstag der Verkehrsminister sowie der Alstom-Vertriebschef Christoph Klaes im Info-Turm (ITS) des Stuttgarter Hauptbahnhofs.

Meinung der Passagiere gefragt

Im Anschluss sollen die Sitze in den kommenden Wochen an verschiedenen Stellen am Bahnhof ausgestellt werden, um Pendlern und Gelegenheitsfahrgästen die Möglichkeit zu geben, aus jeweils drei Sitzmodellen für die erste und zweite Klasse auszuwählen. Neben den Kreuzchen für die bequemsten Sitze ist auf den gelben Wahlkärtchen auch Platz für die ein oder andere kritische Zeile. Vom 8. bis 10. April werden die Sitzgarnituren am Stand der landeseigenen Mobilitätsdachmarke Bwegt bei den Tagen der offenen Baustelle sowie vom 17. bis 23. April im ITS am Hauptbahnhof platziert.

Jeweils 380 Sitze werden künftig in jedem Doppelstockzug verbaut sein, davon 34 in der ersten Klasse. Da in der Praxis meistens jeweils zwei Züge oder mehr auf den Strecken aneinandergekoppelt werden, soll die Kapazität je Zug bei mindestens 760 Sitzplätzen liegen. Im Innern der Züge soll es Arbeits-, Familien- und Loungebereiche mit Steckdosen für Smartphones und Laptops, WLAN und Leselampen geben. Im Kinderbereich werden die Sitzplätze höhenverstellbar sein.

Barrierefreiheit garantiert

Jeder Zug bietet, so das Verkehrsministerium, zudem Platz für jeweils 36 Fahrräder und zwei Rollstühle. Einstiegshilfen sollen die Barrierefreiheit garantieren. Die neuen Doppelstockzüge werden sowohl auf der Schnellbahnstrecke Stuttgart-Ulm und Richtung Bodensee unterwegs sein als auch beispielsweise die Ziele Pforzheim, Heilbronn, Schwäbisch Hall, Aalen oder Tübingen anfahren.

„Wenn der Komfort nicht stimmt, steigen die Menschen nicht vom Auto auf umweltfreundliche Verkehrsmittel um“, sagte Minister Hermann bei der Vorstellung der neuen Fahrgastsitze im ITS. Die Sitze der ersten und zweite Klasse unterscheiden sich neben dem Design vor allem durch den größeren Abstand zum Sitznachbarn inklusive eigener Armlehne, durch Fußstützen und Handyhalter. Bei der Wahl der besten Sitze, die in den kommenden Wochen durchgeführt werden soll, können die Fahrgäste freilich dann nur zwischen der unterschiedlichen Härte der Sitzunterlage wählen.

Kaum verhehlen ließ sich am Donnerstag, dass das Verkehrsministerium mit der Mitmachaktion vor allem gute Stimmung beim zuweilen arg strapazierten Bahnfahrgast machen will. Der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Christian Jung, kritisierte auch, dass die Aktion nicht darüber hinwegtäuschen könne, dass das Probesitzen „nur eine nette Kür“ sei. Der Minister müsse sich vor allem darum kümmern, verlässliche Zugverkehre zu garantieren, sagte Jung.

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