Baden-Württemberg

In diesem Haus brach der Brand aus

In der Konstanzer Altstadt riecht es nach Rauch. Noch sind nicht alle Glutnester gelöscht. Nur langsam wird das Ausmaß des Feuers, das in der Nacht zum Donnerstag ausgebrochen war, sichtbar.

  • Gegen 1 Uhr nachts ist das Feuer in diesem Konstanzer Stadtpalast ausgebrochen.Foto: /David Bruder

    Gegen 1 Uhr nachts ist das Feuer in diesem Konstanzer Stadtpalast ausgebrochen.Foto: /David Bruder

  • Schon bald entwickelt sich dichter Rauch.Foto: David Bruder

    Schon bald entwickelt sich dichter Rauch.Foto: David Bruder

  • Der Dachstuhl steht im Vollbrand, links dahinter der Münsterturm.Foto: David Bruder

    Der Dachstuhl steht im Vollbrand, links dahinter der Münsterturm.Foto: David Bruder

  • Die Feuerwehr will verhindern, das auch die mittelalterlichen Nachbarhäuser in Brand geraten.Foto: dpa/Florian Förster

    Die Feuerwehr will verhindern, das auch die mittelalterlichen Nachbarhäuser in Brand geraten.Foto: dpa/Florian Förster

  • Déjà-vu für viele Konstanzer: An Weihnachten 2010 brannten drei Gebäude am Obermarkt.Foto: dpa/Oliver Hanser

    Déjà-vu für viele Konstanzer: An Weihnachten 2010 brannten drei Gebäude am Obermarkt.Foto: dpa/Oliver Hanser

  • Zurück blieb Verwüstung.Foto: dpa/Oliver Hanser

    Zurück blieb Verwüstung.Foto: dpa/Oliver Hanser

Bei dem in der Nacht zum Donnerstag ausgebrochenen Brand in der Konstanzer Altstadt ist die Zahl der Verletzten gesunken. Die Feuerwehr habe die Zahl der Leichtverletzten auf sieben reduziert. Zunächst war von 16 Menschen gesprochen worden, die Rauchgasvergiftungen erlitten hätten. Zudem wurde ein Bewohner stationär im Krankenhaus aufgenommen. Er war aus dem zweiten Stock des Gebäudes in der Konstanzer Zollernstraße gerettet worden, wo der Brand offenbar auch ausgebrochen war. Das legen Fotoaufnahmen von Anwohnern nahe, die unserer Zeitung vorliegen.

In der gesamten Konstanzer Altstadt riecht es am Vormittag nach Rauch. Der Bereich der Zollernstraße, die zwischen Münster und Hafen liegt, ist weiträumig abgesperrt. Auch am späten Vormittag sei die Feuerwehr noch mit den Löscharbeiten beschäftigt, sagte eine Sprecherin der Polizei. Aussagen zur Brandursache könnten gegenwärtig nicht getroffen werden. Unklar ist, wie viele weitere Gebäude in Mitleidenschaft gezogen wurden.

Bau aus der Zeit des Historismus

Das Wohn- und Geschäftshaus, in dem gegen 1 Uhr in der Nacht das Feuer ausgebrochen war, liegt zwar mitten in der mittelalterlichen Altstadt, es ist aber neueren Datums. Es sei kurz nach 1900 von einer örtlichen Verlegerfamilie als Stadtpalais im Stil des Historismus anstelle eines mittelalterlichen Fachwerkhauses erbaut worden, sagte der Historiker und Leiter der Konstanzer Museen, Tobias Engelsing. In einer rückwärtigen Werkstatt stünden noch heute die Druckmaschinen.

Das repräsentative Gebäude stehe gleichwohl unter Denkmalschutz und sei eines der beherrschenden Gebäude der Zollernstraße, die sich dort zu einem länglichen Platz weitet. Im unteren Teil befand sich ein dänisches Möbelhaus. Oben wohnten zumeist Mieter. Eine Bekannte habe ihr gesamtes Hab und Gut verloren, berichtete eine Konstanzerin unserer Zeitung. „Sie ist nur noch am Weinen.“

Erinnerung an Brand vor 14 Jahren wird wach

Viele Konstanzer fühlen sich an den letzten großen Altstadtbrand erinnert. An Weihnachten 2010 waren zwei Gebäude am Obermarkt vollständig ausgebrannt und mussten abgerissen werden. Damals war ein im Hausgang aufgehängter Adventskranz die Ursache. Der Schaden wurde auf zehn Millionen Euro geschätzt, der Wiederaufbau dauerte Jahre. Eine Diskussion über den Brandschutz in der durch enge Gassen geprägten Altstadt war die Folge. Zwar gibt es auch im Bereich der Zollernstraße bereits seit dem Spätmittelalter Feuergassen, die ein Ausbreiten von Bränden verhindern sollen. Viele historische Gebäude verfügen aber über einen Fachwerkkern.

Auch für die Zollernstraße ist es laut Engelsing nicht das erste verheerende Feuer in der Neuzeit. 1967 brannte das sogenannte Hohe Haus aus, ein spätmittelalterlicher Patriziersitz, damals kam ein Mensch ums Leben. In den frühen 1980er Jahren brannte ein spätmittelalterliches Wohnhaus an der Arkadenseite, genau gegenüber dem jetzigen Brandort. Beide Gebäude konnten allerdings wieder aufgebaut werden.

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