Probleme bei der Einwahl eines Zuges in das neue Signalsystem ETCS auf der Neubaustrecke Stuttgart-Ulm haben den Betrieb schon kurz nach der Eröffnung am Wochenende am Montagmorgen gestört. Nach Angaben der Deutschen Bahn konnte sich durch einen Bedienfehler des Lokführers beim Start des Signalsystems auf der Strecke nicht mit dem Zugsteuerungssystem verbinden.
Die Sicherheitssysteme verhinderten die Weiterfahrt und der Zug musste wieder Richtung Ulm umkehren und dann die alte Strecke durch das Filstal nehmen. Es handelte sich also nicht um ein systematisches Problem an der Strecke, sondern um eine Panne an einem einzelnen Zug.
Der Zug steckte dabei zunächst offenbar in einem Tunnel fest, bevor er erst nach einem zeitaufwendigen Sicherheitsprozedere wieder Richtung Ulm umkehren konnte und anschließend über die alte Strecke im Filstal umgeleitet wurde. Die Strecke war deshalb für knapp zwei Stunden blockiert, sodass nicht nur die ICE, sondern auch die an einer Station auf der Schwäbischen Alb haltenden, schnellen Regionalzüge für zwei Stunden umgeleitet werden mussten.
Bahn spricht von einem Einzelfall
Am Montagvormittag hatte sich der Betrieb aber wieder normalisiert und die Züge verkehrten in beiden Fahrtrichtungen wieder weitgehend pünktlich. Seit Betriebsstart am Sonntag seien 99 Prozent der Züge problemlos über die neue Strecke gefahren, sagte eine Bahnsprecherin: „Auch wenn dieser Bedienfehler ein Einzelfall war, nehmen wir ihn zum Anlass, unsere Lokführer noch einmal zu sensibilisieren.“
ETCS ist ein europaweiter Standard, der ohne Signale an der Strecke auskommt, sondern die Fahrt des Zuges ohne weitere Eingriffe des Lokführers steuert. Allerdings sind seit Einführung dieses Systems solche Abstimmungsprobleme zwischen Strecke und Zug kein Einzelfall. Auch am Sonntag hatte es nach von der Bahn noch nicht bestätigten Meldungen bereits einzelne Störungen gegeben und war es zu Umleitungen gekommen.

