Sabah Ayoub hat sich dem bewaffneten Täter, der im November in der Offenburger Waldbachschule einen Mitschüler erschossen hatte, in den Weg gestellt und so wohl weitere Todesopfer verhindert. Jetzt wird der 47-jährige Familienvater für seinen Mut ausgezeichnet: Ayoub erhält die Rettungsmedaille des Landes Baden-Württemberg, wie die Stadt Offenburg am Mittwoch bekannt gab. Am kommenden Sonntag beim Neujahrsempfang der Stadt soll Innenminister Thomas Strobl (CDU) die Auszeichnung überreichen.
„Pistole weg“ habe er dem 15-Jährigen zugerufen
Am 9. November war Ayoub eigentlich nur zu einem Elterngespräch in der Schule, als währenddessen in einem Klassenraum ein 15-Jähriger zwei Schüsse auf den Kopf eines gleichaltrigen Mitschülers abgab und ihn damit tötete. Bei seiner Flucht durch das Schulgebäude soll er weitere Menschen verletzt und versucht haben, einen Brandsatz zu zünden. Doch dann stand ihm im Treppenhaus Sabah Ayoub gegenüber.
„Pistole weg“ habe er dem 15-Jährigen zugerufen, berichtete Ayoub danach in einem Gespräch mit RTL/ntv: „Dann hat er die Pistole weggeschmissen und ich habe seine Hand gedreht und mich mit meinem rechten Knie auf seinen Rücken gesetzt.“ Polizei und Staatsanwaltschaft bestätigten später: „In der Folge hielt der Vater den mutmaßlich aufgebenden Täter bis zum Eintreffen der schnell vor Ort erschienenen Polizeikräfte fest“, hieß es.
Stadt Offenburg: „Herr Ayoub erkannte die Situation und schritt mutig ein“
Die Stadt Offenburg machte im Antrag auf Verleihung der Rettungsmedaille gegenüber dem Innenministerium deutlich: „Herr Ayoub erkannte die Situation und schritt mutig, unter Inkaufnahme eines hohen persönlichen Risikos für Leib und Leben, ein.“
Laut Richtlinie des Innenministeriums kann die Rettungsmedaille an Personen verliehen werden, die unter besonders schwierigen, mit Gefahr für das eigene Leben verbundenen Umständen Menschen aus Lebensgefahr gerettet haben.

