Boris Palmer (parteilos) hat eine neue politische Heimat gefunden: Als Kandidat der Freien Wähler Vereinigung (FWV) will sich der Tübinger Oberbürgermeister künftig auch für den Landkreis engagieren. Bei den Kommunalwahlen im kommenden Jahr soll der Ex-Grüne einen Listenplatz bei der FWV erhalten. Damit bleibt der 51-Jährige auch nach seinem Austritt bei den Grünen im Mai dieses Jahres weiter parteilos. Denn: die FWV ist ein Verein und hat nichts mit der Partei Freie Wähler zu tun. „Ich habe nie behauptet, dass ich Aiwangers Partei beigetreten bin“, sagte Palmer. FWV-Mitglieder im Kreistag seien laut Fraktionschef Thomas Hölsch unabhängig und hätten keinen Fraktionszwang.
„Ich vertrete und suche modernen Konservativismus“, begründete Palmer am Montag bei einer Pressekonferenz seine Entscheidung. Dies bedeutet zum einen, die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen und die notwendigen Schritte vor Ort zu unternehmen. „Da haben sich die freien Wähler in den vergangenen Jahren auf mich zubewegt“, sagt Palmer und erwähnt die Unterstützung von Windparks als Beispiel. Und zum anderen weg von einer „illusionären Flüchtlingspolitik“, denn diese habe massive Auswirkungen auf die Finanzen.
„Wir hoffen, dass Boris Palmer uns viele Stimmen bringt“
„Ich sage es ganz direkt: Es geht ums Geld. Die Kreisfinanzen sind in tiefem Sinkflug – das reißt uns in Tübingen mit“, sagte Palmer. Grund seien immer mehr Aufgaben, die den Städten und Gemeinden sowie den Kreisen aufgeladen würden, etwa in der Flüchtlingspolitik. Es gehe ihm sowohl um den Kreishaushalt als auch um die Finanzen der Stadt Tübingen. Zudem wolle er über sein Engagement im Kreistag in den Verwaltungsrat der Kreissparkasse einziehen.
Die Freie Wähler Vereinigung freut sich auf die prominente Personalie in ihren Reihen: „Kommunalwahlen sind Persönlichkeitswahlen. Und Boris Palmer ist über Tübingen hinaus bekannt. Wir hoffen, dass er uns viele Stimmen bringt“, sagte FWV-Fraktionschef im Kreistag, Thomas Hölsch. Das Ziel sei klar: „Wir wollen stärkste Fraktion im Kreistag werden.“

