Baden-Württemberg

Der „starke Partner“ fühlt sich bedroht

Beim 75-jährigen Jubiläum des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg wurde erstmals der Engagementpreis #PariEngage vergeben, unter anderem an das Klinikradio des Olgäle. Sozialminister Lucha lobte den Paritätischen. Bundesverbandschef Schneider kritisiert die Bundesregierung heftig.

  • Erstmals  wurde der   Engagementpreis #PariEngage vergeben.Foto: /Paritätischer Wohlfahrtsverband

    Erstmals wurde der Engagementpreis #PariEngage vergeben.Foto: /Paritätischer Wohlfahrtsverband

Beim Festakt zum 75-jährigen Jubiläum des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Baden-Württemberg am Mittwoch im Neuen Schloss sparte Landessozialminister Manne Lucha (Grüne) nicht mit Lob. Der Paritätische sei „ein starker und unverzichtbarer Partner“ der Landesregierung, sagte Lucha. Er setze sich seit 75 Jahren für „Solidarität und Menschlichkeit, Wertschätzung und Teilhabe“ in der Gesellschaft ein. Die Vielfalt der mehr als 900 Mitglieder des Verbandes mit rund 50 000 freiwillig Engagierten und 80 000 Hauptamtlichen sei für den gesellschaftlichen Zusammenhalt „ein großes Pfund“, erklärte der Minister.

Jede dritte Freiwilligenstelle könnte entfallen

Der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider, richtete kritische Töne an die Adresse der Berliner Koalition. Das Jubiläum des Landesverbandes falle „in eine sehr dramatische Zeit“, so Schneider. Man sei mit den „schlimmsten Haushaltskürzungen, mit denen wir als Wohlfahrtspflege in den vergangenen 30 Jahren je zu tun hatten“, konfrontiert. Wenn diese umgesetzt würden, „hätte das verheerende Folgen“, so Schneider. Dadurch würde „jede dritte Freiwilligen-Stelle entfallen“. Überdies würden „soziale Einrichtungen schließen müssen, obwohl wir gerade für geflüchtete Menschen und Menschen mit psychosozialen Belastungen eher mehr Unterstützung benötigen“.

Beim Festakt hat der Verband zum ersten Mal den Engagementpreis #PariEngage verliehen. Die Auszeichnung „für innovatives Engagement in der freien Wohlfahrtspflege“ ging in der Kategorie Jugend an Radio RiO, das Kinderklinikradio im Olgahospital des Klinikums der Stadt Stuttgart. Bei dem Radio können Kinder das Programm mitgestalten und mitmachen. Den Preis in der Kategorie Neue Ansätze zur Unterstützung von Menschen in besonderen Lagen gewann ein Projekt des Sozialunternehmens Mühlwerk Sinneswandel aus Bruchsal. Dabei wird Menschen mit schwerer Behinderung, die sonst durch alle Hilferaster fallen, unkompliziert gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht. In der Kategorie Medien wurde der Journalist Andrew Müller für seinen Beitrag „Noah will sterben“ zur Sterbehilfe ausgezeichnet, der im Zeitmagazin veröffentlicht wurde.

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