Nach einer Empörungswelle aufgrund von Nazivergleichen gibt der Tübinger Oberbürgermeister seine Partei-Mitgliedschaft auf: Am Montagabend teilte der baden-württembergische Landesverband der Grünen mit, dass Palmer nicht mehr Mitglied der Grünen ist.
In einer Mitteilung heißt es, dass Boris Palmer seinen Austritt aus der Partei erklärt habe. „Seine Austrittserklärung ist beim baden-württembergischen Landesverband eingegangen, sein Austritt gilt unmittelbar.“
Der Austritt folgt auf seine Ankündigung am Montag, eine Auszeit zu nehmen. Der Grund dafür ist ein Eklat nach einer Auseinandersetzung mit Demonstranten bei einer Veranstaltung der Goethe-Universität am Freitag. Demonstranten hatten den Politiker damit konfrontiert, dass er das N-Wort bei Facebook verwendet hatte. Sie skandierten „Nazis raus“. Daraufhin rechtfertigte sich Palmer und sagte: „Ich habe ein Wort gesagt, und ihr sagt ‚Nazi’ zu mir. Das ist nichts anderes als der Judenstern.“
Vor etwa einem Jahr hatte Tübingens Oberbürgermeister seine Mitgliedschaft bei den Grünen vorerst bis Ende dieses Jahres ruhen lassen. Der baden-württembergische Landesvorstand der Grünen hatte im April dem Kompromissvorschlag des Landesschiedsgerichts im Parteiordnungsverfahren zugestimmt.
Zuvor hatten die Grünen auf einem Landesparteitag im Mai 2021 beschlossen, ein Ausschlussverfahren gegen den wegen seiner Provokationen umstrittenen Tübinger Rathauschef einzuleiten. Im November hatte der Landesvorstand der Grünen den Parteiausschluss dann auch beantragt. Zugleich war damals schon von einem möglichen Kompromiss die Rede, auf den sich die Beteiligten jetzt geeinigt haben.

