Baden-Württemberg

Acht Prozent mehr Geld an Unikliniken

Beim Pflegepersonal an den Universitätskliniken in Baden-Württemberg kehrt wieder der Arbeitsfrieden ein. Verdi und der Arbeitgeberverband haben ein sogenanntes Zukunftspaket vereinbart – mit mehr Geld und „Lebensphasentagen“.

  • Streikkundgebung an der Uniklinik Freiburg mit Verdi-Verhandlungsführer Jakob Becker – der Protest dürfte nun beigelegt sein.Foto: Ingo Busch

    Streikkundgebung an der Uniklinik Freiburg mit Verdi-Verhandlungsführer Jakob Becker – der Protest dürfte nun beigelegt sein.Foto: Ingo Busch

Ein sogenanntes Zukunftspaket hat die Gewerkschaft Verdi für die Beschäftigten an den vier baden-württembergischen Universitätskliniken ausgehandelt. Demnach erhalten diese eine, wie es heißt, so schnell wie möglich auszuzahlende Inflationsausgleichsprämie von 1050 Euro sowie Entgeltsteigerungen von 4,3 Prozent, mindestens 160 Euro, ab Oktober 2024 sowie von weiteren 3,7 Prozent ab Oktober 2025.

Pauschal fünf freie Tage pro Jahr zusätzlich

Ferner werden Zeitzuschläge für Sonntags- und Nachtarbeit sowie Bereitschaftsdienste deutlich erhöht. Für unterbesetzte Schichten in der Pflege werden zur Entlastung verbindliche Ausgleichstage neu eingeführt. Die Unikliniken sind den Angaben zufolge bereit, ein automatisches digitales System zur Erfassung von unterbesetzten Schichten einzurichten. Bis dahin gibt es pauschal fünf freie Tage pro Jahr zusätzlich, die wahlweise ausgezahlt werden können.

Als weitere Zeit-Komponente werden für alle Beschäftigte nach Betriebszugehörigkeit gestaffelt bis zu vier weitere freie Tage pro Jahr eingeführt, die ausbezahlt, als Freizeit genommen oder auf ein bestehendes Langzeitkonto gebucht werden können. Eine Pflegekraft mit 15 Jahren Betriebszugehörigkeit erhält damit aus beiden Regelungsbereichen sieben zusätzliche freie Tage plus insgesamt über acht Prozent mehr Geld. „Mit den zusätzlichen freien Tagen und der Wahlmöglichkeit zwischen Geld und Freizeit betreten wir echtes Neuland bei den Unikliniken im Land“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jakob Becker. Damit sei „der Weg zu einer grundsätzlichen Neuaufstellung der Arbeitsbedingungen eingeschlagen“.

13 Verhandlungsrunden waren für das Tarifergebnis notwendig. Nun soll es, wie bei der Gewerkschaft üblich, eine Mitgliederbefragung geben. Begleitet von einer dritten Warnstreikwelle, bei der von Montag bis Mittwoch mehr als 2000 Beschäftigte im Ausstand gewesen seien, hätten die Arbeitgeber in den Verhandlungen in der Nacht zum Donnerstag ihre Blockade bei Regelungen zu Zeit und Entlastung aufgegeben. Vonseiten des Arbeitgeberverbands gab es zunächst keine Stellungnahme.

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