Stuttgart - So langsam rückt der Start der Vorbereitung auf die neue Saison der Fußball-Bundesliga näher – und es werden bei den Clubs jenseits der Aktivitäten auf dem Transfermarkt auch in der internen Hierarchie des Spielerkaders die Karten neu gemischt. Als Nummer eins in der Riege der VfB-Stars, das war bereits vor seinem viel beachteten WM-Auftritt klar, hat sich bei den Stuttgartern der Stürmer Deniz Undav mit seinem neuen Vertrag an der Spitze platziert. Mit einem Gehalt von bis zu sechs Millionen Euro pro Jahr ist der 29-Jährige der Topverdiener im Neckarpark.
Doch auch andere wollen sich verbessern. So zum Beispiel Ramon Hendriks, der im Sommer 2024 als sogenannter Kader-Ergänzungsspieler für eine Millionen Euro an Ablöse als Leihspieler seines Heimatclubs Feyenoord Rotterdam von Vitesse Arnheim nach Stuttgart kam. In seiner Stuttgarter Zeit hat sich der Linksfuß nun aber erheblich und kontinuierlich gesteigert.
So ist Hendriks, der als variabler Defensivspieler hinten links und in der Innenverteidigung spielen kann, in der vergangenen Saison mit 49 Einsätzen in Liga, Pokal und Europa League zu einer ganz wichtigen Größe im Stuttgarter Defensivverbund gereift. Der Trainer Sebastian Hoeneß schätzt den lernwilligen Niederländer sehr; viele in und um den Club herum halten Hendriks gar für den wichtigsten Part der Viererkette beim VfB überhaupt. Auch vor dem Hintergrund, dass dem Abwehrchef Jeff Chabot latente Abwanderungsgedanken nachgesagt werden, steigt die Wichtigkeit von Hendriks. Chabot ist 28 Jahre alt – und soll dem Vernehmen nach einer intensiven Suche nach dem letzten großen Vertrag seiner Karriere nicht abgeneigt sein. Ein Abschied von Jeff „le Chef“ beim VfB ist in diesem Transfersommer also nicht unmöglich.
Und Ramon Hendriks? Der ist neben Finn Jeltsch, Luca Jaquez, Ameen Al-Dakhil und Dan-Axel Zagadou ein weiterer von aktuell sechs Innenverteidigern im VfB-Kader und hat nach dem frühen Scheitern der niederländischen Nationalelf sowie dem Rücktritt von Bondscoach Ronald Koeman sehr gute Karten, bald A-Nationalspieler bei Oranje zu sein, was seinen Marktwert von aktuell 25 Millionen Euro noch einmal anheben würde.
Beim VfB soll sich der sportliche Aufstieg von Ramon Hendriks nun auch finanziell bemerkbar machen. Denn der 24-Jährige zählt im Kader des Bundesliga-Vierten der Vorsaison zu den Spielern, die gemessen am Gesamt-Gehaltsgefüge relativ wenig verdienen. Was daran liegt, dass Hendriks bei Ankunft in Stuttgart ein eher unbeschriebenes Blatt gewesen ist. Das hat sich geändert, weshalb die Berater des Spielers unlängst mit dem VfB-Management um den Sportvorstand Fabian Wohlgemuth in Verhandlungen getreten sind.
Obwohl Hendriks noch zwei Jahre Vertrag hat, sollen seine Bezüge angehoben werden – da sind sich beide Seiten einig. Doch mit Blick auf die Höhe des Gehaltssprungs gingen die Meinungen ganz offensichtlich deutlich auseinander. So soll das Lager des Spielers einen Sprung in die Top 5 der Verdienstliste beim VfB gefordert haben – dies sei den jüngsten Leistungen von Hendriks angemessen, findet man.
Der VfB hat da offenbar eine andere Meinung. Auch hier schätzt man den sportlichen Wert von Ramon Hendriks sehr, hält die Forderungen seiner Berater aber für überzogen, weshalb beide Parteien den Verhandlungstisch vorerst ergebnislos verlassen haben. Beim Verein wertet man dies als ein Zeichen der eigenen Stärke – verweist aber gleichzeitig darauf, weiterhin gesprächsbereit zu sein.
Klar ist auch, dass der VfB bei einem möglichen Wechselwunsch von Hendriks die Zügel angesichts eines Vertrags bis 2028 fest in der Hand hielte. Doch zu einer Trennung soll es aufgrund der gegenseitigen Wertschätzung nicht kommen – trotz der aktuellen Uneinigkeit beim Gehaltswunsch.
