Stuttgart - Wer auswärts mit 1:0 gewinnt, der muss zumindest in der Defensive einiges richtig gemacht haben. So war das auch im Fall des Sieges des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers beim FSV Frankfurt. Weshalb es für Trainer Holger Bachthaler wenig Gründe gibt, im württembergischen Derby beim noch ungeschlagenen SGV Heilbronn-Freiberg (Samstag, 14 Uhr/Frankenstadion) großartige Veränderungen in der Startformation vorzunehmen.
Auch Luca Trslic kann mit von der Partie sein. Nach seiner leichten Gehirnerschütterung ist der 25-Jährige seit Dienstag wieder vollumfänglich ins Mannschaftstraining eingestiegen. Für den Abwehrchef gibt es ein Wiedersehen mit SGV-Kapitän Paul Polauke. Die beiden Innenverteidiger spielten beim FC 04 Ingolstadt jeweils ein Jahr in der U 19 und U 21 zusammen. Ex-Kickers-Mann Polauke hält viel von seinem früheren Kollegen: „Luca ist ein top Typ, sehr diszipliniert, ein robuster Verteidiger, der gut zu den Blauen passt.“
Während Polauke sein Team nicht als Favorit sieht, nimmt sein Trainer Kushtrim Lushtaku die Rolle an. Auf die Frage, wer als Favorit ins Spiel geht, antwortete der 36-Jährige selbstbewusst mit einem Wort: „Wir.“ Die Begründung schob er gleich hinterher: „Weil ich maximales Vertrauen in meine Jungs habe, wir in unserem Wohnzimmer spielen und so gut wie alle Spieler an Bord haben. Ich bin guter Dinge.“
Lushtakus Zuversicht ändert nichts daran, dass er vor dem Duell Zweiter gegen Dritter lobende Worte für die Blauen findet: „Das ist eine junge, willige Mannschaft, die übers Kollektiv und ihr Umschaltspiel kommt. Sie haben zudem schnelle Offensivspielern – und sie werden viele Fans im Rücken haben. Ich erwarte ein sehr hitziges, emotionales Derby.“
Kickers-Coach Bachthaler attestiert dem Gegner „eine enorm hohe Substanz und individuelle Qualität im Kader“, gleichzeitig betont der 51-Jährige: „Wir werden nicht in Ehrfurcht erstarren. Wir stehen vor einer interessanten Aufgabe, bei der wir unsere Möglichkeiten bekommen werden.“
Grundlage müssen die typischen Kickers-Tugenden sein. Dazu gehört zu aller erst das intensive, laufstarke und aggressive Spiel gegen den Ball. Der Coach wünscht sich zudem eine möglichst fehlerfreie Defensivleistung, wie dies am Bornheimer Hang der Fall war. Bei eigenem Ballbesitz gilt es, Chancen besser und klarer herauszuspielen.
Für die Partie im Frankenstadion wird am bundesligafreien Wochenende mit 5000 Zuschauern gerechnet. Die Kickers haben ihren Zahltag dann am 2. Oktober (19 Uhr): Dann kommt Kickers Offenbach ins Gazi-Stadion auf der Waldau. Und es dürfte nicht weniger emotional und hitzig zugehen wie in Heilbronn.

