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Showbühne für Talente

Der VfB Stuttgart legt an diesem Donnerstag (15 Uhr) mit der Vorbereitung los – und Fabian Wohlgemuth, der Sportchef des Fußball-Bundesligisten, gibt eine erste Einschätzung zu den Ambitionen des Champions-League-Teilnehmers.

  • Der öffentliche Trainingsauftakt beim VfBFoto: Baumann

    Der öffentliche Trainingsauftakt beim VfBFoto: Baumann

Stuttgart - Gefühlt ist es fast schon eine halbe Ewigkeit her, dass die Fußballprofis des VfB Stuttgart auf dem Vereinsgelände gemeinsam trainiert haben. Das war am Donnerstag, 21. Mai, ehe es zum Pokalfinale nach Berlin ging, um dem FC Bayern Paroli zu bieten. Nach dem 0:3 war die vergangene Clubsaison dann vorbei. Acht Wochen später kommt die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß nun an diesem Donnerstag wieder an der Mercedesstraße zusammen, um sich bestens auf das nächste Aufeinandertreffen mit den Münchnern vorzubereiten.

Die Bundesliga startet für den VfB am 28. August gleich mit der ersten Spitzenpartie beim Rekordmeister – und der Trainingsauftakt in eine herausfordernde Spielzeit steht bevor. „Die Vorbereitung auf die neue Saison steht unter dem Einfluss der Weltmeisterschaft, weil viele Nationalspieler erst später zur Mannschaft stoßen werden. Das ändert aber natürlich nichts daran, dass wir vom ersten Tag an konzentriert daran arbeiten wollen, die Grundlagen für eine intensive und umfangreiche Saison zu legen“, sagt VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth.

Komplette Ruhe herrschte in den vergangenen Wochen allerdings nicht. Denn in den Köpfen der Verantwortlichen rattert es natürlich auch, wenn sie wie der Chefcoach in den Urlaub abgetaucht sind. Doch seit wenigen Tagen kommt immer mehr Leben in das Clubhaus mit dem roten Dach. Hoeneß und sein Trainerteam justieren die Trainingspläne, stellen den Trainingskader für die ersten beiden Wochen zusammen und führen Gespräche mit den Spielern.

Seit Wochenbeginn absolvieren die VfB-Profis ihre Leistungstests – und überall ist Vorfreude zu spüren. Dabei geht es zwar ohne eine Reihe von Nationalspielern los, aber dafür mit zahlreichen Nachwuchskräften. Zum Beispiel mit Laurin Ulrich, der nach einer sportlich erfolgreichen Leihe zum 1. FC Magdeburg nach Bad Cannstatt zurückgekehrt ist. Der 21-jährige Offensivspieler soll sich nach einem Jahr in der zweiten Liga nun wieder in einem erstklassigen Umfeld präsentieren. Das gilt ebenso für Christopher Olivier und Maximilian Herwerth aus der zweiten Mannschaft der Stuttgarter sowie den frisch verpflichteten Stürmer Tim van der Leij (RKC Waalwijk). Alle drei sind 20 Jahre alt.

Den Talenten dienen die ersten Trainingstage und Testspiele als große Showbühne. Sie suchen ihre Chance und können sich bei Hoeneß für höhere Aufgaben empfehlen. Für eine solche ist Dennis Seimen trotz seiner 20 Jahre bereits vorgesehen. Er soll der neue Stammtorwart werden – unter dem besonderen Vorzeichen, dass er als Eigengewächs schon lange im Verein ist, aber nach seinem Jahr beim Aufsteiger SC Paderborn als Zugang empfunden wird.

In der Bundesliga hat Seimen anders als Grischa Prömel noch keine Spuren hinterlassen. Der 31-Jährige kommt von der TSG Hoffenheim mit der Erfahrung von 150 Erstliga-Einsätzen. Mit dem Mittelfeldspieler verbindet sich zudem die Erwartung, dass er in einem noch immer jungen Team eine Führungsrolle übernimmt. „Wir wollen unseren Weg weitergehen, das heißt, dass wir eine Gruppe haben, die unter Spannung steht und von sich selbst das Beste abverlangt“, sagt Wohlgemuth über das Personal, das sich bisher wenig verändert hat.

Diese Beständigkeit auf Schlüsselpositionen ist einerseits zu begrüßen, da der Kern der Mannschaft erhalten bleiben soll, um nach Tabellenplatz vier wieder fußballerisch angreifen zu können. „Unser Kader ist in seiner Leistungsspitze aber auch in der Breite gegenwärtig gut aufgestellt. Natürlich überlegen wir, auf den einzelnen Positionen weiter zu optimieren, gerade im Offensivbereich. Hier stehen wir aber weniger unter Druck als noch in den vergangenen Jahren“, erläutert der Sportchef. Im Gespräch ist U-21-Nationalspieler Dzenan Pejcinovic vom VfL Wolfsburg.

Andererseits gehört es zum weiß-roten Geschäftsmodell, dass Spieler verkauft werden, um einen Transferüberschuss zu erzielen. Über die WM-Teilnehmer Angelo Stiller, Jamie Leweling und Bilal El Khannouss wird dabei immer wieder spekuliert. An den Ambitionen ändern die Planspiele jedoch nichts. „Die Entwicklung in den vergangenen Jahren war sehr positiv, wir sind dreimal in Folge international vertreten, davon zweimal in der Champions League. Erfolge zu bestätigen, ist im Sport die größte Herausforderung“, sagt Wohlgemuth vor dem Trainingsauftakt.

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