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Live-Schalte zur Trainerbank

Die beiden VfB-Analysten Marcus Fregin und Jasper Smets sind in regelmäßigem Austausch mit Coach Sebastian Hoeneß – und gaben zuletzt Einblicke in ihre Arbeit.

  • Marcus Fregin (links) und Jasper Smets verantworten die Spielanalyse beim VfB.Foto: Baumann/Alexander Keppler

    Marcus Fregin (links) und Jasper Smets verantworten die Spielanalyse beim VfB.Foto: Baumann/Alexander Keppler

Stuttgart - Sebastian Hoeneß steht an der Spitze – hat aber wie alle Bundesliga-Trainer ein großes Team hinter sich. Zwölf Assistenten zählen beim VfB Stuttgart zum Stab des Cheftrainers, alle haben sie konkrete und teils sehr spezielle Aufgaben. Zu den wichtigen täglichen Ansprechpartnern zählen dabei zwei Experten, die öffentlich eher selten in Erscheinung treten. Marcus Fregin und Jasper Smets verantworten beim VfB die Spielanalyse, durchleuchten dabei die Gegner, versorgen Hoeneß und damit auch die Mannschaft regelmäßig mit Informationen. Vor den Spielen, nach den Spielen, selbst während der Spiele.

Meist geschieht das im Hintergrund, zuletzt aber erhielten 450 VfB-Mitglieder bei der Veranstaltungsreihe „Dunkelroter Tisch“ Einblicke in den Alltag des Duos, das schon mehrere Jahre gemeinsam in Stuttgart die Daten und Szenen auswertet. Fregin (40) ist bereits seit 2014 beim VfB, der Analyst der ersten Stunde ging den Weg über den Einstieg als Werkstudent über das Nachwuchsleistungszentrum bis zu den Profis. Smets (31) stieß im Sommer 2023 von Fortuna Düsseldorf dazu, beide haben sie oft das Ohr des Trainers. „Das ist in der Vorbereitung auf Spiele sehr wichtig, um Schwachstellen des Gegners und Ansatzpunkte für uns zu identifizieren“, sagt Hoeneß.

Regelmäßig sitzen sie im Trainerbüro, sichten Szenen und Zusammenschnitte. Welcher Außenverteidiger des Gegners hat das schwächere Passspiel, sodass die Spieleröffnung auf ihn gelenkt werden sollte? Wie löst man sich selbst aus dem Pressing mit Passfolgen und Laufwegen? Die Entstehung des Treffers zum 1:1-Ausgleich durch Maximilian Mittelstädt bei der TSG Hoffenheim (1:2), berichtet Fregin, sei ein gutes Beispiel für solche vorab besprochenen Abläufe.

Nun wird das Spiel mittlerweile in allen Facetten durchleuchtet, sodass angesichts der Flut an Zahlen und Daten klar ist: Auswahl und Gewichtung haben eine besondere Bedeutung. 1000 Szenen pro Gegner sichte man pro Analyse, so Fregin – rund 50 landen beim Trainerteam, acht bei der Mannschaft. Das passiert in Besprechungsräumen, teils auch auf dem Platz durch einen mobilen Wagen mit Bildschirm.

Die wichtigsten Einsätze der Woche aber, das unterscheidet sich nicht von der Mannschaft, haben Fregin und Smets an den Spieltagen. Der schönste Tag der Woche sei das, sagt Smets: „Für uns ist das jedes Mal aufs Neue ein Highlight – aber auch mit sehr viel Stress verbunden.“ Bis zu 60 Folien werden im Vorfeld vorbereitet, erstellt, verteilt. Wer hat in welcher Spielsituation wo zu stehen? Mit welcher Aufgabe? Für alles gibt es ein Gerüst. Das kommt natürlich mit dem Anpfiff auf den Prüfstand, dann wird es auch für die beiden Analysten hektisch. Stichwort Liveanalyse. Von ihrem Platz auf der Medientribüne stehen Fregin und Smets in direktem Kontakt zu Co-Trainer Malik Fathi auf der Trainerbank, der mit einem Knopf im Ohr die Beobachtungen von oben entgegennimmt und bei Bedarf auch weitergibt. Etwa, ob die Struktur des Gegners die erwartete ist oder Anpassungen nötig sind. „Man sieht manche Dinge besser, wenn man eine Ebene höher ist“, sagt Hoeneß.

Für Fregin endet das Ganze immer fünf Minuten vor der Pause. Dann eilt er nach unten in die Kabine, was in der MHP-Arena rund 100 Stufen oder mehrere Stockwerke mit dem Aufzug bedeutet und Zeit in Anspruch nimmt. Es folgen wichtige Minuten, in denen entschieden wird, welche Szenen das Team gezeigt bekommt – eine gute Möglichkeit zur Nachjustierung, da die Einflussmöglichkeiten während des Spiels ob der Lautstärke begrenzt sind. Hoeneß schreie im Stadion gegen einen Orkan an, so Fregin.

Die Nachanalyse bekommt die Mannschaft dann am nächsten Morgen präsentiert – zu diesem Zeitpunkt haben Fregin und Smets schon den nächsten Gegner vorbereitet. Das alles hat stets mindestens eine Woche Vorlauf, damit Hoeneß schon zum Start in die Trainingswoche die Informationen zum nächsten Kontrahenten vorliegen. Hier kommt die lange Länderspielpause ganz gelegen, um etwas vorzuarbeiten. Zuletzt stand zum Beispiel Slovan Bratislava auf dem Analyse-Programm, wo der VfB am 14. Oktober in der Champions League gastieren wird. Und das ganz bestimmt mit vielen Infos über den Gegner im Gepäck.

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