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Er ist wieder da – aber bleibt er auch?

Bilal El Khannouss (22) hat sich bei der WM mit Marokko ins Rampenlicht gespielt und ist nach längerem Urlaub zurück beim VfB.

  • Gefragter Offensivspieler: Bilal El Khannouss (Mitte, mit Stadionsprecher HolgerFoto: Baumann

    Gefragter Offensivspieler: Bilal El Khannouss (Mitte, mit Stadionsprecher HolgerFoto: Baumann

Stuttgart - In den vergangenen Tagen und Wochen war eine Menge über Bilal El Khannouss spekuliert worden. Verlässt der Offensivspieler den Fußball-Bundesligisten VfB Stuttgart? Kehrt er nach seinem Sommerurlaub überhaupt nochmals zurück nach Bad Cannstatt? Die Antwort gab es bei der Saisoneröffnung am Samstag, als der 22-Jährige bei der Team-Präsentation mit seinen Mannschaftskollegen auf die Bühne kam – und sich gut erholt und mit viel Tatendrang präsentierte: „Ich bin froh, zurück zu sein“, sagte El Khannouss in Richtung der Fans. „Es ist mein erster Tag hier. Ich freue mich, auf das was kommt.“

Bei der Weltmeisterschaft war der technisch versierte Mittelfeldspieler mit Marokko bis ins Viertelfinale gekommen, wo dann das Duell mit Frankreich (0:2) die Endstation bildete. „Die WM war sehr speziell. Davon träumt jeder“, so El Khannouss, der im Anschluss mit der Nationalmannschaft noch einige Termine absolviert hatte. Unter anderem deshalb gab es nun vom VfB ein paar freie Zusatztage, sodass die Auszeit in Summe rund vier Wochen betrug.

„Er hat auch im Winter ohne Pause durchgespielt“, sagt der Stuttgarter Sportvorstand Fabian Wohlgemuth mit Blick auf den Afrika-Cup, während Trainer Sebastian Hoeneß vom Austausch mit dem Spieler berichtet: „Er hat den Wunsch geäußert, sich mental und körperlich zu erholen. Deswegen haben wir das dann auch gemeinsam nach Absprache so entschieden. Es ist bei der Anzahl der Spiele wichtig, dass du mal einen Punkt findest, an dem du dich richtig erholen kannst.“

Im Testspiel gegen den FC Everton (3:1) stand El Khannouss noch nicht im Kader, nun soll er aber regulär ins Training einsteigen und dann sukzessive aufgebaut werden. „Ich schätze ihn so ein, dass er in einer sehr guten körperlichen Verfassung zurückkommt und dann auch schnell wieder Anschluss hat“, sagt Hoeneß über den Offensivspieler, der bei der WM auf dem offensiven Flügel zum Stammpersonal Marokkos zählte und entsprechend in den Fokus rückte. Hinzu kommt: Mit seinen 22 Jahren hat El Khannouss seine beste Zeit noch vor sich, in der englischen Premier League ist er durch seine Zeit bei Leicester City ebenfalls bekannt, als verletzungsanfällig gilt er nicht. Ein interessantes Profil also.

Aber: Bislang ist es ruhig auf dem Transfermarkt. Weder hat der Spieler beim VfB einen Wechselwunsch hinterlegt noch ist ein anderer Verein auf die Stuttgarter mit einem konkreten Angebot zugekommen, wie Wohlgemuth zum Ende des Trainingslagers in Grassau bestätigte. „Wir sind mit allen unseren Spielern in Kontakt. Aber über eine Veränderung haben wir mit Bilal gar nicht gesprochen, weil wir seine Qualität schätzen. Wir freuen uns, dass er wieder da ist. Wir planen mit ihm“, so der Sportvorstand.

Dass sich Szenarien innerhalb einer Transferperiode ändern können, hat man beim VfB in der jüngeren Vergangenheit allerdings auch schon erlebt – Stichwort Nick Woltemade, der vor einem Jahr kurz vor Transferschluss den VfB doch noch für 75 Millionen Euro in Richtung Newcastle United verließ. Solche Entwicklungen seien immer und auch in diesem Sommer wieder möglich, so Wohlgemuth: „Aber davon gehen wir jetzt nicht aus.“

Fakt ist: Auf der einen Seite muss der VfB in der laufenden Transferperiode keine Spieler aus finanziellen Gründen abgeben, auf der anderen Seite ist kein Akteur unverkäuflich, wie unlängst der Vorstandsvorsitzende Alexander Wehrle nochmals betonte. Aber: Um im Fall von Bilal El Khannouss ins Grübeln zu kommen, müsste wohl schon eine Offerte von mindestens 50 Millionen Euro eingehen. Das ist bislang nicht passiert. Und auch der Chefcoach hat sich eindeutig positioniert. „Das Ziel eines Trainers muss es immer sein, die besten Spieler zu halten“, so Sebastian Hoeneß. „Bilal gehört zweifelsfrei dazu.“

In der zurückliegenden Saison hatte El Khannouss vor allem in der Hinrunde überzeugt. In Summe gelangen ihm in seinem ersten Jahr in Stuttgart wettbewerbsübergreifend neun Tore und neun Vorlagen, obwohl er mehrere Partien aufgrund der Teilnahme am Afrika-Cup im Winter verpasste.

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