Stuttgart - Diese Auszeit ist ungewohnt ausgiebig. Drei Wochen lang bestreitet der VfB Stuttgart lang kein Pflichtspiel, da im neuen Terminkalender zwei Länderspielpausen zu einer großen zusammengelegt wurden. Dennoch wird sich beim Bundesligisten einiges tun. Ein Überblick.
Welche Termine stehen an? Manche Konkurrenten des VfB gehen auf große Reise – der kommende Bundesliga-Gegner SC Paderborn zum Beispiel fliegt für eine Woche in die USA nach Washington D.C. zu einer Marketing-Tour. Die Stuttgarter bleiben in der Heimat, wobei zwei Testspiele gegen Zweitligisten den sportlichen Kern bilden: Zunächst trifft der VfB am Freitag (16.30 Uhr) in Weinstadt auf den 1. FC Heidenheim, dann am 1. Oktober in Großaspach auf die SpVgg Greuther Fürth (17.30 Uhr). Zum Aufeinandertreffen mit Torhüter Florian Hellstern wird es dabei aber nicht kommen: Der 18-Jährige spielt zwar in dieser Saison per Leihe für die Fürther, ist aber für die kommenden Länderspiele der deutschen U 20 nominiert.
Nicht in den VfB-Testspielen dabei sind neun nominierte Nationalspieler – aber mehrere Profis, die nicht berufen wurden. Zu den prominenten Namen zählen Deniz Undav, Jamie Leweling, Angelo Stiller, Jeff Chabot, Atakan Karazor, Ramon Hendriks und Grischa Prömel. Für sie steht in der Länderspielpause auch ein Termin abseits des Rasens an: Am 28. September (Montag) steigt der Wasenabend auf dem Cannstatter Wasen, bei dem sich auch die Profimannschaft unter die Fans mischen wird.
Was tut sich personell? Mehrere verletzte oder angeschlagene Spieler sollen in den kommenden Wochen zurückkehren. Am weitesten ist Verteidiger Luca Jaquez, der sich nach muskulären Problemen schon wieder im Teiltraining befindet. Etwas weiter weg sind Offensivakteur Tiago Tomas und Innenverteidiger Dan-Axel Zagadou, die nach ihren Muskelverletzungen zwar schon wieder auf dem Platz stehen – aber noch nicht mit der Mannschaft trainieren. Zudem kommt Rechtsverteidiger Lorenz Assignon nach seiner Schulter-Operation einem Comeback immer näher.
Und dann steht natürlich noch die Torwartfrage im Raum. Die designierte Nummer eins Dennis Seimen (20) hatte sich in der Vorbereitung einen Sehnenriss im hinteren Oberschenkel zugezogen und war seitdem von Ersatzkeeper Fabian Bredlow stark vertreten worden. Man halte aber am ursprünglichen Torwartplan mit Seimen fest, hatte Hoeneß unlängst betont. Offen bleibt damit: Kommt es schon im nächsten Bundesliga-Spiel beim SC Paderborn – wo Seimen in der vergangenen Saison per Leihe spielte – zum Wechsel zwischen den Pfosten? „Über der Länderspielpause steht ganz klar: Es ist wie eine verlängerte Vorbereitung“, betont Hoeneß, „es geht darum, die Zeit zu nutzen. Insbesondere die Jungs, die angeschlagen oder verletzt sind oder später angefangen haben.“
Warum hätte Hoeneß lieber auf die lange Pause verzichtet? Eigentlich sind Länderspielpausen ja willkommene Möglichkeiten zum Durchschnaufen – gerade für Mannschaften wie den VfB, die international im Einsatz sind und Spiele im Drei-Tages-Rhythmus bestreiten. Aber: Aus Sicht des Stuttgarter Trainers kommt die lange Auszeit zu früh in der Saison. „Klar, jetzt ist die Pause länger“, sagt Hoeneß, „jetzt ist aber eigentlich noch die Phase, wo du es am wenigsten brauchst. Deswegen finde ich es aus Vereinssicht nicht besonders gut.“
Denn: Im Oktober wird dann die bisherige Länderspielpause als Auszeit zur kurzen Erholung wegfallen. „Das wird eher ein negativer Aspekt sein“, sagt Hoeneß, auf den mit dem VfB ein intensives Programm ansteht. Zwischen dem 10. Oktober und dem 7. November warten neun Partien und vier englische Wochen in Serie, zum Auftakt gleich ein Auswärts-Dreierpack. In Paderborn, in der Champions League bei Slovan Bratislava, in der Liga beim Hamburger SV. „Du fliegst, kommst zurück, musst wieder losfliegen“, sagt Hoeneß, „es wird extrem intensiv“. Man werde deshalb in der jetzigen Pause auch den einen oder anderen Tag mehr Erholung einbauen. Denn fest steht: Danach wird es kaum noch Möglichkeiten dazu geben.
