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Bredlow und die Torhüterfrage

Der VfB sondiert nach der Seimen-Verletzung den Markt. Doch wie sieht Fabian Bredlow die ganze Debatte um die Torhüter-Position?

Stuttgart - Der Schock saß tief. Der Mittwoch der Vorwoche, als der VfB Stuttgart die schwere Muskelverletzung des designierten Stammtorhüters Dennis Seimen bekanntgab, war ein Tag mit Nachhall im weiß-roten Kosmos. Viel ist seitdem berichtet und geschrieben worden. Namen wurden gespielt, etwa Ex-Armine Stefan Ortega oder der bei der WM auffällige Norweger Orjan Nyland. Szenarien wurden durchgespielt, angedacht, wieder verworfen, neu aufgerollt. Zumindest in Bezug auf die beiden Genannten herrscht mittlerweile Klarheit.

Während Nyland keine Rolle in den Überlegungen des Clubs spielt, hat sich Ortega Olympiakos Piräus angeschlossen. Und der VfB? Verhält sich weiter zurückhaltend. Wartet zum einen ab, wie sich der Heilungsverlauf bei Seimen gestaltet, hält sich zum anderen weiter alle Optionen offen. Zumindest noch. Informationen unserer Redaktion zufolge gibt es eine interne Deadline, die bindend ist. Bis zu diesem Tag muss entschieden sein, ob man noch auf dem Torhüter-Markt aktiv werden möchte – oder ob man mit Fabian Bredlow in den ersten Block der Saison gehen wird, den Seimen definitiv verpassen wird. Insgesamt fünf Wochen ist der Transfermarkt noch geöffnet.

Denn bis zum Beginn der Länderspielunterbrechung Ende September soll es nach Club-Angaben „mindestens dauern“, ehe Seimen wieder am Teamtraining teilnehmen kann. Und in jenen Block fallen ein DFB-Pokalspiel in Rostock, vier Bundesliga-Duelle, darunter die Partien gegen die Bayern und Dortmund, und das erste Spiel der diesjährigen Champions-League-Saison.

Gegenüber Bredlow spielt man intern mit offenen Karten und ist in permanenter Abstimmung. Schon direkt am Dienstag, also am Tag der Seimen-Verletzung und rund 24 Stunden bevor man die Muskelblessur öffentlich machte, ging man mit dem gebürtigen Berliner in die Kommunikation und bildete klar ab, was nun von Vereinsseite aus passieren würde. Bredlow selbst hielt sich seitdem bedeckt. Bis zum Abend nach dem 8:1-Kantersieg bei Kickers Offenbach.

„Der Stand der Dinge ist, dass man ein bisschen schaut, wie sich Dennis’ Verletzung entwickelt. Und dass der Verein natürlich in der Pflicht ist, den Markt zu sondieren. Das ist der letzte Stand, den ich bekommen habe. Der Verein war da mir gegenüber sehr transparent. Für mich heißt es daher abwarten“, sagte der professionell mit der Lage umgehende Bredlow, der mit Seimen durchaus mitfühlt. „Wir haben Kontakt, sehen uns ja fast jeden Tag. Er absolviert seine Reha, bisher geht alles seinen Weg“, gab Bredlow Einblick und berichtete von einem in den ersten Tagen sehr geknickten Mitspieler. „Wenn man mit großen Ambitionen aus dem Urlaub kommt, vieles vorhat und dann so ausgebremst wird, tut das sehr weh“, so Bredlow, der eine solche Situation auch aus eigener Erfahrung kennt, Ähnliches vor rund drei Jahren durchmachen musste.

Illusionen bezüglich einer Spielgarantie gibt er sich derweil nicht hin. Letztendlich wolle „jeder Spieler am ersten Tag der Vorbereitung gesagt bekommen, dass er am ersten Spieltag spielen wird. Aber es ist eben auch Fakt, dass ein Trainer einem diese Garantie nicht geben kann“. Das sei „Wunschdenken“ und hänge „von zu vielen Faktoren ab“, so Bredlow weiter.

Einer dieser Faktoren ist Leistung. „Bisher glaube ich, dass ich im Training und den Testspielen die Leistung auf den Platz bringe“, sagte er und haderte zugleich ein klein wenig mit den ersten drei Testspielauftritten. Schlichtweg, weil die Gegner nicht die Qualität hatten, das Stuttgarter Tor unter ernsthaften Dauerdruck zu setzen, weswegen sich Bredlow nicht in dem Maße auszeichnen konnte, wie das in den nun noch ausstehenden drei Testpartien gegen Paris, Everton und Fulham der Fall sein dürfte. Denn dann erwartet nicht nur Bredlow „etwas mehr Betrieb vor dem Tor“.

Bis auf Weiteres konzentriert sich Bredlow auf das, was er beeinflussen kann. „Aktuell bin ich einfach gut beraten, im Training und in den Testspielen Gas zu geben und so zu zeigen, dass kein Handlungsbedarf besteht“, sagte er.

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