Tennis. Ambitionierte Tennisspieler aus Afrika sind bei europäischen Turnieren vermutlich so selten zu finden wie Gold im Neckar.
Ein außerordentlich begabter junger Mann aus Botswana hat beim Baublies Jugend-Cup in Rutesheim und Weissach-Flacht eindrucksvoll demonstriert, dass auch auf dem afrikanischen Kontinent hervorragendes Tennis gespielt wird. Der erst 16 Jahre alte Ntungamili Raguin brillierte in der ITF-Konkurrenz in der Altersklasse U 18 beim Zweisatz-Sieg über den Franzosen Timeo Trufelli mit technisch sauberen Schlägen und großer körperlicher Präsenz. In der nächsten Runde trifft der sympathische Botswaner auf den Vorjahres-Finalisten und top gesetzten Gabriele Crivello, der in seinem Match dem Norweger Sebastian keine Luft zum Atmen gelassen und sich deutlich durchgesetzt hate.
Ganz stark präsentierte sich auch die an Position eins gesetzte Julia Stusek, die mit Alexandra Bayuschenko aus Belarus kurzen Prozess machte. Stusek, die in der Schweiz lebt und für Heidelberg in der 2. Liga spielte, hatte in der vergangenen Woche noch beim Frauen-Turnier in Hechingen aufgeschlagen, wollte aber unbedingt auch am Baublies Jugend-Cup teilnehmen. Warum, erklärt ihr Trainer Sebastian Sachs: „Julia braucht noch ITF-Punkte, um sich fürs Welt-Finale zu qualifizieren. Diese Punkte will sie jetzt in Rutesheim holen.“ Während Stuseks Match mehr oder weniger geräuschlos über die Bühne ging, ließen es die jungen Frauen im Match davor regelrecht krachen. Nicht nur, dass die Ukrainerin Polina Isakova und Gwendolyn Fedel aus Hechingen um die Wette sprinteten, da wurde auch nach jedem Punkt entweder laut geflucht, gejammert oder triumphiert. Das bessere Ende für sich hatte das schwäbische Talent. Im TE Turnier der Altersklasse U 14 sorgt der erst zwölfjährige Kolumbianer Mathias Gonzalez Osorio weiter für Furore. Der Südamerikaner, über die Qualifikation ins Hauptfeld gekommen, schlug den an Position acht gesetzten Briten Pekko Pfundstein mit 2:0 (6:2 und 6:3).
Auch Alexia Gerlach aus der Schweiz hat durch ein 2:1 (4:6, 6:0 und 6:1) über Ella Michel aus Wuppertal den Sprung in Runde zwei geschafft – sehr zur Überraschung ihres Vaters Jens, dem ehemaligen Chef des deutschen FedCup-Teams. red

