Reiten. Beim neu ausgerichteten Turnierwochenende der Nussdorfer Reiter sind vier Tage lang die Liebhaber der Vielseitigkeitsprüfungen auf ihre Kosten gekommen. Dressur, Springen und Geländeritt – der Aufwand für die Veranstalter ist enorm, aber ihr Angebot wird gut angenommen. 381 Starts verzeichnete der Reit-, Fahr- und Zuchtverein (RFZV) Nussdorf über das verlängerte Wochenende. Viele der Teilnehmer waren Reiter aus dem heimischen Stall, insbesondere junge Talente.
„Nur am Sonntag gab es ein paar wetterbedingte Absagen“, berichtet RFZV-Pressesprecherin Nicole Kachler. Dabei war der Regen – bis auf die Tatsache, dass Ross und Reiter nass wurden – eigentlich lang ersehnt. „Am Anfang war der Boden hart, er hat das Wasser gut brauchen können“, sagt Kachler. Ein etwas weicherer Boden ist nicht zuletzt gelenkschonend für die vierbeinigen Sportler. „So ein riesiges Gelände wie bei uns kann man gar nicht flächendeckend wässern“, sagt Kachler. „Darum war der Boden am Sonntag besser zum Reiten. Es gab nur ein, zwei Stellen, an denen man aufpassen musste.“
Dass man auch ganz unabhängig vom Regen nass werden konnte, zeigte sich am großen Wasserbecken. Beim ungestümen Ritt durch das trübe Nass spritzten die Tropfen ohnehin schon jedes Mal in alle Richtungen. Noch nasser wurde nur Leni Lenhard (RG Birkenhof Ladenburg/Neuzeilsheim), als sie ausgerechnet auf diesem Abschnitt stürzte. „Aber sie hatte zum Glück noch eine trockene Reithose dabei“, berichtet Kachler. Und wie auch die übrigen Gestürzten war Lenhard schneller wieder auf den Beinen als der Sanitätsdienst hätte vor Ort sein können. Mit zwei Krankenwagen auf dem Gelände präsent, mussten die Helfer in diesem Jahr keine ernsthaften Verletzungen versorgen.
Wer stürzt, ist automatisch aus der Wertung. Doch auch nicht alle Teams aus Ross und Reiter, die ohne Sturz durch den Parcours kamen, gelangten auch ins Ziel. In einer Stilspringprüfung der Klasse E am Samstagmorgen passierte beispielsweise Vanessa Kolm vom gastgebenden Verein das Malheur, gleich nach einem der ersten Sprünge schon einen der letzten im Parcours zu überwinden. Auf dem 16-jährigen Wallach Corvin setzte sie zwar elegant über die Stangen, war aber in diesem Moment aus dem Rennen. Wer vom richtigen Weg abkommt, hat nur so lange die Chance zur Korrektur, bis das nächste Hindernis überwunden ist. Zwar geben Zahlen am jeweiligen Sprung die Reihenfolge an, aber bei all dem Adrenalin und den Eindrücken auf der Strecke können solche Details schon mal in den Hintergrund treten. Linus Weiß, der im Geländeritt der Vielseitigkeitsprüfung der Klasse L unterwegs war, bekam gerade noch rechtzeitig die Kurve. Er war auf Quantum bereits über den flachen Baumstamm geritten, der aber nicht den vorgeschriebenen Kern des dreigeteilten Sprungs darstellte. Also drehte er um, ließ seinen vierbeinigen Teamkollegen über die Mitte der Bürste springen und verlor auf diese Weise zwar Zeit, blieb aber in der Wertung. Als einziger Nussdorfer in dieser Prüfung kam er auf Rang 16.
Gerade beim Geländeritt musste jeder Teilnehmer große Distanzen zurücklegen. Bei den Prüfungen der Klasse L waren das jeweils 2,4 Kilometer. Das betraf Weiß am Mittag ebenso wie seine Nussdorfer Vereinskollegin Corina Rapp am Nachmittag, die bei der Prüfung für sechsjährige Pferde auf Chuzmani vom Schwalbenrain in der Gesamtwertung auf Rang drei kam.
Prüfungen der Klassen M und S gab es bei dem Turnier in Nussdorf nicht. Stattdessen war der Fokus auf Vielseitigkeitswettbewerbe und vor allem auf Angebote für den reitenden Nachwuchs gelegt. So hatte der RFZV eine ganze Reihe an Startern aufgeboten, von denen viele schöne Erfolge feierten. „Wir haben auch ein paar Schleifen abgesammelt und können im Hinblick aufs ganze Wochenende zufrieden sein“, fasst Kachler zusammen.
Platzierungen erritten sich Alisa Schulz auf Charm’n’Chap, Nico Haller auf Grandioso und Jule Witt auf Denzel lucente in der Dressurprüfung der Klassse E, Alissa Schulz auf Charm’n’Chap, Nico Haller auf Artos und Grandioso sowie Verona Kupfer auf Cefala in der Stilspringprüfung der Klasse E, Verona Kupfer auf Cefala, Alissa Schulz auf Charm’n’Chap und Nico Haller auf Grandioso im Stil-Geländeritt der Klasse E, Alissa Schulz auf Charm’n’Chap und Nico Haller auf Grandioso in der kombinierten Prüfung der Klasse E, Ellen Muff auf Felicio und Corina Rapp auf Don Lavinio in der Dressurpferdeprüfung der Klasse A, Linus Weiß auf Dukes Princess in der Geländepferdeprüfung der Klasse A*, Ellen Muff auf Dancing Girl und Isabell sowie Henry Gemmi auf July Passion in der Stilspringprüfung der Klasse A*, Henry Gemmi auf July Passion im Stil-Geländeritt der Klasse A* und Henry Gemmi auf July Passion sowie Ellen Muff auf Isabell in der kombinierten Prüfung der Klasse A*.

