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Vaihinger dominieren in Para-Disziplinen

In der Kata-Kategorie Menschen mit geistiger Behinderung sichert sich Albert Singer vor seinem Vereinskamerad Michael Lesic den Titel. Bei den Menschen mit psychischer Behinderung setzt sich Achim Haubennestel durch. Einzig André Henschel gewinnt keine Medaille.

  • André Henschel (von rechts) musste sich Felix Kuse in der zweiten Runde des Kumite-Wettbewerbs bis 60 Kilogramm knapp geschlagen geben. Foto: Baumann

    André Henschel (von rechts) musste sich Felix Kuse in der zweiten Runde des Kumite-Wettbewerbs bis 60 Kilogramm knapp geschlagen geben. Foto: Baumann

  • BAU //  Ludwigsburg ,  Deutsche Miesterschaft Karate ,  Felix Kuse ( Blau ) gegen  Jan Andre Henschel ( rot )

  • Sie waren das Maß der Dinge in ihrer jeweiligen Para-Klasse: Albert Singer (links) sicherte sich den DM-Titel bei den Menschen mit geistiger Behinderung. Achim Haubennestel stand bei den Menschen mit psychischer Behinderung ganz oben auf dem Treppchen. Fotos: Baumann

    Sie waren das Maß der Dinge in ihrer jeweiligen Para-Klasse: Albert Singer (links) sicherte sich den DM-Titel bei den Menschen mit geistiger Behinderung. Achim Haubennestel stand bei den Menschen mit psychischer Behinderung ganz oben auf dem Treppchen. Fotos: Baumann

Karate. „Immer wieder die Vaihinger.“ Michael Lesic hat es direkt nach dem Finale in der Kategorie Menschen mit geistiger Behinderung bei der Karate-DM auf den Punkt gebracht: Die Medaillen in zwei Para-Kategorien wurden nur über die Vaihinger Karateka vergeben. Albert Singer (KC Vaihingen) sicherte sich den Titel in der Kata-Kategorie Menschen mit geistiger Behinderung vor seinem Vereinskameraden Lesic. In der Kata-Kategorie Menschen mit psychischer Behinderung triumphierte Achim Haubennestel (MTV Ludwigsburg) über seinen einzigen Widersacher Jens Nopper (VfL Traben-Trarbach). NIcht auf das Podest hat es dagegen es dagegen André Henschel (MTV Ludwigsburg) im Kumite-Wettbewerb bis 60 Kilogramm geschafft.

Lesic strahlte nach der Niederlage im Finale der Kata-Konkurrenz Menschen mit geistiger Behinderung wie ein Honigkuchenpferd. „Es fühlt sich an, als hätte ich den Titel gewonnen“, sagt der Vaihinger. Und Mücahit Demirel bestärkt ihn: „Die Vizemeisterschaft muss man auch erst einmal holen.“ Der Trainer fand aber auch einen Kritikpunkt: „Das Gesamtbild war überragend. Er war aber in seiner Kata etwas zu schnell unterwegs.“ An seinem Vereinskamerad Singer war für Lesic aber kein Vorbeikommen. Mit 41,8:40,2 hatte der Kleinglattbacher im Finale über den Vaihinger triumphiert. „Schon beim Aufwärmen und beim Dehnen habe ich gemerkt, dass es heut gut wird. Und auch beim Einlaufen war ich voll konzentriert“, berichtet Singer. „Ich habe mich voll angestrengt und alles gegeben – einfach das gemacht, was man machen muss. Die Ergebnisse waren auch super. Ich bin stolz auf meine Leistung.“ Und Demirel ergänzt: „Albert ist aktuell in Topform. Er ist einfach hochmotiviert. Es wird schwer, das in Zukunft noch zu toppen.“

Schon in der ersten Runde setzte Singer in seinem Pool ein Ausrufezeichen. Der Kleinglattbacher nahm Marvin Nöltge (Karate Dojo Waldkirch-Kollnau), einem seiner ärgsten Konkurrenten in der Vergangenheit, mit der Kata Suparinpei fast zwei Punkte ab – 25,6:23,8. Seine Leistung bestätigte Singer auch in der zweiten Runde. Dieses Mal kam er sogar auf 25,8 Punkte, während Nöltge bei 23,8 Zählern blieb. Die restliche Konkurrenz in Singers Pool blieb noch mal mindestens rund zwei Punkte hinter Nöltges Ergegebnissen zurück. Damit hatte der Kleinglattbacher souverän den Kampf um die Goldmedaille erreicht.

Fast genauso deutlich marschierte Lesic durch seinen Pool. In der ersten Runde erreichte der Vaihinger mit der Kata Suparinpei 24,6 Punkte – und damit knapp anderthalb mehr als der zweitbeste Karateka in seinem Pool, Christian Fechler (VfL Traben-Trarbach), der auf 22,2 Zähler kam. In Runde zwei steigerte sich Lesic dann ebenfalls noch mal leicht auf 24,8 Punkte. Dieses Mal war Matthias Martens (1. CKKS Traunreut) Zweitbester mit 22,2 Zählern.

Ebenfalls zwei Punkte Vorsprung hatte Haubennestel in der Kata-Kategorie Menschen mit psychischer Behinderung vor Nopper – 37,8:35,8 Zähler. „Mit dem Ergebnis bin ich zufrieden“, erklärt der Vaihinger, zeigt sich aber auch selbstkritisch: „Ich hatte auch den einen oder anderen Fehler drin. Das kann man im Nachhinein gar nicht benennen. Aber man merkt, wenn der Stand nicht sauber ist oder wenn man nicht so hoch gesprungen ist, wie man gerne wäre.“ Bei der DM in Ludwigsburg setzte Haubennestel wieder auf die Kata Suparinpei, mit der er Nopper wie so oft keine Chance ließ. „Mit Platz zwei habe ich mich natürlich nicht abgefunden. Mein Ziel ist immer, das Beste zu zeigen und besser zu sein als die Gegner“, berichtet Nopper. „Aber ich habe eine Konzentrationsschwäche. Da kommen dann Hänger vor allem bei so einer Atmosphäre wie hier in der Rundsporthalle.“

Neidisch auf Haubennestel ist er allerdings nicht. „Wir gönnen uns die Erfolge gegenseitig“, sagen beide fast unisono. Denn beide profitieren auch vom jeweils anderen. „Wenn es Jens nicht geben würde, würde ich vielleicht nicht mehr bei Wettkämpfen vom Deutschen Karate-Verband starten“, erklärt Haubennestel. Und Nopper ergänzt: „Ohne einen realen Gegner ist es nicht wirklich ein Wettkampf.“

Ohne Medaille ist Henschel wieder nach Eberdingen zurück gefahren. Der Kumite-Kämpfer gewann zwar seinen ersten Kampf gegen Soufiane Jaounni (TSV Reinbek) mit 3:0. Doch schon in der darauffolgenden Runde musste sich der Eberdinger dem deutschen Vizemeister von 2021, Felix Kuse (Sport- und Karateschule Straßfurt), mit 2:3 geschlagen geben. In der Trostrunde verlor Henschel dann Michael Tarasow (SV Herkules Kassel), Dritter bei der DM 2021 in der Leistungsklasse und der U 21, mit 7:9.

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