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Nächtliches Springen als Herausforderung
Zur 40. Auflage seines großen Reit- und Springturniers hat der Reit-, Fahr- und Zuchtverein (RFZV) Nussdorf erstmals Wettbewerbe unter Flutlicht ausgetragen. Lange wurde darauf hin gearbeitet, pünktlich zum Turnier war die aufwendige Lichtanlage einsatzbereit.
Mit dem Zusatz „eventuell Flutlicht“ hatte der RFZV schon in der Ausschreibung einer der Dressurprüfungen angedeutet, dass es bei dem Wettbewerb etwas später werden könnte. Und eine der Springprüfungen – die Punktespringprüfung der Klasse S* – war von vorneherein auf den Samstagabend gelegt worden. „Prüfungen unter Flutlicht sind etwas Besonderes“, hatte die Sprecherin des Vereins, Inge Seigerschmidt, schon vor dem Turnier verkündet. Das konnten zahlreiche Zuschauer am Samstagabend bestätigen. Auf dem Reitgelände herrschte eine besondere Atmosphäre. Wenn das gleißende Licht gerade leuchtete. Das war aber nur kurzzeitig nicht der Fall. Katharina Rapp erklärte seitens der Organisatoren: „Da hatte jemand parallel zur Beleuchtung auch noch zu viel Strom für die Musik gebraucht.“ Daraufhin streikte die Sicherung, der Strom war komplett weg. Während die Beleuchtung sich schnell von dem kurzzeitigen Ausfall erholte, mussten in der Meldestelle alle Computer erst wieder hochgefahren werden.
Doch nicht nur in technischer Hinsicht war das Springen unter Flutlicht eine Herausforderung. Auch bei allen Anstrengungen, den Platz möglichst blendfrei auszuleuchten – die Sichtverhältnisse waren für Ross und Reiter ungewohnt. Gleichwohl sind derlei Springen überaus beliebt. Das zeigte sich auch an der Zahl der Nennungen: 34 Reiter hatten sich vorangemeldet. Allerdings gingen am Samstagabend nur halb so viele an den Start. An Tobias Sawatzki vom LRZFV Göbrichen, der in dieser Prüfung zwei Pferde ritt, und Eva-Maria Lühr (RFV Pfalzgrafenweiler) mit sogar drei Starts lag es nicht. Lühr gehörte zu den Teilnehmern, die in der gesamten Prüfung samt Joker fehlerfrei blieben und somit die volle Ausbeute von 65 Punkten holten. Dies gelang nur drei Reitern. Während sich Lühr auf Concrue in 62,04 Sekunden und Alexander Ziegler vom RFV Schwenningen auf Carentos in 62,00 Sekunden praktisch nichts nahmen, ritt Thomas Kluge von Beginn an auf Sieg. Der Reiter vom RFV Murrhardt zeigte sich auf Santana während des gesamten Durchgangs kompromisslos, nahm die Kurven eng und ging volles Risiko. Das wurde belohnt. Weil er ebenfalls fehlerfrei blieb, bedeutete die Zeit von 55,03 Sekunden den Sieg. Kaum langsamer, aber mit einem Punktabzug, kam Jörg Widmaier (PSZ Benzenbühl) auf Arabella auf den vierten Rang.
Neben der Springprüfung, die von Anfang an unter Flutlicht geplant war, hat sich der RFZV Nussdorf mit der neuen Anlage auch mehr Freiheiten geschaffen, falls es mal Verzögerungen im Turnierplan gibt. So wurden die letzten Durchgänge der Hunterklasse am Samstag ebenfalls schon unter der künstlichen Beleuchtung ausgetragen. Da zeigte sich eine Reiterin aus Nussdorf gut in Form. Sabine Dauser-Mietzker kam auf Giorgio-Kowalski von Nussdorf auf den vierten Platz in diesem Wettbewerb.

