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Mit Nägele fehlt bester Punktesammler

Der Mehrkämpfer ist an fast jedem Gerät der beste Turner der WKG Ingersheim/Sersheim gewesen, muss aber wegen Studium und Trainerfortbildungen oft passen. Das gibt auch Probleme für die Aufstellung. Betreuer Fred Bulling baut vor allem auf die Jungen.

  • Für Yannis Grau und die Turner der WKG Ingersheim/Sersheim startet an diesem Samstag die neue Bezirksligasaison. Foto: Leitner

    Für Yannis Grau und die Turner der WKG Ingersheim/Sersheim startet an diesem Samstag die neue Bezirksligasaison. Foto: Leitner

Gerätturnen. Die Corona-Pandemie ist für die WKG Ingersheim/Sersheim besonders herausfordernd gewesen. Als Turner kann man nicht einfach laufen gehen, um seine Fitness einigermaßen zu halten. „Man hat gemerkt, dass Trainingsrückstände da sind. Aber die Jungs haben das Beste daraus gemacht“, berichtet Betreuer Fred Bulling. „Wir haben auch nach den Lockdowns, in denen die Hallen geschlossen waren, langsam gemacht. Aber die Jungs hatten ein Mal pro Woche über einen Videochat gemeinsam trainiert. Und da haben sie richtig Gas gegeben“, erzählt Fred Bulling. „Außerdem hat jeder zu Hause Krafttraining absolviert.“

Der große Vorteil der Turner: Sie brauchen nicht unbedingt ein Fitnessstudio. „Es reicht schon das eigene Körpergewicht – zum Beispiel Liegestütze, Schiffchen oder Sit-ups. Deshalb waren die Jungs auch schnell wieder in Form, als das Mannschaftstraining wieder begonnen hat. Sie haben schnell wieder ihre alten Übungsteile geturnt“, berichtet Fred Bulling und fügt hinzu: „Was gefehlt hat, war Zeit, neue Teile zu trainieren.“ Die seien aber erforderlich, um in der Bezirksliga Nord mitzuhalten. „Wir sind halt eine junge Truppe. Da fehlen ein, zwei Jahre, in denen die Übungen höherwertig werden“, sagt der Betreuer.

Denn das Niveau in dieser Saison ist hoch. Der Auftaktgegener der WKG Ingersheim/Sersheim an diesem Samstag (13.40 Uhr), der MTV Ludwigsburg III, hat in seinem ersten Wettkampf schon knapp 275 Punkte erturnt. „Das ist Oberliganiveau“, berichtet Fred Bulling. „Nachdem ihre erste Mannschaft in die 2. Bundesliga aufgestiegen war, haben die Ludwigsburger ihre Teams neu aufgestellt. In der Bezirksliga gehen nun ehemalige Oberliga- und Verbandsliga-Turner an den Start.“

Auch der KTV Hohenlohe III, der gegen Ludwigsburg 268,45 Punkte erzielte, ist für die Sersheimer und Ingersheimer wohl zu stark – ebenso wie das Turn-Team MEP, die Wettkampfgemeinschaft der Vereine aus Murr, Erdmannhausen und Pleidelsheim. „Das Turn-Team MEP hat zwar einen Leistungsträger verloren. Dennoch sind sie noch stärker als wir“, erklärt Fred Bulling.

Bleibt der TV Wetzgau III. „Auf deren erste Wettkampfergebnisse warte ich schon mit Spannung“, sagt Fred Bulling. Doch vielleicht kommt es gar nicht auf dieses eine Duell an. Denn da Heinriet und Schmiden ihre Teams vom Wettkampfbetrieb zurückgezogen haben, ist noch nicht endgültig geklärt, ob es in dieser Saison überhaupt eine Relegation um den Klassenerhalt gibt.

Doch nicht nur, weil die Konkurrenz so stark ist, steht den Sersheimern und Ingersheimern eine schwere Saison bevor. Denn bei der WKG fällt Patrick Nägele fast die gesamte Runde wegen seines Studiums und Trainerfortbildungen aus. Auch David Mayer (studienbedingt) und Jonas Klein (beruflich) stehen nicht bei jedem Wettkampf zur Verfügung.

Vor allem der Ausfall von Nägele wiegt schwer. „Er ging an allen sechs Geräten an den Start und war in der Regel an fast jedem Gerät auch unser bester Turner. Damit war er unser bester Punktesammler“, berichtet Fred Bulling. Da der Betreuer insgesamt aber nur zehn Turner aufstellen kann, bedeutet das, dass nun schon zwei, drei Akteure Nägele ersetzen müssen, damit alle sechs Geräte abgedeckt sind. „Das Positive ist aber, dass wir genug Turner haben. Wir sind aber recht jung. Nicht jeder kann schon an jedes Gerät. Außerdem fehlt noch etwas das Leistungsniveau“, erklärt der Betreuer.

Denn die Last wird in der nun beginnenden Saison auch auf den Nachwuchsturnern liegen. „Jetzt schlägt die Stunde der Jungen, die bisher nur Ersatz waren“, sagt Fred Bulling. In den Kader rücken der erst 15-jährige Frederik Neubauer, der 17 Jahre alte Henrik Neibig oder Maximilian Otterbach. „Sie zeigen im Training gute Leistungen. Ich bin überzeugt, dass sie ihre Übungen sauber und gut turnen werden – im Rahmen ihrer Möglichkeiten“, erklärt der WKG-Betreuer. „Und so lange wir sagen können: Wir waren gut, aber die anderen waren besser, ist die Welt in Ordnung.“

Wie gut die Nachwuchsturner ihre Sache schon machen, haben sie beim Ligapokal Mitte November des vergangenen Jahres bewiesen. „Der Wettkampf war besonders wichtig, damit die Jungs gemerkt haben, es geht wieder los. Einfach wieder das Wettkampffeeling spüren. Wir hatten wieder ein Ziel und haben das erste Blut geleckt“, berichtet Fred Bulling.

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