Melanie Rummel über Sabrina: Der Kontakt zu meiner Schwester ist im Moment, da sie ein halbjähriges Praktikum in Nürnberg macht, nicht mehr ganz so intensiv wie zu der Zeit, als wir zusammen gewohnt haben. Aber wir haben eine sehr enge, vertraute Beziehung und telefonieren natürlich täglich.
Was ich an ihr bewundere, ist, dass sie keine Angst kennt und auch nicht wehleidig ist – nichtmal, als sie sich beim Hockey die Nase gebrochen hat. Das gilt für den Sport, aber auch für alle anderen Bereiche. Sie ist eine Kämpferin und gibt stets 100 Prozent. Da sind wir doch ein bisschen unterschiedlich. Sabrina ist ausgesprochen emotional. Das kann schon in beide Richtungen – positiv und negativ – gehen. Da gab es auch im Hockey schon Höhen und Tiefen.
Ich selbst habe in der sechsten Klasse mit dem Hockey angefangen. Sabrina ist mir dann ein Jahr später gefolgt. Zuvor haben wir aber auch schon gemeinsam geturnt. Der Mannschaftssport ist für meine Schwester genau das richtige, sie ist eine tolle Teamplayerin, ohne das Bedürfnis zu haben, vorneweg marschieren oder sich in den Mittelpunkt spielen zu müssen. Eine übertriebene Rivalität zwischen uns Schwestern gab es eigentlich nie, nicht mal im Hockey, obwohl wir beide im Mittelfeld spielen und da die Plätze ja begrenzt sind.
Meine Schwester hat aus dem Turnen eine große allgemeine Sportlichkeit und Beweglichkeit mitgebracht. Ich traue ihr durchaus in Zukunft zu, irgendwann in der Regionalliga zu spielen. Für die Bundesliga wird es bei uns beiden nicht reichen.
Unsere gemeinsame Zeit beim Bietigheimer HTC war schön. Ich bin gespannt, wie die neue Saison ohne sie an meiner Seite für mich läuft. Natürlich gibt es in unserem Schwesternverhältnis auch Meinungsverschiedenheiten und Diskussionen, aber das Schöne ist, dass wir uns immer schnell wieder zusammenraufen und Sabrina auch auf mich hört. Da zahlt sich mein Altersvorsprung von zwei Jahren auch mal aus.
Sabrina Rummel über Melanie: Im Leben meiner Schwester hat Hockey einen ganz großen Stellenwert. Ich glaube, sie könnte keine längere Pause machen oder ganz auf den Sport verzichten. Deshalb ist sie auch so trainingsfleißig. Sie ist allgemein unglaublich sportlich, nicht zuletzt deshalb hat sie ja Sport als Hauptfach im Studium. Ich glaube, sie wird eine gute Lehrerin.
Wenn wir zusammen sind, können wir stundenlang nur über Hockey reden. Was mir an Melanie sehr gut gefällt, ist, dass sie so ausgeglichen ist. Sie behält immer die Ruhe und lässt sich nicht stressen – auf dem Platz aber auch im Privatleben. Das ist bei mir ganz anders, ich bin schnell auf 180. Ansonsten ist meine große Schwester auch in mancher Hinsicht ein Vorbild. Ich höre sehr viel auf sie, egal ob sie mir privat etwas sagt oder mir im Spiel Hinweise gibt. Sie ist eine absolute Führungspersönlichkeit und war vergangene Saison ganz wichtig für unsere junge Mannschaft, weil wir sportlich doch einige Probleme hatten. Ihre Stärken sind die Technik am Hockeyschläger und ihr taktisches Verständnis. Da ist sie mir deutlich voraus. Deshalb könnte ich sie mir auch eher in der Regionalliga vorstellen als mich selbst.
Ich mag an meiner Schwester, dass sie immer gut drauf ist. Deshalb werde ich sie auch in den nächsten Monaten ziemlich vermissen, weil ich zuerst beruflich in Nürnberg und dann später auch noch in Thailand bin. Ich bin froh, dass ich mit meinem neuen Club hier in Nürnberg nicht gegen den BHTC spielen muss. Das wäre doch ziemlich komisch, gegen meine Schwester antreten zu müssen. So etwas gab es bei uns noch nie, auch nicht, als sie in Ludwigsburg gespielt hat.
In spätestens einem Jahr laufen wir dann aber hoffentlich wieder zusammen auf, so wie in unserer Anfangszeit beim Club an der Enz Vaihingen.
Aufgezeichnet von Harald Landwehr
DIE GESCHWISTER IM STECKBRIEF
Name: Melanie Rummel
Alter: 23
Geburtsort: Bietigheim-Bissingen
Wohnort: Erligheim
Beruf: Studentin (Lehramt)
Verein: Bietigheimer HTC
Position: Mittelfeld
Rückennummer: 31
Größter sportlicher Erfolg: Aufstieg in die Oberliga
Sportliches Ziel: Aufstieg in die Regionalliga
Lieblingsfilm: Sherlock Holmes-Filme
Lieblingsbuch: Millenium-Trilogie (Stieg Larsson)
Name: Sabrina Rummel
Alter: 21
Geburtsort: Bietigheim-Bissingen
Wohnort: Nürnberg
Beruf: Studentin (BWL)
Verein: Club am Marienberg Nürnberg
Position: Mittelfeld
Rückennummer: 30
Größter sportlicher Erfolg: Aufstieg in die Oberliga
Sportliches Ziel: Einen Marathon laufen
Lieblingsfilm: Sieben Jahre Tibet
Lieblingsbuch: Wie ein Licht in der Nacht (Nicholas Sparks)



