Triathlon. 40 Jahre hat der Baden-Württembergische Triathlonverband (BWTV) bereits hinter sich. Das ist nicht nur eine stolze Zahl, sondern auch eine Leistung, die einem Marathonläufer in nichts nachsteht. Für Prof. Dr. Martin Engelhardt sind das auch „vier Jahrzehnte Leidenschaft, Ehrenamt und sportliche Entwicklung“.
Engelhardt muss es wissen, denn er ist Präsident des Dachverbands, der Deutschen Triathlon Union (DTU). „Unser Sport hat in dieser Zeit einen bemerkenswerten Weg zurückgelegt“, ist der DTU-Präsident überzeugt. Von einer kleinen, enthusiastischen Gemeinschaft habe sich der Triathlon „zu einer strukturierten, leistungsstarken Sportart entwickelt, die heute tausende Menschen bewegt“.
Was vor 40 Jahren noch keiner ahnen konnte: Der Triathlon steht heute vor neuen, wichtigen Aufgaben: Die Stärkung des Ehrenamts, nachhaltige Verbands- und Vereinsstrukturen, attraktive Angebote für den Nachwuchs zu schaffen „und möglichst viele Menschen für Bewegung zu begeistern“, betont Engelhardt. Dass für junge Menschen das Thema Nachhaltigkeit eine immer größere Rolle spielt, steht dabei außer Frage. Deshalb plant der BWTV beispielsweise im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie der Landes Baden-Württemberg, eine digitale Plattform zur Förderung nachhaltiger Wettkämpfe durch sogenannte Tauschzonen zu entwickeln.
Das Projekt „Tauschzone 2.0“ gewinnt den Nachhaltigkeitswettbewerb
„Tauschzone 2.0“ heißt das Projekt. Es entstand als eine Maßnahme im Rahmen der N!-Charta Sport. Ziel ist es, Vereine und Veranstalter bei der Umsetzung ressourcenschonender Maßnahmen zu unterstützen und die nachhaltige Nutzung von Sportartikeln zu fördern. Dabei soll es nicht bei Tauschzonen bleiben. Vielmehr sollen sie der Startpunkt für eine generelle nachhaltige Veranstaltungsplanung und Durchführung von Wettkämpfen sein. Mit einem Tauschzonen-Kit und einem Nachhaltigkeits-Kit für Wettkämpfe werden den Mitarbeitern zahlreiche Materialien an die Hand gegeben.
Offenbar scheint das Konzept zu überzeugen. Denn der BWTV ist mit der „Tauschzone 2.0“ beim Nachhaltigkeitswettbewerb, den der Landessportverband zusammen mit dem Umweltministerium ausgeschrieben hat, ganz oben auf dem Podest gelandet. Mit dem Wettbewerbs-Preisgeld von 13 000 Euro ist es dem BWTV und der Projektleiterin, der Vizepräsidentin Dr. Katja Keller, möglich geworden, die digitale Plattform zu installieren und die Materialien zu beschaffen. Zudem gelang es auch, Personal für die Umsetzung bereit zu stellen.
Die Teilnehmerzahlen am Landesfinale Triathlon sollen gesteigert werden
Auch beim Thema Nachwuchsgewinnung sind die Triathleten einen wichtigen Schritt vorangekommen. Seit dem vergangenen Jahr stellt die DTU den Landesverbänden finanzielle Mittel zur Verfügung, um Stellen für Schulsportbeauftrage einzurichten. Das Projekt heißt „TriAktivisten“ und wird von DTU-Generalsponsor Suzuku gefördert.
Klar, dass der BWTV von Anfang mit im Boot war. In Alexander Beer wurde „ein nahezu idealer TriAktivist gefunden“, heißt es im aktuellen Jahresbericht des Baden-Württembergische Triathlonverbandes. Der Mann ist Triathlet und Lehrer am Zentrum für Lehrerausbildung und Fortbildung (ZSL) in Ludwigsburg. Er kennt sich also gut aus in den Schulstrukturen. Seine Arbeitsschwerpunkte im Rahmen des Projekts sind nun die Lehrerfortbildung. Zudem soll er die Teilnehmerzahlen am Landesfinale Triathlon von „Jugend trainiert für Olympia“ wieder steigern.
Auch Aktionen wie die TriKids-Camps sollen den Nachwuchs begeistern. Denn die Faszination am Triathlon ist ungebrochen. Zusammen ins Wasser gehen, gemeinsam Kilometer um Kilometer im Sattel zu absolvieren und auf der Laufstrecke die letzten Reserven mobilisieren: das verbindet und schweißt im wahrsten Sinne des Wortes zusammen. red

