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Handballer im Turnierfieber: Was sich die Vaihinger Spielerin und Trainerin Marika Slunsky von den internationalen Spielen erhofft

Die WM der Handballerinnen ist vorbei, die EM der Handballer steht bevor. Welchen Einfluss haben solche Turniere auf den Sport vor Ort in Vaihingen und Sachsenheim? Ein Gespräch mit einer Vaihinger Spielerin und Trainerin.

  • Marika Slunsky (Mitte) spielt Handball beim HC Metter-Enz. Foto: p

    Marika Slunsky (Mitte) spielt Handball beim HC Metter-Enz. Foto: p

Am 15. Januar startet die Handball-Europameisterschaft der Herren. Die deutsche Nationalmannschaft hat sich für das internationale Turnier qualifiziert und trifft am Eröffnungstag auf Österreich. Doch welche Auswirkungen hat die Handball-EM auf den lokalen Handballsport? Wie steht es um den Frauenhandball und was sind konkrete Herausforderungen im Handballsport vor Ort? Yenz-Autorin Paula Glinder hat mit Marika Slunsky gesprochen, die als Spielerin und Trainerin im HC Metter-Enz aktiv ist.

Hoffen auf Platz oder 2 in der Gruppe

Marika Slunsky, die die EM als Handballbegeisterte verfolgen wird, hofft auf den ersten oder zweiten Platz für das deutsche Nationalteam in der Gruppe – „denn nur dann ist es weiter“ und bleibt es im Rennen um den Sieg.

So motivieren EM und WM junge Handballer in Vaihingen und Umgebung

Aber haben solche großen internationalen Events Auswirkungen auf den lokalen Handballsport? Ja, obwohl natürlich nicht alle Handballspieler oder Handballspielerinnen nur wegen eines solchen Turniers Handball spielen, kann ein solches Event durchaus Einfluss auf den Vereinssport vor Ort haben. Die Trainerin der Minis in Vaihingen/Enz erzählt, dass sie erst neulich mit einem Vater eines Kindes gesprochen habe. Der Junge spiele schon einige Zeit Handball, habe allerdings in letzter Zeit etwas die Lust daran verloren und überlegte aufzuhören. Nachdem er jedoch ein Turnier gemeinsam mit seinem Vater im Fernsehen verfolgt hatte, habe er die Lust zum Handball zurückgewonnen. Der Junge spiele jetzt schon seit einiger Zeit wieder im Verein und scheint motivierter denn je. Events wie die Handball EM können also durchaus junge Spielerinnen und Spieler motivieren und zum Handballspielen ermutigen.

Handball als Lifestyle

Marika Slunsky ist aber nicht nur Trainerin, sondern auch selbst eine begeisterte Handballspielerin in der Damenmannschaft des HCME. „Handball ist mein Ausgleich“, erzählt sie begeistert. Obwohl sie berufstätig ist und zweimal die Woche–zusätzlich zu ihrem Engagement als Trainerin – abends selbst in der Halle aktiv ist, ist der Handballsport für sie keine Belastung. „Klar, meine Wochenenden sind manchmal voll“, erklärt sie und „man kann andere Sachen vielleicht nicht machen in der Zeit, aber das ist überhaupt nicht schlimm.“ Handball ist für sie ein Lifestyle.

Unterschiede bei Männer und Frauen

Vergangenes Jahr fand die Weltmeisterschaft der Handballerinnen statt. „Es ist sehr schade, dass die Spiele der deutschen Frauen nicht ausgestrahlt werden – zumal es ja eine Heim-WM ist“. Keine der Vorrundenspiele war im Free-TV zu sehen. Wer die Spiele sehen wollte, musste dafür zahlen. Anders ist dies bei der EM der Herren. Obwohl es sich hier nur um eine Europameisterschaft und nicht wie bei den Frauen um eine Weltmeisterschaft handelt – sind die meisten Spiele live im Free-TV zu sehen. Auch in der Jugend beobachtet Marika, dass es eine Mehrheit an männlichem Nachwuchs gibt.

Oft fehlt der Nachwuchs

Es gibt aber auch andere Herausforderungen für Vereine. Der HC Metter-Enz ist ein gutes Beispiel dafür. Es handelt sich hierbei um eine Spielgemeinschaft des TV Vaihingen und des TV Großsachsenheim. Es wurden also zwei Vereine zusammengelegt unter anderem deshalb, weil es nicht mehr genügend Spieler und Spielerinnen für separate Mannschaften der beiden Vereine gab. Oftmals fehlt außerdem der Nachwuchs. „Bei uns im Verein sieht es hier allerdings ganz gut aus“, stellt Marika klar.

Das hat der Handballsport ihr gebracht

Der Handballsport habe Marika Slunsky so einiges gelernt. „Man kann nicht alleine gewinnen, sondern man muss einfach zusammenarbeiten“. Der Teamgeist spielt eine große Rolle – „man freut sich zusammen, man gewinnt zusammen, man verliert zusammen“. Aber der Handball hat ihr nicht nur das gelehrt, sondern weit darüber hinaus auch Ehrgeiz und Selbstbewusstsein.

Wunsch nach mehr Popularität für Handballsport der Frauen

Und was wünscht sich die Spielerin für den Handballsport? Für die EM hofft sie, dass die Leute das Turnier anschauen und dass man darüber beispielsweise auf der Arbeit reden kann und dass der Handallsport damit an Popularität gewinnt. Für den Frauenhandball wünscht sie sich, dass zukünftig auch die Nationalspiele der Frauen ausgestrahlt werden und der Frauenhandball damit an Popularität gewinnt.

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