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Die HB Ludwigsburg stellt den Spielbetrieb ein

Seit Dienstagvormittag ist klar, dass die HB Ludwigsburg nicht in der Handball-Bundesliga (DHBL) starten wird. Das teilte der vorläufige Insolvenzverwalter in einer Pressemeldung mit.

  • Nicole Roth hütete in der vergangenen Saison noch das Tor der HB Ludwigsburg. Mittlerweile ist sie zur HSG Blomberg-Lippe gewechselt und hat den Sieg im Supercup verpasst.  Foto: Baumann

    Nicole Roth hütete in der vergangenen Saison noch das Tor der HB Ludwigsburg. Mittlerweile ist sie zur HSG Blomberg-Lippe gewechselt und hat den Sieg im Supercup verpasst. Foto: Baumann

Handball. Seit Dienstagvormittag herrscht Gewissheit. Die Handballerinnen der HB Ludwigsburg werden in der Saison 2025/2026 nicht am Spielbetrieb der Bundesliga teilnehmen. Das teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Holger Lichtle in einer Pressemeldung mit und erklärt: „Auch in einem deutlich reduzierten Rahmen ist es uns nicht gelungen, eine tragfähige Finanzierung auf die Beine zu stellen. Vor diesem Hintergrund war jetzt eine verantwortungsvolle Entscheidung erforderlich.“ Der Handballstandort Ludwigsburg soll derweil erhalten bleiben – in welcher Form ist allerdings noch offen. „Trotz dieser enttäuschenden Entwicklung hoffen Verein und Insolvenzverwaltung, dass der Frauenhandball in Ludwigsburg auf längere Sicht wieder eine tragfähige Perspektive erhält“, heißt es in der Pressemitteilung.

Ehemalige Torfrau des HB Ludwigsburg verliert das Supercup-Finale knapp

Es war das erste Mal in der Geschichte des deutschen Handballs, dass der Deutsche Meister und Pokalsieger nicht am Supercup teilnimmt. Bei der Ausgabe 2025/2026 fehlte nämlich im Spiel der Frauen am vergangenen Samstag die HB Ludwigsburg, die aufgrund der anhaltenden Insolvenzgespräche von der Liga gegen den Thüringer HC ausgetauscht wurde. Da sich beinahe der gesamte Kader um einen neuen Verein bemüht hat, ist auch Nicole Roth bei einem neuen Club untergekommen – dem eigentlichen Supercup-Final-Gegner der HBL, der HSG Blomberg-Lippe.

Für die Torhüterin war es direkt eine harte Feuertaufe gegen den letztjährigen European-League-Sieger aus Bad Langensalza, zuvor hatte sie nämlich noch kein Testspiel bestritten und lediglich mittrainiert. Am Ende reichte es trotz einer überragenden Anfangsphase der HSG nicht für den ersten Titel der Vereinsgeschichte, der THC gewann mit 31:30.

Torfrau Roth zeigt zahlreiche Paraden

Trotz der kurzen Eingewöhnungszeit fing die gebürtige Nürnbergerin beim Finale der Frauen im Münchner SAP-Garden direkt zwischen den Pfosten an, denn eingelebt hatte sie sich gut. „Die Mädels sind super, die nehmen mich ganz herzlich auf“, sagte Roth nach der Partie, die dennoch noch ein bisschen Zeit brauchen wird: „Ich glaube, dass kommt von Stück zu Stück, man muss sich dran gewöhnen.“

In der Anfangsphase dominierte die HSG noch in vollen Zügen, lag zwischenzeitlich mit 13:4 in Front, dann kam die Deckung der Niedersächsinnen aber nicht mit der siebten Feldspielerin aufseiten der Gegner klar. Gegen die freien Würfe war auch Roth machtlos. Zwar zeigte sie sechs Paraden und damit doppelt so viele, wie ihre beiden Mit-Keeperinnen, es reichte aber nicht. „Wir haben es über uns ergehen lassen. Das Zurücklaufen hat nicht geklappt und dann liegt man auf einmal hinten“, erzählte sie. So holte der THC auf, zog vorbei und feierte schlussendlich den vierten Supercup-Sieg der Vereinsgeschichte.

Ehemalige Mitspielerinnen hatten sich den Titelgewinn gewünscht

Gleich doppelt bitter für Roth, die damit nicht nur direkt ihr erstes Spiel in den neuen Farben verlor, sondern auch mit dem THC noch eine Rechnung offen hatte. Denn im Zuge der Insolvenz kam vonseiten der Thüringer und allen voran Coach Herbert Müller unschöne und wenig hilfreiche Kommentare gegen die HB Ludwigsburg. „Ich habe von vielen meiner Mädels aus Ludwigsburg Nachrichten bekommen und wollte den Pokal auch für sie holen. Das habe ich leider nicht geschafft“, sagte die Torhüterin niedergeschlagen. dd/nb

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