Fußball. Neun Punkte beträgt aktuell der Vorsprung des TSV Nussdorf in der Fußball-Kreisliga A 3 auf den Zweiten SGM Hohenhaslach/Freudental, die allerdings ein Spiel mehr absovliert hat, und sogar elf Zähler auf den Dritten VfR Sersheim, der zwei Partien weniger in den Büchern stehen hat. „Wenn aber vor allem die Sersheimer ihre Nachholspiele gewonnen haben, wovon ich ausgehe, dann gehe ich maximal von einem Fünf-Punkte-Vorsprung von uns aus“, erklärt Nussdorfs Spielertrainer Sinan Yilmaz. „Wenn wir ein oder zwei Mal unentschieden spielen, ist der auch ganz schnell weg. Es ist also alles immer noch ganz heikel da oben.“
Dessen sind sich aber auch Yilmaz’ Mannschaftskameraden bewusst. „Bei anderen Vereinen musste ich da immer wieder darauf hinweisen. Aber in Nussdorf wissen die Jungs unsere Situation gut einzuordnen“, berichtet der Übungsleiter. Das liegt vor allem auch daran, dass Yilmaz, der eigentlich zusammen mit Johannes Wizemann das Team coacht, auch andere Spieler immer wieder mit in die Verantwortung nimmt. Das Testspiel in Maulbronn beispielsweise ließ er komplett von Nikola Ristomanov und Timo Bopp organisieren – von der Aufstellung, über die taktische Marschrichtung bis hin zur Mannschaftsansprache. „Damit müssen sich auch die Spieler immer mal wieder Gedanken machen, worauf es ankommt und was wir Trainer beachten müssen. Und sie sehen, warum wir in dem oder jenem Spiel so und so aufstellen oder warum wir nicht mal dies oder das ausprobieren.“
Und das schweißt die Nussdorfer zusammen. „Wir haben nicht die individuelle Klasse in der Breite wie beispielsweise in der Vergangenheit Croatia Bietigheim, der TSV Phönix Lomersheim oder der SV Riet, als diese Teams in die Bezirksliga aufgestiegen sind, auch wenn wir einige sehr gute Spieler haben. Aber auch jeder dieser Spieler braucht seine Mannschaftskameraden, die ihm die Bälle geben müssen. Meines Erachtens sind wir individuell nicht stärker als irgendein anderes Team, das in der A 3 in den Top sechs steht. Aber wir sind als Einheit stark“, berichtet Yilmaz.
In den Vorbereitungsspielen funktionierten die Nussdorfer aber noch nicht immer als Einheit. „Uns wurden in der Defensive Probleme aufgezeigt“, berichtet der TSV-Trainer. „Vor allem vom VfB Neckarrems, der als Verbandsligist drei Klassen über uns spielt, und vom TSV Schwieberdingen, als wir müde Beine hatten.“ Die Nussdorfer hatten vor allem Schwierigkeiten beim Verschieben nach Schnittstellenpässen oder Seitenverlagerungen.
Die Probleme ist Yilmaz aber nicht in Kollektivübungen in den Trainingseinheiten angegangen. „Wir können nicht alles einstudieren. Zum einen fehlte uns dazu der Platz. Die Spielfelder im Hardtwäldle waren lange nicht voll nutzbar, nachdem sie Ende November durch ein Kraftfahrzeug zerstört worden waren. Zum anderen fehlt einem bei zwei Einheiten pro Woche einfach die Zeit“, erklärt der Übungsleiter. „Im Training war es mir wichtiger, das Spiel mit dem Ball umzusetzen. Das ist unsere Stärke.“ Die taktischen Fehler ist er dagegen in Einzelgesprächen, an der Taktiktafel oder durch das Zeigen von Videos angegangen. „Wir sind jetzt deutlich weiter als zu Beginn der Wintervorbereitung.“
Dennoch überkommt den Nussdorfer Trainer vor dem Pflichtspielauftakt im Jahr 2022 an diesem Sonntag (14.30 Uhr) gegen die SGM Roßwag/Mühlhausen ein klein bisschen ein ungutes Gefühl. Yilmaz: „Was wir den Roßwagern und Mühlhausenern nicht geben dürfen, sind Räume. Sie sind spielstark und haben flinke Spieler. Viele davon kenne ich, da ich sie mehrere Jahre in der Jugend trainiert habe. Jungs wie beispielsweise Tim Zipperle oder Luca Fuchs sind hochmotiviert – schon allein deshalb, weil sie den älteren Spielern in der A-Klasse zeigen wollen, dass sie mindestens genauso gut Fußball spielen können. Sie werden oft noch unterschätzt, weil sie noch so jung sind. Das wird von uns nicht passieren. Aber mehr als Respekt bekommen sie nicht.“

