Fußball.Spiel des Tages:
Es war ein heißes Spiel mit heißblütigen Akteuren auf beiden Seiten, teils noch weiter angeheizt aus dem Publikum. Am Ende gewann Gastgeber VfR Sersheim gestern Mittag das Spitzenspiel der Fußball-Kreisliga A 3 gegen den SV Iptingen mit 2:1. Dabei musste die Elf von Spielertrainer Eric Schmidtke einen 0:1-Rückstand aus der 6. Minute drehen.
Da hatte Benjamin Rapp bereits den frühen Führungstreffer für den bisherigen Tabellenzweiten aus Iptingen erzielt. Ein Sersheimer wollte das Leder auf Höhe der Mittellinie über Steffen Weeber lupfen, doch der kam noch dran, legte sich den Ball per Kopf vor und spielte weiter zu Rapp, der erfolgreich versenkte. „Es hätte das 2:0 folgen müssen“, berichtet SVI-Trainer Martin Weeber. „Nach einem Foul hatte der Schiedsrichter Vorteil laufen lassen und Bastian Werthwein hat den Ball zu Marcel Gerschwitz gespielt.“ Doch der traf nicht. So erging es auf der Gegenseite auch Achim Früh, der nach einem Angriff über die rechte Seite angespielt wurde, dann aber an der Fünf-Meter-Linie über den Ball schlug. „Wir haben mit der richtigen Einstellung angefangen und eine super Reaktion auf das 0:1 gegen Riexingen gezeigt“, freut sich Eric Schmidtke, der beim VfR selbst mit auflief. „Wir waren über die vollen 90 Minuten da, und man hat jedem angemerkt, dass er gewinnen wollte.“ Vielleicht war das der Grund, dass mehrere Kicker etwas übermotiviert zu Werke gingen und das Spiel im Verlauf der Zeit nicht nur hektisch, sondern auch hart wurde. Zunächst erzielten aber die Platzherren zum für sie günstigsten Zeitpunkt den Ausgleich. Nachdem Sersheim über die linke Seite angelaufen war, legte Marcel Haas ab auf Achim Früh, der zentral vor dem Iptinger Tor stand und aus wenigen Meter zum 1:1-Pausenstand einschob (42. Minute). Fast hätte Michael Schmid noch das 2:1 für den VfR erzielt, doch SVI-Keeper Marco Euchenhofer hielt (45.+2).
In der ersten Viertelstunde der zweiten Halbzeit stand oder lag Hakan Atalay gleich mehrmals im Mittelpunkt des Geschehens. Erst schoss er aus abseitsverdächtiger Position den Ball Euchenhofer in die Arme (48.), dann spielte er sich gut durch, verzog aber den Abschluss weit übers Tor (56.) und landete schließlich unsanft im Strafraum der Gäste (59.). „Er hebt nur ab“, rief Schiedsrichter Dennis Lidle, während er weiterspielen ließ. Sogar Atalays Spielertrainer hatte sich nicht vom liegenden Mitspieler beirren lassen, scheiterte aber beim Torschuss. In der 61. Minute wurde Früh zurecht wegen Abseitsposition beim Zug zum Tor unterbrochen. Als in der 77. Minute Iptingens Gerschwitz bereits seit Sekunden auf der Linie des 16-Meter-Raums lag, wurde Aytug Ipek von der Torauslinie angespielt und fackelte nicht lange. Die Nummer 15 des VfR schoss das Siegtor für Sersheim. Als sich der Jubel des Heimteams gelegt hatte, rief SVI-Trainer Weeber zum Schiedsrichter, er möge doch einen Ordner abstellen, um Sticheleien durch Schlachtenbummler des VfR in seine Richtung zu unterbinden. Referee Dennis Lidle lief zu dem verärgerten Übungsleiter und zeigte ihm die Gelbe Karte (78.). Auch Atalay hatte kein Glück mit dem Unparteiischen, aber auch sonst keins. Erst trat er schwungvoll eine Ecke, die keiner erreichte (79.), dann schoss er das Leder ins Tor, als längst Abseits gepfiffen war (83.) und kam in den letzten zwei Minuten der regulären Spielzeit nach Duellen mit Euchenhofer und Werthwein zwei Mal zu Fall, ohne dass der erhoffte Elfmeterpfiff erfolgte. Auch auf der Gegenseite ging es hitzig zu, als nach einem Eckball nicht nur der Sersheimer Torwart Denis Rommel zu Boden ging, sondern auch ein Angreifer zur Seite flog. „Ich glaube, man hat den Klassenunterschied gesehen“, resümiert Schmidtke. „Einen Elfmeter hätte es geben müssen, aber ich bin stolz auf meine Mannschaft.“ Sein Iptinger Kollege Martin Weeber meint nur: „Sersheim spielte nur Langholz, nur Langholz. Auf so einem Platz kann man nicht spielen.“ In einem Punkt gab ihm Schmidtke Recht – das Geläuf war gestern nichts für fußballerische Feinkost.
VfR Sersheim: Denis Rommel – Marvin Wamsler, Sezgin Arslan, Marcel Haas (86. Johannes Quecke), Hakan Atalay (90.+3 Fabian Walz), Maurizio Aprigliano, Achim Früh (75. Kevin Kleinert), Eric Schmidtke, Sandro Aprigliano, Tim Stiegler, Michael Schmid (66. Aytug Ipek). SV Iptingen: Marco Euchenhofer – Patrick Blume, Alexander Huber (89. Julian Hörter), Denis Scheier (23. Jonas Rapp), Jens Schrodt, Nils Brunhorn, Bastian Werthwein, Steffen Weeber, Benjamin Rapp, Marcel Gerschwitz (80. Marc Nowotny), Christoph Glashauser. Tore: 0:1 Benjamin Rapp (6.), 1:1 Achim Früh (42.), 2:1 Aytug Ipek (77.). Besondere Vorkommnisse: Als Gästetrainer Martin Weeber den Schiedsrichter darum bittet, durch einen Ordner vor Beleidigungen durch Zuschauer geschützt zu werden, zeigt ihm der Unparteiische die Gelbe Karte (78.). Spieler des Tages: Achim Früh (VfR Sersheim). Schiedsrichter: Dennis Lidle (SV Poppenweiler). Zuschauer: 175.

