Fußball. Für zwei Topteams und ein Kellerkind der Fußball-Kreisliga B 6 endet an diesem Sonntag die Winterpause, außerdem für mehrere Reserven. Während sich der SV Horrheim und der TSV Ensingen keinen Ausrutscher erlauben dürfen, wenn sie weiter um die Spitzenplätze kämpfen wollen, hat der FC Gündelbach beste Chancen auf den oder die ersten Punkte der Saison.
SV Horrheim
Für das Abschlusstraining gestern Abend hatte der SV Horrheim die Soccer-Halle gebucht und war damit unabhängig von Wetter- und Platzverhältnissen. „Dadurch dass wir in Horrheim zwei Rasenplätze haben, ist das Training im Winter schwierig“, sagt SVH-Trainer Sergej Hilgenberg. „An einem Termin pro Woche waren wir auf dem Platz, am anderen waren wir in der Halle oder joggen. Ideal war die Winter-Vorbereitung nicht. Das Wetter hat einfach nicht mitgespielt, bei der Konkurrenz aber auch nicht.“
Um die Fitness seiner Mannschaft macht sich Hilgenberg aber keine Sorgen. „Meine Spieler sind allgemein fit. Grundausdauer haben sie, gehen joggen und radfahren“, sagt er. „Aber was fehlt, ist der Teamspirit, also dass einer für den anderen läuft, dass man sich gegenseitig motiviert.“ Dazu komme pandemiebedingt, dass einige Spieler vorsichtiger seien mit gemeinschaftlichen Aktionen. „Der eine kommt schon umgezogen und geht auch wieder in Trainingskleidung heim, andere sind vor allem bei Einheiten in der Halle vorsichtig“, berichtet Hilgenberg. „Das ist legitim. Aber das Teamgefühl ist nicht so vorhanden wie gewohnt, es fühlt sich komisch an.“
Zum Glück gebe es beim SV Horrheim einen breiten Kader sagt der Trainer. Wie wichtig dieser ist, zeigt sich anhand der Ausfälle, die sich schon ergeben haben. Emil Arnold wird die gesamte Rückrunde wegen eines Auslandssemesters in den USA verpassen. „Er ist erst seit drei Jahren bei den Aktiven, aber er reißt die jüngeren Spieler schon komplett mit“, sagt Hilgenberg. Jonas Brosi hat sich im ersten Testspiel am Knöchel oder den Bändern verletzt und hat damit einen großen Teil der Vorbereitung verpasst. Florian Brosi musste nach einer kleinen Operation die Wunden noch ausheilen lassen, konnte aber eventuell gestern Abend wieder ins Training einsteigen. Außerdem fehlt Thomas Trinkl nach seinem Kreuzbandriss aus der sommerlichen Saisonvorbereitung weiterhin. Sascha Berger hat Bänderprobleme und Oliver Seidel zog sich im zweiten Testspiel gegen Lienzingen einen Muskelfaserriss zu. Hilgenberg: „Das ist ein herber Ausfall.“ Aus privaten Gründen konnte auch Pajtim Ajeti jetzt erst wieder ins Training einsteigen. „Er ist ein überragender Spieler und ist bei uns eingeschlagen wie eine Bombe“, sagt sein Übungsleiter. „Aber auch er brauch die Trainingseinheiten.“ Und der SVH braucht ihn.
„Wir wollen auf jeden Fall da bleiben, wo wir stehen“, sagt Hilgenberg, dessen Team als Spitzenreiter überwintert hat. „Darum wäre es uns auch lieber gewesen, wenn wir die beiden Spiele gegen die SGM Hohenhaslach/Freudental II und den TSV Ensingen noch vor dem Winter gehabt hätten.“ Denn auch wenn die Reserve der SGM mit nur sieben Punkten auf Rang 13 steht, hat Hilgenberg Resperkt vor den Spielern: „Gegen sie werden wir nur gewinnen, wenn wir ein gutes Spiel machen. Denn sie können dreckig spielen.“ Beim SV Horrheim sei die Ausgangssituation am Ende der Winterpause klar: „Wir hatten kein gutes Training, aber super Testspiele.“ Ob das allerdings für das zweite Nachholspiel in einer Woche reicht, lässt er offen. „Da spielen wir gegen Ensingen, das gerade laut Testspielen noch besser drauf ist“, sagt Hilgenberg. „Und Ensingen muss das Spiel gegen uns gewinnen. Aber dann wäre die Mannschaft wieder ganz dick dabei.“ Bislang aber habe sein Team – von lediglich einem Ausrutscher in Vaihingen abgesehen – zuverlässig geliefert. „Wir stehen nicht umsonst da oben“, sagt der SVH-Trainer. „Wenn wir gleich wieder gut reinkommen, sind wir auch wieder im Flow. Und das brauchen wir auch.“
Angesetzt ist das Spiel gegen Hohenhaslach/Freudental II am Sonntag auf 14.30 Uhr. „Wir wollen spielen“, sagt Hilgenberg. „Aber die Plätze sind fraglich.“
TSV Ensingen
Ein Problem mit dem Geläuf dürfte der TSV Ensingen am Sonntag nicht haben – er bestreitet sein erstes Pflichtspiel nach der Winterpause bei der Bezirksliga-Reserve des TSV Phönix Lomersheim auf Kunstrasen. „Lomersheim II ist eine Mannschaft, die denkbar schwer zu spielen ist“, sagt der Ensinger Trainer Siegfried Blum. „Vor allem auf deren Kunstrasen. Die Kehrseite ist aber auch: Wir haben ein richtiges Brett vor uns – die mit Ensingen aber auch.“ Der TSV Ensingen hat auf dem vierten Tabellenplatz überwintert, die Lomersheimer Reserve auf dem sechsten. Und zumindest für Ensingen geht es immer noch darum, den Kontakt zur Spitze nicht abreißen zu lassen. Der Abstand auf Horrheim beträgt fünf Punkte, der auf den Aufstiegsrelegationsplatz drei Punkte. „Weil beide direkten Duelle gegen Horrheim noch ausstehen, haben wir selbst noch die Chance, an Horrheim vorbeizuziehen“, rechnet Blum vor. Zumal jede Mannschaft in der B 6 schon mindestens eine Niederlage kassiert hat, sieht er die Lage ganz und gar nicht aussichtslos.
„Fakt ist, dass wir in den nächsten zwei Wochen ein unheimlich schweres Programm haben“, sagt Blum. „Gegen Lomersheim II waren es immer knappe Spiele. Und gegen Horrheim werden die Karten neu gemischt, auch wenn wir gerade deutlich weiter hinten stehen.“ Der Ensinger Trainer geht davon aus, dass in der Kreisliga B 6 bis zuletzt Spannung garantiert ist. „Dass Enzweihingen vorne mitspielt war klar“, sagt er. „Mit Großglattbach ist jetzt noch ein Verein dabei, der anderen guten Mannschaften Punkte kostet.“
Was den Personalstand angeht, sagt Blum schmallippig: „Eigentlich fehlt mir da jede Lust zu antworten. Stand heute weiß ich bei uns keinen Coronafall. Aber es ist kein guter Zustand, wie es gerade ist. Ich habe ganz große Sorgen, nachdem wir komplett gut durchgekommen sind, dass es uns noch richtig erwischt.“ Vier Spieler seien aktuell angeschlagen: Robin Carta, Kevin Steinl, Max Lohfink und Jens Fischer. Lohfink und Fischer dürften aber am Sonntag wieder fit sein, und bei den anderen beiden sei ebenfalls noch Hoffnung vorhanden, auch sie schnell wieder einsetzen zu können. In Verbindung mit einer gut verlaufenen Vorbereitung ergäbe das gute Chancen für das Spiel, das auf 14.30 Uhr angesetzt ist. „Von der Beteiligung her war die Vorbereitung zumindest bei der ersten Mannschaft sehr gut“, freut sich Blum. „Die Ergebnisse unserer drei Testspiele waren auch gut, außerdem der Auftritt unserer Spieler.“
FC Gündelbach
Eine Serie reißt an diesem Sonntag garantiert. Der FC Gündelbach hat bislang ebenso null Punkte auf dem Konto wie sein Gegner SV Illingen II. Nach jeweils zwölf Niederlagen in der laufenden Saison darf sich also mindestens eins der beiden Teams über Zuwachs auf dem Konto freuen. FCG-Trainer Rafael Krupop vermeidet zwar jeden Blick auf die Tabelle, ist sich aber trotzdem sicher: „Dann reißt unsere Serie.“ Allerdings weiß er noch nicht so genau, mit welcher Mannschaft er am Sonntag auflaufen wird. „Die Aufstellung wird eine Lotterie, aber ich hoffe auf 13 Spieler“, sagt er. „Zu unseren Verletzten haben wir auch noch ein paar Kranke.“ An seinem Siegeswillen lässt er dennoch keinen Zweifel: „Ich bin einer, der auch das kleinste Testspiel oder Eckle gewinnen will.“
Krupop ist allerdings auch einer, für den der Trainingsabend eben der Trainingsabend ist. „Für das Abschlusstraining am Donnerstagabend haben aber von 24 Spielern 20 schon vorher abgesagt“, berichtete er gestern kurz vor der Einheit, während es draußen stürmte und ungemütlich war. „Das ist schon eine Stange. Aber wir haben auch viele Schichtarbeiter. Gewöhnt bin ich so etwas trotzdem nicht, selbst nach zehn Jahren noch nicht.“ Die vier verbliebenen Spieler sollten aber nicht darunter leiden, dass sie bei Wind und Wetter trotzdem kamen. Die Trainingsbeteiligung war auch schon während der gesamten Vorbereitungsphase mau. „Mit der Beteiligung bin ich nicht einverstanden“, sagt der Gündelbacher Übungsleiter. „Aber was die Trainingshäufigkeit angeht, bin ich zufrieden. Wir waren den ganzen Winter von Corona begleitet, aber wir haben im Prinzip durchtrainiert.“ Immer wieder standen Läufe auf dem Programm, in anderen Wochen das Spiel in der Halle. „Es hat Spaß gemacht“, sagt Krupop. „Auch weil wir im November schon ausgebremst wurden, haben wir es später ein Mal pro Woche durchgezogen.“ Wer regelmäßig da war, habe gut mitgezogen. „Trotzdem stehen wir jetzt bei maximal 70 Prozent vom Optimalen“, sagt der FCG-Trainer. „Den Rest müssen wir uns wohl oder übel an den Sonntagen holen, wenn wir spielen.“
Lediglich für Richard Hartmann (Aufbau nach seiner schweren Knieverletzung), Fatos Isafi (Problem mit einem Zehennagel) und Oskar Seiler (längerer Ausfall nach einer Zehenoperation) wird der Wiedereinstieg in die Saison noch dauern. Ob Kushtrim Dakaj am Sonntag spielen kann, ist wegen einer Zerrung noch fraglich. Dazu kommen mehrere angeschlagene Spieler. „Außerdem wissen wir nicht, wie die Illinger mit ihren Rasenplätzen umgehen“, sagt Krupop mit Blick auf das unbeständige Wetter. Falls gespielt wird, ist Anpfiff um 12.30 Uhr im Illinger Eichwaldpark.


