Fußball.Spiel des Tages:
0:12 gegen den TSV Enzweihingen, 0:9 gegen den TSV Phönix Lomersheim II und 1:13 gegen den SV Horrheim – wer den gestrigen Auftritt des TSV Hochdorf gesehen hat, mag kaum glauben, dass dieselbe Mannschaft noch zu Saisonbeginn derartige Ergebnisse eingefahren hat. „Da haben wir uns aber auch gerade erst als Team zusammengefunden“, sagt Hochdorfs Trainer Günay Akkus. Gestern gewann der TSV Hochdorf das Rückspiel gegen die Bezirksliga-Reserve des TSV Phönix mit 3:2 (1:1).
„Fußball ist da, um Spaß zu haben“, lautet das Credo von Akkus. „Und wir haben ziemlich schnell gesehen, dass der Gegner heute nicht seinen besten Tag hat.“ Schon nach zwei Minuten scheiterte Kerem Cetin nach Vorlage von Manuel Musco erst im Eins-gegen-eins mit Gästekeeper Louis Helfert. Sehnswert war der Freistoß, den Kevin Cianci in der 15. Minute trat. Der Ball lag fünf Meter vor der Strafraumgrenze. Cianci schoss ihn an den rechten Torpfosten, von wo aus er zur 1:0-Führung der Gastgeber ins Gehäuse prallte. Nach einem Abstimmungsproblem in der Lomersheimer Mannschaft gelangte Mario Stifani an den Ball. Helfert stand relativ weit vor seinem Tor, doch Stifani schloss etwas übermotiviert ab – der Ball ging deutlich übers Tor (25. Minute). Deutlich knapper über die Querlatte strich Muscos Schuss aus zweiter Reihe nur zwei Minuten später. Eine Willensleistung zeigte Cianci in der 28. Minute, als er von der Mittellinie einem weit geratenen Schuss hinterher sprintete, ihn an der Seitenlinie ins Feld zurücklenkte und dem Ball erneut nachsetzte. Letztlich war er nur einen Schritt zu spät, um das Leder an der Torauslinie nochmals im Spiel zu halten.
Während der Gastgeber, Tabellenplatz elf, munter aufspielte, machte sich beim Sechsten aus Lomersheim Unruhe breit. Gästetrainer Bernd Common herrschte sein Team darum mit einem unüberhörbaren „Ruhe da drinnen!“ an, während Akkus dagegen an rief: „Hochdorf, 15 Minuten noch, volle Konzentration!“ Schon da drohte den Gastgebern die Kontrolle über die Partie zu entgleiten. Zwar machten sie das Spiel immer noch breit und nutzten den Platz buchstäblich von Seitenlinie zu Seitenlinie, doch sie agierten nicht mehr so zwingend wie zuvor. Sechs Minuten vor der Halbzeitpause stöhnte Andrea Garofano: „Boah, ich hab keine Luft mehr.“ Mit dem nächsten Lomersheimer Angriff war es soweit. Durch zwei Einwürfe arbeiteten sich die Gäste nach vorne, eine erste Hereingabe in den Strafraum wurde noch abgewehrt. Doch es war keine endgültige Klärung, der Ball kam wieder vors Tor. Dort war Sven Lernhardt zur Stelle und schoss über Hochdorfs Schlussmann Maik Miehlke zum 1:1-Ausgleich ein (43.).
In der Pause machte Common den Lomersheimern klar: „Das ist nicht mehr die Mannschaft, die wir in der Hinrunde mit 9:0 abgezogen haben.“ Doch nach dem Seitenwechsel blieben beide Teams längere Zeit ohne nennenswerte Chance. Sie spielten sich zwar bis zum jeweiligen Strafraum durch, der Abschluss blieb aber hüben wie drüben harmlos. Brandgefährlich wurde es dagegen vor Miehlkes Tor in der 68. Minute, bis sich die Offensivabteilung der Gäste selbst um den möglichen Erfolg brachte. Drei, vier Mal wurde quergelegt und abgespielt, bis Schiedsrichter Dieter Seeger schließlich Abseits pfiff. Den passenden Kommentar gab Gästekeeper Helfert ab: „Scheiß-Querspielerei!“
Im Gegenzug kam es zu einem Freistoß für Hochdorf. Gut 25 Meter vor dem Gästetor diskutierten Cianci und Serhat Ismet Karasan angeregt über die Ausführung. Schließlich lief Cianci an – der Ball flog im hohen Bogen über den Ballfangzaun, der seinerseits das Tor um mehrere Meter überragte. Beim nächsten Freistoß beklagte sich Karasan, dass ihm die Mauer immer näher komme. „Du legst den Ball auch immer weiter vor“, schallte es zurück. Der Schuss geriet flach und kräftig, schien aber doch leichte Beute für Helfert zu werden. Doch der verschätzte sich, das Leder rutschte ihm zwischen den Beinen durch – 2:1 für Hochdorf (77.). Fünf Minuten später schien die Partie entschieden zu sein. Mit einem Sonntagsschuss aus vollem Lauf – 30 Meter vor dem Tor zog er ab – ließ Stifani das Leder direkt unter der Querlatte einschlagen. Obwohl Helfert hochsprang, gelang ihm nicht, dem Ball die entscheidende Richtungsänderung zu geben.
Auf der anderen Seite zeigte sich Miehlke souveräner, als er einen Schuss von Christopher Köppl abfing (83.). Spannend wurde es aber nochmal, als nach einem langen Freistoß David Kirschbaum am langen Pfosten unbedrängt an den Ball kam und zum 2:3 einköpfte (89.). Aus dem erhofften Ausgleich wurde aber nichts mehr, und mit Abpfiff ließen sich reihenweise Lomersheimer Spieler auf den Rasen fallen. Akkus dagegen ist stolz auf sein Team: „Diese Mannschaft hat noch Potenzial. Aber sie brauch auch noch Zeit.“
TSV Hochdorf: Maik Miehlke – Michele Luca Garofano, Mert Yildiz (83. Giuseppe Ancona), Kerem Cetin, Kevin Cianci, Andrea Garofano (57. Emre Cetin), Mario Stifani, Francesco Basile, Manuel Musco, Serhat Ismet Karasan, Antigon Muja. TSV Phönix Lomersheim II: Louis Helfert – Christopher Köppl, Nils Schäfer, David Kirschbaum, Sven Lernhardt, Valerio Di Vita (59. Angelo Di Vita), Marco Schleeh (46. Mika Scheible), Daniel Jimenez Cano (46. Sivathiban Sivaoganathan), Philip Hofmann, Philipp Jakovleski, Raphael Fegert. Tore: 1:0 Kevin Cianci (15.), 1:1 Sven Lernhardt (43.), 2:1 Serhat Ismet Karasan (77.), 3:1 Mario Stifani (82.), 3:2 David Kirschbaum (89.). Spieler des Tages: Kevin Cianci und Mario Stifani (beide TSV Hochdorf), David Kirschbaum (TSV Phönix Lomersheim II). Schiedsrichter: Dieter Seeger (SpVgg Berneck/Zwerenberg). Zuschauer: 55.

