SportFußball

Münchingen verzichtet

Nach Herzstillstand kein neues Spiel

(red). Jeder, der am 26. September auf dem Sportplatz des Fußball-Landesligisten SKV Rutesheim war, wird die Bilder wahrscheinlich nie vergessen. In der 81. Minute beim Stand von 3:1 für die Heimmannschaft schlug Münchingens Fabio Ancona einen Freistoß in den Rutesheimer Strafraum und brach zusammen. Die Diagnose: Herzstillstand. Sofort leisteten Rutesheims Physiotherapeutin Beatrice Störzinger, ihre Mutter, eine Krankenschwester, und Münchingens Spieler Michael Koch Erste Hilfe. Ein Defibrillator kam zum Einsatz, den die Münchinger immer im Gepäck haben, weil Ancona schon einmal vor vier Jahren in Löchgau zusammengebrochen war und wegen Herzrhythmusstörungen behandelt wurde. Der Norarzt versorgte Ancona später. Dann wurde der 21-Jährige in die Klinik Bietigheim abtransportiert. Das Spiel wurde nicht wieder angepfiffen.

Die gute Nachricht: Ancona durfte bereits einen Tag darauf das Krankenhaus wieder verlassen und ist wohlauf. Doch zwischen beiden Vereinen kochten die Wogen hoch, nachdem Staffelleiter Hansjörg Arnold die Partie neu angesetzt hatte. Als der SKV-Vorsitzende Volker Epple bei Münchingens Abteilungsleiter Hans-Peter Kurz anrief, um sich zu erkundigen, wie der TSV mit der Neuansetzung verfahren wollte, ergab ein Wort das andere. Epple wollte herausgehört haben, dass die Münchinger die Begegnung erneut spielen wollten. Kurz warf dem Rutesheimer vor, ihn unter Druck gesetzt zu haben. Nun hat der TSV Münchingen offiziell verzichtet. „Wir erklären uns mit einer Wertung von 0:3 einverstanden“, schreibt Michael Heck, der stellvertretende Abteilungsleiter, in einer Erklärung. „Begründung: Zum Zeitpunkt des Spielabbruchs war Rutesheim sportlich gesehen in Front. Die Rutesheimer haben nach dem Herzstillstand unseres Spielers sofort Erste Hilfe geleistet, und es wurde von deren Seite auch einem Spielabbruch zugestimmt.“

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