Fußball. Zum zweiten Mal in Folge müssen sich die Verantwortlichen des Fußball-A-Ligisten SV Illingen im Frühjahr und Frühsommer auf die Suche nach einem neuen Trainer machen. Achim Lehmann betreut den SVI nur bis zum Saisonende. „Das war von Anfang an so abgesprochen“, berichtet der scheidende Übungsleiter. „Ich habe dem SV Illingen nur aus einer Notsituation geholfen.“ Denn als Lehmanns Vorgänger Sedat Yilmaz im Februar des vergangenen Jahres mitten im zweiten Corona-Lockdown seinen Posten beim Team aus dem Eichwaldpark zur Verfügung stellte, sahen es die SVI-Verantwortlichen als problematisch an, einen neuen Trainer zu finden. Die meisten Coaches standen noch bei ihren Vereinen unter Vertrag, nachdem die Saison 2020/2021 nach nur acht Spieltagen abgebrochen worden war. „Ich stand bei einem Spiel wie üblich auf dem sogenannten Expertenhügel. Dort wurde ich angesprochen. Ich wollte den Job eigentlich nicht übernehmen. Ich war ja auch schon zwei Jahre raus aus dem Business. Aber wenn der Heimatverein ruft, kann man nicht Nein sagen“, berichtet Lehmann.
Gerade deshalb gilt auch der Dank von Philipp Schaefer dem Trainer. „Achim kam als Hilfe oder Feuerwehrmann. Als wir ihn ins Boot geholt hatten, hatte er schon eine zweijährige Pause hinter sich. In der Zeit hatte er sich schon daran gewöhnt, ruhigere Zeiten und nicht die Verpflichtung zu haben, drei Mal in der Woche trotz Schichtarbeit auf dem Platz zu stehen. Deshalb war seine Entscheidung, nicht weiterzumachen, im Prinzip nicht überraschend“, berichtet der SVI-Spielleiter. „Man hat aber immer im Hinterkopf, dass der Trainer, den man auch als Feuerwehrmann geholt hat, wieder Gefallen an dem Job findet und so motiviert ist, dass er trotzdem weitermacht. Deshalb hatten wir auch nicht eine Lösung B parat, die wir einfach aus dem Hut ziehen konnten.“
Doch ein weiteres Jahr dranzuhängen, war letztlich keine Option für Lehmann. „Es gibt Sachen, mit denen ich nicht mehr zurechtkomme. Deshalb habe ich für mich beschlossen, dass Fußball und ich nicht mehr zusammenpassen“, erklärt der Übungsleiter. Vor allem die Einstellung, wie manche Spieler ihr Hobby Fußball handhaben, ist dem Illinger sauer aufgestoßen.
Doch so sehr Schaefer die Gründe von Lehmann, warum er nach der Saison wieder aufhört, auch nachvollziehen kann, „nachhaltig ist es nicht gerade“, sagt der Spielleiter. „Und es ist zeitintensiv, einen neuen Trainer zu suchen. Man muss sich mit den Kandidaten treffen und jedem die Philosophie des SVI erklären. Zudem gibt es keine Planungssicherheit für die Spieler.“
Erschwert wird die Suche in diesem Jahr dadurch, dass die Illinger zweigleisig planen müssen, da der SVI noch um den Klassenerhalt kämpft. „Es wird ein Stück weit einen Neuanfang bei uns im Sommer geben. Einige der etablierten Spieler, die schon weiter weg wohnen, werden sich die Fahrerei nicht mehr geben“, erklärt Schaefer. „Deshalb muss der neue Trainer erst mal ein Team aufbauen und eine Hierarchie etablieren. Dazu muss er mit jungen Spielern arbeiten.“ Und er muss sowohl Abstiegskampf als auch Titelrennen können. „Wenn man diese Saison sieht, werden wir auch nächstes Jahr unten rumspielen. Misserfolge dürfen ihn nicht aus der Bahn werfen. Er muss damit umgehen und die Spieler jede Woche aufs neue motivieren können. Gegen den Abstieg zu spielen ist mental ziemlich herausfordernd und anstrengend“, berichtet der Spielleiter. „Im Fall des Abstiegs muss er in der B-Klasse dann aber auch den Kampf um den Titel annehmen.“
Idealerweise findet Schaefer einen Lehmann-Nachfolger im Dunstkreis des SVI. „Wenn ich eine gute intene Lösung finde, ziehe ich die vor“, erklärt der Spielleiter. „Wir suchen aktuell aber vor allem extern. Denn ein unbelasteter Trainer kann die Situation bei uns vielleicht objektiver beurteilen als jemand, der schon Spieler kennt.“
Eine Entscheidung soll bis Ende April fallen. „Wir haben uns zwar keine Deadline gesetzt. Aber die jungen Spieler, die sich gerade als neue Führungsriege etablieren, wollen wissen, unter wem sie in der neuen Saison spielen werden“, berichtet Schaefer.

