Fussball. Noch hat der Endspurt in den Fußball-Kreisligen nicht begonnen, doch für viele Vereine stehen jetzt die Wochen an, in denen die Weichen gestellt werden. Bleibt der TSV Ensingen in der Kreisliga B 6 das Maß der Dinge oder kann der SV Horrheim im direkten Vergleich am Sonntag Boden gut machen? Rutscht der SV Iptingen in der Kreisliga A 3 vollends in den Abstiegsstrudel, nachdem er gegen den direkten Konkurrenten TSV Enzweihingen verloren hat? Der Mannschaft von Trainer Ulrich Huber stehen in den nächsten Wochen schwere Aufgaben bevor.
Kreisliga A 3
Was der SV Iptingen bis Anfang Mai zu leisten hat, lässt sich bei einem kurzen Blick auf den Spielplan erkennen. Drei der vier Gegner zählen zur Crème de la Crème in der Kreisliga A 3. An diesem Sonntag gastiert der Fünfte VfR Sersheim auf dem Zwergberg, am 30. April ist es der Dritte SpVgg Besigheim und am 7. Mai muss der SVI zum Tabellenzweiten SGM Riexingen. „Es ist schon Anfang der Rückrunde nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt haben“, sagt Übungsleiter Huber über die Tatsache, dass sein Team mittlerweile auf den Abstiegsrelegationsplatz gerutscht ist. „Dabei ist es gar nicht so, dass wir permanent Ausfälle von Spielern hätten. Es ist eine Kopfsache.“ Darum habe es auch am Mittwoch eine Sitzung gegeben, in der man sich über die unbefriedigende Situation ausgesprochen habe, berichtet Huber. „Jetzt brauche wir genau das, was Iptingen über die Jahre ausgezeichnet hat: Kampfkraft. Es liegt an uns allen, aus dem Sumpf wieder herauszukommen.“
So gesehen komme das Spiel gegen den VfR Sersheim am Sonntag gerade recht, ist Huber überzeugt. „Wir haben gegen Sersheim nichts zu verlieren“, sagt er. „Unsere Gäste spielen oben mit, im Hinspiel haben wir mit 1:5 was auf die Kappe bekommen. Aber daheim sind wir recht stark. Der SV Iptingen lebt von Kameradschaft und Zusammenhalt. Das müssen wir in den nächsten Spielen zeigen.“ Im heutigen Abschlusstraining will Huber sein Team „nochmal einschwören“, kündigt er an. Dann sei die Zeit für eine Trendwende gekommen. Umso schmerzlicher wiege der Ausfall von Matthias Knapp. „Er hat sich gegen Germania Bietigheim II vor zwei Wochen das Nasenbein gebrochen“, sagt Huber. „Das ist für uns ein schwerer Verlust. Bis er wieder mitspielen kann, dauert es noch einige Wochen, vielleicht sogar die ganze Rückrunde.“
Die Partie auf dem Zwergberg beginnt ebenso um 15 Uhr wie die meisten anderen Spiele der A 3 an diesem Sonntag. Der SV Illingen empfängt Schlusslicht FC Mezopotamya Bietigheim, der TSV Häfnerhaslach den TSV Kleinglattbach, die SGM Roßwag/Mühlhausen die SGM Riexingen und die SGM Hohenhaslach/Freudental die SGM Sachsenheim zum Stadtderby. Als einzige Partie am Samstag um 19 Uhr ist das Duell des neuen Tabellenführers TASV Hessigheim mit dem TSV Enzweihingen.
Kreisligen B
In der Kreisliga B 6 sind alle Augen auf das Topspiel zwischen dem SV Horrheim und dem TSV Ensingen gerichtet, das am Sonntag um 15 Uhr angepfiffen wird. Beide Teams haben jeweils erst ein Mal verloren in der laufenden Saison. Allerdings hat der TSV Ensingen bereits 18 Spiele absolviert und 51 Punkte auf dem Konto, der SVH folgt mit 45 Punkten aus 16 Spielen auf Rang drei. Dazwischen liegt noch der VfB Vaihingen (45 Punkte aus 18 Spielen), als Vierter folgt die SGM Riexingen II (45 Punkte aus 19 Spielen).
„Wir haben die letzten drei Mal gegen Ensingen verloren“, berichtet der Horrheimer Trainer Sergej Hilgenberg von Wunden, die ihn und sein Team schmerzen. Vor einem Jahr verspielte der SVH durch zwei Niederlagen gegen Ensingen den greifbar nahen Aufstieg, in der jetzigen Saison kassierte Horrheim die bislang einzige Niederlage im Hinspiel beim TSV Ensingen. „Das 0:1 hat weh getan“, bekennt Hilgenberg. „Vor allem, weil es unser bestes Spiel gegen Ensingen seit langem war. Dann haben wir ein Gegentor nach einem Standard bekommen. Das kann immer mal passieren, aber wir haben ein paar Hundertprozentige vergeben.“ Angesichts der aktuellen Situation schiebt Hilgenberg die Favoritenrolle den Gästen zu. „Früher ist Ensingen ungern zu uns gekommen, weil wir immer gewonnen haben. In den vergangenen Spielen war es anders. Außerdem haben die Ensinger die um einiges bessere Tordifferenz“, sagt der Übungsleiter. „Früher waren wir die Gejagten, jetzt sind wir die Jäger. Aber Ensingen ist unser Kryptonit.“ Doch der SVH-Trainer sieht auch Vorteile bei seiner eigenen Mannschaft. „Der breite Kader war auch ausschlaggebend für den Sieg gegen Vaihingen“, sagt er. Dazu komme die Horrheimer Heimstärke. „Außerdem spielt unser Kapitän Emil Arnold wieder mit und ist nicht zu bremsen“, sagt Hilgenberg. „Das ist enorm wichtig für uns.“ Am wichtigsten sei jedoch, nachdem zuletzt immer wieder individuelle Fehler den Ausschlag gegeben haben, das persönliche Gespräch. „Das ist für mich der Hauptbestandteil beim Training“, sagt Hilgenberg. „Das war am Dienstag so und auch am Donnerstag im Abschlusstraining.“
Das Lokalderby auf der Platte zwischen dem TSV Wiernsheim und dem TSV Großglattbach steigt bereits am Samstag um 15 Uhr. Die A-Liga-Reserve der SGM Hohenhaslach/Freudental spielt auf dem Hohenhaslacher Kunstrasen am Sonntag um 13 Uhr gegen den VfL Gemmrigheim.
Um 15 Uhr folgt die Partie des FC Gündelbach gegen den FC Mezopotamya Bietigheim II. Seitens der Gastgeber sieht Christian Staiber den Drittletzten – Schlusslicht ist weiterhin Gündelbach – als passenden Gegner, um endlich mal einen Sieg einzufahren. Gündelbachs Co-Trainer Richard Hartmann ergänzt: „Am Sonntag in Gemmrigheim war unsere Abwehr bockstark.“ Darauf lasse sich aufbauen. Mit dem VfB Vaihingen und der SGM Riexingen II haben gleich zwei der Topteams am Sonntag spielfrei.
In der Kreisliga B 5 hat der SV Riet eine schwere Aufgabe vor sich. Im Strudelbachtal empfängt die Elf von Trainer Jürgen Heidt den TSV Münchingen II, der als Vierter zum Verfolger-Quartett von Spitzenreiter SV Leonberg/Eltingen II gehört. Auch diese Partie beginnt am Sonntag um 15 Uhr.

