In der vergangenen Saison ist der TSV Kleinglattbach in der Fußball-Kreisliga A 3 so etwas wie die Schießbude der Fußball-Kreisliga A 3 gewesen. Nur zwei Teams kassierten mehr Gegentore. In dieser Saison steht er defensiv wieder stabiler. Das Geheimnis des Erfolgs? „Wir versuchen, den Spaß am Spielen zu vermitteln“, sagt Wilke Stolz.
Die Saison 2013/2014 wurde beinahe negativ gekrönt: Um Haaresbreite wäre der TSV Kleinglattbach aus der Fußball-Kreisliga A 3 abgestiegen. Schon vor Ende der Runde wurde der erste Schnitt gemacht. Trainer Achim Lehmann musste seinen Hut nehmen. In der Sommerpause zogen noch einige Leistungsträger Konsequenzen. Jerome Fink verabschiedete sich in Richtung VfR Sersheim und Fabio Conato zum SC Hohenhaslach. Zudem zog es Alexander Stierl zum Studium nach Ulm. Zugänge gab es dagegen so gut wie keine. Eigentlich keine Voraussetzungen, um in dieser Saison wieder durchzustarten. Doch genau das Gegenteil ist in Kleinglattbach der Fall. Mit der Verpflichtung von Uwe Schweizer und seinem Assistenten Wilke Stolz scheint den TSV-Verantwortlichen ein wahrer Glücksgriff gelungen zu sein. „Ich kenne Uwe schon seit rund 30 Jahren, als wir zusammen in Unterriexingen in der Bezirksliga aktiv waren. Er hat noch nicht viele Mannschaften trainiert. Aber man merkt, dass er es kann. Er hat ja auch die A-Lizenz“, lobt Co-Trainer Wilke Stolz seinem Chef. „Und man merkt, wie die Spieler es annehmen, was er in den Einheiten vermittelt.“
Dabei lag das Hauptaugenmerk nach 62 Gegentoren in der Vorsaison in dieser Runde erst einmal auf der Defensive. „Alleine mit einem guten Sturm gewinnt man keine Spiele. Man muss hinten sicher stehen, damit man auch mal bei einem 0:0 einen Punkt holt oder mal ein Spiel mit 1:0 gewinnt“, erklärt Stolz. Vor allem wenn einem auch gleich noch der beste Stürmer ausfällt. Thomas Prieger zog sich im ersten Saisonspiel gegen den VfR Sersheim Bänderrisse am Schlüsselbein zu, die mit einer Metallplatte gerichtet werden mussten.
Kritiker werfen den Kleinglattbachern allerdings vor, dass sie zu defensiv aufgestellt werden. „Wir arbeiten erst seit sieben oder acht Wochen mit der Mannschaft. Wir haben zwar einen Plan. Aber wir sind erst den ersten Schritt gegangen“, sagt Stolz. Das Problem dabei: Die Kleinglattbacher sind in dieser Saison noch nie zweimal hintereinander mit der gleichen Elf aufgelaufen. „Wir waren von Beginn an gezwungen, ständig an der Aufstellung zu basteln“, berichtet der Co-Trainer. Gegen Illingen fehlte Marc Hahn, gegen Bönnigheim Towart Tobias Linder. Marino Tricarico spielte erst zweimal in dieser Saison. Und am Sonntag (15 Uhr) beim SKV Erligheim werden Schweizer und Stolz auf Innenverteidiger Michael Engelhardt und Florian Rother aus dem defensiven Mittelfeld (beide im Urlaub) verzichten müssen. Stolz: „Ich hoffe, dass endlich einmal alle gesund sind und dass der gesamte Kader, der wirklich nicht groß ist, mal über drei bis vier Wochen konstant zusammen trainieren kann.“
Von den Personalproblemen der Kleinglattbacher sind die Nussdorfer weit entfernt. Der TSV ist zurzeit das Maß der Dinge in der A 3. Dementsprechend geht Stolz auch von einem souveränen Heimerfolf gegen den TASV Hessigheim aus: „Alles andere als ein Sieg für Nussdorf wäre eine Überraschung“, sagt er. Ebenfalls einen klaren Sieger wird es für ihn bei der Partie des TSV Enzweihingen gegen den VfR Sersheim geben. Stolz: „Die Sersheimer werden aufgrund ihrer individuellen Stärke den Enzweihinger Riegel knacken.“ Schon etwas knapper könnte es seiner Meinung nach auf dem Zwergberg bei der Partie SV Iptingen gegen SV Illingen zugehen. „Die Illinger sind unter Zugzwang. Sie dürfen sich keine weitere Niederlage erlauben. Und auch wenn die Iptinger heimstark sind, die Illinger gewinnen“, erklärt Stolz.
Einen ganz knappen Ausgang erwartet der Kleinglattbacher Assistenztrainer dagegen bei den Partien SV Horrheim gegen TSV Bönnigheim (Stolz: „Bönnigheim ist ein aggressives Team. Ich kann mir aber vorstellen, dass sich die Horrheimer knapp durchsetzen werden, wenn sie die Bönnigheimer Offensive unter Kontrolle bringen.“), SpVgg Besigheim gegen VfL Gemmrigheim (Stolz: „Besigheim ist auf dem Kunstrasen eine Macht. Deshalb sehe ich leichte Vorteile für die SpVgg.“) sowie im Stadtderby FSV 08 Bissingen II gegen SpVgg Bissingen (Stolz: „Das wird ein enges hitziges Spiel. Ich tippe auf ein Unentschieden.“).
Alle Spiele werden an diesem Sonntag um 15 Uhr angepfiffen.

