Mindestens sechs Punkte hätten es aus den vergangenen drei Spielen gegen Erligheim, Horrheim und Sersheim werden sollen. Doch nur drei hat der TSV Enzweihingen in der Fußball-Kreisliga A 3 geholt. Mit nur sechs Punkten steht er auf dem Abstiegsrelegationsplatz. Dennoch sagt Hans-Ulrich Rähmer: „Wir haben uns akklimatisiert.“
Als Aufsteiger hat man es in der höheren Klasse in der Regel nicht leicht. So geht es auch dem TSV Enzweihingen, nachdem er im Sommer über die Relegation den Sprung in die Fußball-Kreisliga A 3 geschafft hat. Doch Trainer Hans-Ulrich Rähmer bereitet nicht das bisherige Auftreten seiner Mannschaft „schlaflose Nächte“. Vielmehr regt er sich immer noch über die vergangenen beiden Spiele auf. „Da wurden uns Knüppel zwischen die Beine geworfen. Das hat mit Fairplay nichts mehr zu tun“, echauffiert sich der Übungsleiter. Beim Nachholspiel beim SV Horrheim sei es zu Jagdszenen gekommen. Die Horrheimer seien zwar nicht unfair eingestiegen, hätten aber immer nur den Mann attackiert. „Und irgendwann muss ich als Schiedsrichter auch die reine Anzahl an Fouls nehmen und mal eine Karte verteilen. Dann überlegt es sich der Spieler das nächste Mal nämlich, ob er so reingeht“, erklärt Rähmer. Und gegen den VfR Sersheim seien die Enzweihinger nur auf die Verliererstraße gekommen, weil der Schiedsrichter das Spiel nicht unterbunden habe, nachdem Torwart Patrick Buck nach einem Schlag an den Kopf regungslos liegen geblieben war. Die Sersheimer zeigten sich kurz irritiert, nutzten die Situation aber aus und erzielten das 2:1. „Ich bin seit 45 Jahren im Fußball aktiv. Aber das ich so etwas einmal erleben muss... Wenn der Torwart nicht mehr weiterspielen kann, wird ein Spiel unterbrochen“, regt sich Rähmer auf.
Nichtsdestotrotz wird der Enzweihinger Trainer an seiner Philosophie festhalten. Der TSV wird auch weiterhin eine Mannschaft sein, die „fast körperlos spielt“, erklärt Rähmer und fährt fort: „Ich bin kein Fan davon, nur auf den Körper zu gehen. Das ist nicht mein Spiel. Schon damals nicht, als ich selbst gespielt habe. Und schließlich haben wir recht gute Fußballer in unserer Mannschaft. Wenn man uns ein bisschen Freiraum lässt und nicht jeder uns immer auf die Socken haut, dann können wir mit jedem Gegner in der A 3 mithalten.“
Ob es den Enzweihingern gelingt, bereits an diesem Sonntag (15 Uhr) beim SV Illingen nach zwei Niederlagen in Folge in die Erfolgsspur zurückzukehren, daran mag noch nicht einmal der Trainer denken. „Die Illinger haben einen Haufen, gute junge Spieler. Das wird eine ganz schwierige Aufgabe. Aber vielleicht hat der SVI einen schlechten Tag. Wir haben schnelle Stürmer und können vielleicht kontern“, erklärt Rähmer. „Aber wenn wir gegen Illingen punkten, dass ist das eine Zugabe. Das ist nicht das Niveau, mit dem wir uns als Aufsteiger messen müssen. Wir haben andere Ziele als Mannschaften wie Illingen, Nussdorf oder Gemmrigheim.“
Auch beim Blick auf die anderen Partien hat der Enzweihinger Übungsleiter immer das Wohl seiner Elf im Blick. Deshalb tippt er bei der Partie TASV Hessigheim gegen SV Iptingen auf ein Unentschieden. Rähmer: „Das wäre mir prinzipiell am liebsten. Von mir aus dürfen auch die Iptinger gewinnen.“ Bei der Begegnung TSV Bönnigheim gegen FSV 08 Bissingen II erwartet er einen Auswärtssieg. „Mit ist lieber, wenn die Bissinger weiter oben mitspielen als die Bönnigheimer. Außerdem denke ich, die Bissinger haben mehr Potenzial“, berichtet der Trainer.
Ebenfalls schwer fällt es ihm, das Spiel SpVgg Bissingen gegen SpVgg Besigheim vorauszusagen. Rähmer: „Das sind beides Kunstrasenspezialisten. Ich tippe auf einen Heimsieg wegen des Heimvorteils.“ Dagegen werde sich der VfR Sersheim klar gegen den SKV Erligheim durchsetzen. „Da brauchen wir gar nicht zu schwätzen. Die Erligheimer haben bei uns so schlecht gespielt“, sagt der Enzweihinger Trainer. Auch dass der TSV Kleinglattbach unentschieden gegen den SV Horrheim spielt, ist ihm schnell klar. Rähmer: „Wenn der SVH so wie gegen uns spielt, wird es für die Kleinglattbacher schwer, Fußball zu spielen und sich Torchancen zu erarbeiten.“ Außerdem traut er dem TSV Nussdorf mindestens einen Punkt beim VfL Gemmrigheim zu. „Beide Mannschaften haben jeweils einen guten Sturm. Wenn die Nussdorfer aber clever sind, nehmen sie einen Punkt mit“, sagt Rähmer.
Alle Spiele werden am Sonntag um 15 Uhr angepfiffen.

