Fußball.Spiel des Tages:
Der TSV Ensingen hat mit einem 6:2 (3:0)-Sieg gegen den TSV Großglattbach die Tabellenführung in der Fußball-Kreisliga B 6 übernommen. Davon, ein richtiges Ausrufezeichen gesetzt zu haben, will Siegfried Blum allerdings nichts wissen. „Das war ein Riesenschritt in die richtige Richtung“, erklärt der Ensinger Trainer. „Allerdings war es ein glücklicher Sieg. In der Halbzeitpause stand ich da und wusste eigentlich nicht, warum wir mit 3:0 führen.“ Und sein Gegenüber, Daniel Fuchs, ergänzt: „Das Ergebnis hört sich krass an, das Spiel war es aber nicht. Die Ensinger waren cleverer, heute allerdings nicht vier Tore besser als wir. Ich kann dem Team eigentlich keinen Vorwurf machen.“
Die Anfangsphase war ausgeglichen. Die besseren Chancen hatten zunächst aber die Ensinger. Doch ein Schuss Kevin strich knapp am Pfosten vorbei (10. Minute). Und ein Freistoß von Tobias Häfner ging Zentimeter über die Latte (15.). In der 27. Minute hatte dann jedoch Marvin Prohaska sogar zwei Mal die Führung für die Großglattbacher auf dem Fuß. Nachdem die Gäste schnell über drei Stationen das Mittelfeld überbrückt hatten, zog der Stürmer von der Strafraumgrenze ab. Lukas Lohfink im Kasten der Ensinger lenkte den Ball aber gerade noch über die Latte. Und bei der anschließenden Ecke setzte sich Prohaska im Rücken der Abwehr ab. Seine Volleyabnahme landete aber Zentimeter neben dem Tor. „Wir hätten in der Anfangsphase auch einen Treffer verdient gehabt“, sagt Fuchs, bemängelt aber: „Das größte Problem war, dass wir kaum zu Abschlüssen gekommen sind.“
Erster grober Fehler der Großglattbacher im Spiel führt direkt zum Gegentor
Mit dem ersten groben Schnitzer nahm das Unheil der Großglattbacher dann seinen Lauf. Einen Ballverlust an der Mittellinie leitete Steffen Roßmann direkt in den Lauf des erst drei Minuten vorher eingewechselten Tobias Urbani weiter, der Gästetorwart Nathanael Wenzler keine Chance ließ – 1:0 (34.). Nur fünf Minuten später segelte ein Freistoß von Häfner aus dem Halbfeld in den Großglattbacher Strafraum. Matteo Kazenmaier, der statt außen in der Kette im Zentrum ran musste, stieg zum Klären hoch, verlängerte den Ball mit dem Kopf aber unhaltbar für Wenzler zum 0:2 (39.).
Und wiederum nur fünf Minuten später erhöhte Max Lohfink sogar auf 3:0 (44.). Nach einem Einwurf von Markus Lotter wurde Tobias Urbani am Elfmeterpunkt sträflich alleine gelassen. Der legte zurück auf Max Lohfink, der von der Strafraumgrenze abzog. Wenzler war zwar noch mit den Fingerspitzen am Ball, konnte den Einschlag aber nicht verhindern.
„Das war ein Riesenschritt in die richtige Richtung.“
Siegfried Blum, Trainer des TSV Ensingen, über die Bedeutung des Siegs im Meisterschaftsrennen
In der Pause war Blum dennoch ziemlich ungehalten und monierte, dass seine Spieler viel zu weit von den Großglattbachern in Hälfte eins weg gewesen seien. „Man darf nicht immer nur das Ergebnis feiern. Man muss auch die Leistung beurteilen. Und die war einfach schlecht“, erklärt der Übungsleiter. Umso mehr freute es ihn, wie seine Mannschaft aus der Pause kam. „Die Art und Weise, wie wir nach dem Seitenwechsel die Tore gemacht haben, war beeindruckend. Da haben wir mit Zug unsere Mitspieler freigespielt“, lobt Blum.
Das 4:0 erzielte erneut Max Lohfink. Nach einer Ecke von Häfner köpfte der Mittelfeldspieler den Ball am kurzen Pfosten in den Winkel (54.). Und direkt aus dem Anspiel der Großglattbacher heraus erkämpften sich die Ensinger erneut den Ball. Roßmann legte noch einmal quer, und auch Tobias Urbani traf nicht einmal 60 Sekunden später zum zweiten Mal – 5:0 (54.).
Mit dem hohen Rückstand als Rucksack im Kreuz begannen die Großglattbacher aber wieder, richtig Fußball zu spielen. Zwar taten sie sich phasenweise schwer, weil die Ensinger mit bis zu sechs Mann am gegnerischen Strafraum das Gegenpressing aufzogen. Doch hatten sich die Gäste befreit, ließen sie Ball und Gegner laufen. „Die Großglattbacher sind stabil. Trotz des hohen Rückstands haben sie Moral bewiesen, ohne ihr System zu verlassen“, zollt auch Blum dem Gegner von der Platte Respekt. Nach einem Diagonalball von Prohaska auf Heiko Neu war der Weg bis zur Torauslinie frei, von wo der Mittelfeldspieler den Ball vors Tor brachte. Dort beförderte Jonathan Gayer die Kugel halb mit dem Kopf, halb mit der Schulter zum 1:5 über die Linie (63.).
Erst Eigentor, dann Elfmeter verschuldet: Kazenmaier ist Unglücksrabe der Gäste
Zwar stellten die Ensinger noch mal den alten Fünf-Tore-Abstand her. Kazenmaier checkte im eigenen Strafraum Tobias Urbani um, so dass Schiedsrichter Ceylin Teyin keine Wahl blieb, als auf den Punkt zu zeigen. Den fälligen Elfmeter verwandelte Simon Fink ohne Probleme (70.). Doch nur acht Minuten später zog Roman Schäfer aus gut 25 Metern ab. Eigentlich kein besonders gefährlicher Schuss. Doch der Ball sprang genau vor Lukas Lohfink auf und veränderte die Flugbahn, so dass er über dem Ensinger Schlussmann einschlug (78.). Und nur zwei Minuten später hätte Rank sogar auf 3:6 verkürzen können. Doch sein Kopfball traf nur die Latte. Und bevor er zum zweiten Mal an den Ball kam, fischte ihm Lukas Lohfink das Leder vor der Nase weg (80.).
TSV Ensingen: Lukas Lohfink – David Carl, Jens Fischer (20. Simon Fink), Nico Kullmann, Markus Lotter, Kevin Steinl, Max Lohfink, Tobias Häfner (58. Florian Palesch), Dominik Urbani (46. Robin Carta), Steffen Roßmann, Paul Kopp (31. Tobias Urbani). TSV Großglattbach: Nathanael Wenzler – Philipp Rank, Matteo Kazenmaier, Andreas Geiger, Patrick Beisser, Heiko Neu, Markus King (65. Roman Schäfer), Jonathan Gayer, Jakob Nabrotzki, Julius Baiker (65. Tobias Baisch), Marvin Prohaska. Tore: 1:0 Tobias Urbani (34.), 2:0 Matteo Kazenmaier (39./Eigentor), 3:0 Max Lohfink (44.), 4:0 Max Lohfink (54.), 5:0 Tobias Urbani (54.), 5:1 Jonathan Gayer (63.), 6:1 Simon Fink (70./Foulelfmeter), 6:2 Roman Schäfer (78.). Spieler des Tages: Tobias Urbani, Max Lohfink (beide TSV Ensingen). Schiedsrichter: Olcay Teyin. Zuschauer: 200.

