Fußball.Von Michael Nachreiner
Auch unter Alexander Garcia, der erst im Spätsommer bei der SGM Roßwag/Großglattbach als Trainer angeheuert hat, ist die Spielgemeinschaft in der Frauenfußball-Bezirksliga klar auf Aufstiegskurs gewesen. Aus zwölf Partien holten die Roßwagerinnen und Großglattbacherinnen 29 Punkte und liegen damit nur zwei Zähler hinter Spitzenreiter SGM oppenweiler/Sulzbach II, der allerdings ein Spiel weniger absolviert hat, auf dem zweiten Platz. Dennoch ist die Zeit von Garcia als Trainer der SGM zum Jahreswechsel abgelaufen. „Die Mannschaft und der Trainer waren nicht mehr eine Einheit. Alexander war feachlich super. Er hat das Team immer perfekt motiviert und uns auch sportlich weitergebracht. Doch die ein oder andere Spielerin hat das nicht wirklich angenommen“, berichtet Jannik Ahner, der Abteilungsleiter Frauenfußball beim FV Roßwag. „Das haben wir schon eine Weile beobachtet. Nach mehreren Gesprächen mit Spielerinnen sind wir dann zu dem Entschluss gelangt, dass wir eine Veränderung brauchen.“
Nachfolger von Garcia als verantwortlicher Übungsleiter wird der bisherige Torwarttrainer Pierre Kerpe. „Ich musste privat noch das eine oder andere klären, weil es doch ein hoher Zeitaufwand ist. Aber im Prinzip haben die Verantwortlichen bei mir offene Türen eingerannt“, erklärt der 33-jährige Oberderdinger. „Ich hatte ja schon einen guten Einblick und einen guten Eindruck vom Team. Da steckt viel Potenzial drin. Wir können noch einiges ausreizen.“
Für Kerpe ist es die erste Station als verantwortlicher Trainer einer Fußballmannschaft. „Ich bin aber entspannt. Mit Anita Ahlbeck habe ich jemanden an der Seite, der mich unterstützt. Von ihr werde ich mir bestimmt den einen oder anderen Rat holen“, erklärt der 33-Jährige. „Bei den ersten Spielen an der Seitenlinie werde ich aber bestimmt aufgeregt sein.“
Angst macht ihm der Schritt zum verantwortlichen Trainer einer Mannschaft aber nicht. „Als aktiver Spieler habe ich auch schon einige wichtige Spiele bestritten“, berichtet Kerpe, der von der Jugend bis zuletzt im Karlsruher Raum – vor allem in Daxlanden und zuletzt beim Karlsruher SC II, wo er sich auch schon als Torwarttrainer eingebracht hat – als Torhüter aktiv war.
Deshalb ändert er an der Zielsetzung für die Saison nichts. „Wir wollen oben mitspielen, aber ein paar Tore mehr schießen. Defensiv sind wir ja schon gut gestanden. Selbstredend ist, dass wir uns verbessern und weiterentwickeln wollen“, erklärt Kerpe. „Aber ich will auch wieder eine positivere Grundstimmung im Team entwickeln.“ Letzteres ist auch der sportlichen Leitung der SGM um Ahner und Reinhold Schimpgen, sein Pendant auf Großglattbacher Seite, sehr wichtig. „Es geht darum, wieder ein Team zu werden, so dass die Mädels als Einheit auftreten. Dass also die Kameradschaft wieder mit in den Vordergrund gerückt wird“, erklärt Ahner. Dies ist auch mit Blick auf die neue Saison zu sehen, wenn einige Jugendspielerinnen altersbedingt zu den Erwachsenen wechseln. „Die Nachwuchsspielerinnen, aber auch auswärtige Fußballerinnen sollen sagen: Die SGM ist eine Adresse, wo es Spaß macht, Fußball zu spielen“, berichtet der FVR-Abteilungsleiter.
Sportlich wird die Messlatte von der Führung der Spielgemeinschaft dagegen nicht ganz so hoch gelegt. „Natürlich wäre es schön, wenn es mit dem Aufstieg klappt. Die Mädels träumen davon, in der Regionenliga zu spielen. Aber eine Pflichtaufgabe ist es nicht, mindestens den zweiten Tabellenplatz zu halten oder sogar Meister zu werden“, sagt Ahner. „Wenn der Spaß am Fußball wieder im Vordergrund steht, könnte sich der sportliche Erfolg ganz von alleine einstellen.“
Das Engagement Kerpes als verantwortlicher Trainer der SGM Roßwag/Großglattbach ist erst einmal auf die zweite Saisonhälfte beschränkt. „Dann werden wir Gespräche führen“, erklärt Ahner. Und Kerpe ergänzt: „Ich bin jetzt gerade mal seit einer Woche Trainer, habe aber noch keine Einheit geleitet. Was im Sommer passiert, darüber äußere ich mich jetzt noch nicht.“

