Fußball. „Im Halbfinale zu stehen ist eine geile Sache“, berichtet Siegfried Blum. Der Trainer zog mit seinem TSV Ensingen ebenso gestern Abend in die Vorschlussrunde im Fußball-Bezirkspokal ein wie Roman Kasiar mit der SGM Riexingen. Der B-Ligist Ensingen schlug die klassenhöhrere SpVgg Besigheim nach Elfmeterschießen. Die Riexinger setzten sich in Großbottwar durch.
Ensingen – Besigheim 6:5 n.E. (1:1/1:1)
Schon nach drei Minuten gingen die Ensinger in Führung. Nach einem langen Einwurf von Markus Lotter überlupfte Kevin Steinl vom Strafraumeck den Besigheimer Torwart Robin-Dean Mihojlovic zum 1:0. Das Tor gab den Gastgebern noch einmal Auftrieb. „Wir waren von Anfang gut im Spiel. Wir waren aggressiv und haben vor allem auch die Zweikämpfe angenommen“, berichtet Ensingens Trainer Siegfried Blum. Den Besigheimern gehörten zwar mehr Spielanteile. Zu Chancen kam der A-Ligist aber kaum. Lediglich in der 23. Minute kam mal ein Ball wirklich gefährlich in den Strafraum des TSV. Ein Freistoß von der Mittellinie wurde an der 16er-Grenze verlängert, und Marc Kaminski drückte den Ball aus sieben Metern über die Linie. Die Ensinger brachte das Gegentor allerdings nicht aus dem Konzept. „Wir hatten ja noch nichts verloren. Die Besigheimer mussten erst noch ein zweites Tor erzielen“, erklärt Blum. Einem zweiten Treffer waren in der ersten Halbzeit aber die Ensinger näher als die Gäste. „Wir hatten zwar deutlich weniger Spielanteile. Aber wenn wir was hatten, war es auch gefährlich“, berichtet Blum.
Nach dem Seitenwechsel blieb es dabei: Die Besigheimer hatten mehr vom Spiel. Torchancen waren jetzt aber auf beiden Seiten Mangelware. Zwar kam immer mal wieder ein Ball durch. Wirklich gefährlich wurde es aber weder vor Mihojlovic noch vor Ensingen Schlussmann Lukas Lohfink.
Damit musste die Entscheidung wieder im Elfmeterschießen fallen – und zum dritten Mal in dieser Saison behielten die Ensinger die Oberhand. „Das liegt einfach an unserem starken Torwart Lukas Lohfink. Er hält viele Elfmeter“, erklärt Blum. Auch gestern Abend. Nachdem die ersten fünf Schützen durch waren, parierte Lukas Lohfink einen Elfmeter eines Besigheimers zum vielumjubelten Halbfinaleinzug, nachdem Steinl die Ensinger mit 6:5 in Führung gebracht hatte. Zuvor hatten für die Gastgeber zunächst Jens Fischer, David Carl und Steffen Roßmann zum 4:3 getroffen, da auch die ersten beiden SpVgg-Schützen erfolgreich waren. Dann verschoss erst ein Besigheimer und dann auch Max Lohfink, bevor die Gäste den Ausgleich erzielten, Tobias Häfner für den TSV traf, und die SpVgg das Elfmeterschießen in die Verlängerung schickte.
Großbottwar – SGM Riexingen 1:4 (1:2)
„Ich hebe selten einzelne Spieler heraus. Aber Bastian Schaar hat es heute einfach verdient. Er war mit seinen zwei Treffern und vielen weiteren Chancen für uns die halbe Miete“, erklärt SGM-Trainer Roman Kasiar. Von Beginn hatten die Riexinger das Heft des Handelns in der Hand, haben Ball sowie Gegner laufen lassen und sich immer wieder über außen durchgespielt. So fiel auch das 1:0. „Eine schöne direkte Kombination über drei Stationen“ (Kasiar) schloss Schaar ab (10. Minute). Mit dem zweiten gefährlichen Ball in den Riexinger Strafraum kamen die Großbottwarer aber direkt zum Ausgleich. Maik Knittel „grätschte aber unseren herauseilenden Torwart Maurice Müllner samt Ball ins Tor“, ärgerte sich Kasiar, der seinen Schlussmann verletzt runternehmen musste (23.). Der Spielfreude der SGM tat es aber keinen Abbruch. Nur sieben Minuten nach dem Ausgleich traf Marc Tröger nach Vorarbeit von Schaar zum 2:1 (30.). Geschlagen geben wollten sich die Gastgeber aber nicht. „Sie haben uns ganz schön was abverlangt“, berichtet Kasiar. Die Riexinger haben sich vor dem gegnerischen Tor allerdings auch mal wieder schwer getan. „Wir haben viele Chancen liegen gelassen. Wir sind einfach nicht kaltschnäuzig genug“, bemängelt der SGM-Trainer. Erst ín der Schlussphase machten die Gäste den Deckel drauf. In der 67.. Minute erzielte Schaar das 3:1 nach einem Solo von der Mittellinie, obwohl „ er dauernd gehalten wurde“, sagt Kasiar. Und in der 88. Minute staubte Timo Schmid zum 4:1 ab, nachdem Alexandre Miranda zwei Mal an VfR-Torwart Bastian Göpfert gescheitert war.

