Fußball. „Ich persönlich habe auch etwas Angst, was noch passieren kann. Man sieht das Leid, das ist erschreckend. Und irgendwie betrifft es uns auch. Schließlich ist der Krieg in der Ukraine nicht so weit weg“, berichtet Anja Ackermann. Auch aus diesen Gründen hat Felix Wagner, der stellvertretende Vorsitzende des VfB Vaihingen, bei der Jugendwartin und den anderen Vorstandsmitgliedern des Fußball-B-Ligisten offene Türen eingerannt, als er den Vorschlag unterbreitete, durch Benefizspiele Geld für die Ukraine zu sammeln. Die Idee war Wagner im vergangenen Jahr gekommen, als nach der Flukatastrophe im Ahrtal ebenfalls durch Benefizspiele Geld für die Opfer gesammelt wurde. „Einige Mitglieder bei uns im Verein haben bestimmt Kontakte in die Ukraine, wir im Vorstand allerdings nicht“, erklärt Ackermann. „Die Idee war, einfach zu helfen.“
Aus der Idee wurde schnell ein konkreter Plan. Ackermann schrieb die Vereine aus der Region und einige darüber hinaus an, ob sie bereit wären, an Freundschaftsspielen an diesem Samstag teilzunehmen. Und die Rückmeldung sei überwältigend gewesen, auch wenn „es schwierig war, Teams zu finden, weil in einigen Altersklassen die Mannschaften schon wieder im Spielbetrieb sind“, berichtet Ackermann. „Die Aktiven und die B-Junioren waren zum Beispiel außen vor.“
Doch es haben sich so viele Teams gemeldet, dass in der F-Jugend (ab 9 Uhr), in der E-Jugend (ab 10 Uhr), in der C-Jugend (ab 11.30 Uhr) – unter anderem mit der SG Sonnenhof Großaspach –, in der D-Jugend (ab 15.30 Uhr), bei den Bambini (ab 15.30 Uhr) sowie in der A-Jugend (ab 18.30 Uhr) kleine Turniere ausgetragen werden können. Zum Abschluss spielen noch die AH-Mannschaften des VfB und des TSV Kleinglattbach gegeneinander (19.30 Uhr). „Auch wenn in den Jugendklassen jeweils Turniere ausgespielt werden, sind es nur Freundschaftsspiele. Es zählen nur die Tore“, berichtet die Vaihinger Jugendwartin. Denn ein Sponsor hat zugesagt, pro erzielten Treffer einen bestimmten Betrag zu spenden. Die ganz Kleinen gehen aber nicht leer aus. Die Verantwortlichen des TSV Kleinglattbach haben einen Sponsor aufgetan, der jedem teilnehmenden Bambini-Fußballer eine Medaille spendet.
Überhaupt war die Rückmeldung auf Sponsorenanfragen positiv. Bisher haben sich 20 Unternehmen und Organisationen bereit erklärt, die Benefizspiele am unteren Egelsee zu unterstützen – entweder mit Geld- oder mit Sachspenden. Vor Ort am Samstag gibt es zum Beispiel eine Tombola. Dafür hat unter anderem der FC Heidenheim vier Gutscheine für Tickets für ein Heimspiel in der Saison 2022/2023 gestiftet. Oder die Stuttgarter Kickers bringen voraussichtlich Merchandising-Artikel mit, wenn sie mit den F-Junioren anreisen. Ackermann: „Was genau, wissen wir noch nicht.“
Die Einnahmen aus der Tombola, der Erlös aus der Bewirtung – abzüglich der Unkosten für den VfB – sowie die Spenden gehen an die Ukraine. Zwei Organisationen haben die Vaihinger Verantwortlichen ins Auge gefasst: die Caritas und die ukrainische Kirche. „Wir haben uns Gedanken gemacht, über welche Organisation Spenden auch wirklich in die Ukraine kommen und nicht irgendwo versanden“, erklärt Ackermann. „Die Caritas erläutert auf ihrer Homepage sehr ausführlich, für was sie Gelder aufwendet. Und auf die ukrainische Kirche sind wir über eine Mutter eines unserer Spieler aus Riet gestoßen, die schon Sachspenden gesammelt hat.“
Wer sich noch mit einer Spende an der Hilfsveranstaltung des VfB Vaihingen beteiligen möchte, kann sich an Anja Ackermann unter der Nummer 01 51 / 52 14 09 85 oder per Mail an aackermann78@web.de wenden. Ansonsten „würden wir uns freuen, wenn möglichst viele Zuschauer kommen und uns unterstützen, damit möglichst viel Geld zusammenkommt“, sagt die VfB-Jugendleiterin.

