Der SV Illingen hat die zweite Niederlage in Folge kassiert. Die Mannschaft von Trainer Marcello Solombrino verlor gegen den Spitzenreiter TSV Nussdorf mit 0:3 (0:1). „Wir haben so gespielt, wie ich mich fühle – total erkältet“, berichtet Solombrino. Auch sein Gegenüber Sedat Yilmaz sah bei seinem Team spielerische Defizite. Dafür waren die Nussdorfer äußerst effektiv.
Das Spitzenspiel der Fußball-Kreisliga A 3 des Zweiten gegen den Ersten bot von Beginn an, was die Tabellenkonstellation versprach. Kein langes Abtasten. Kein Taktieren. Sowohl die Illinger als auch die Nussdorfer spielten nach vorne. Dabei hatten die Nussdorfer etwas mehr von der Anfangsphase. Bereits in der 4. Minute prüfte Robin Heck Denis Rommel im Illinger Kasten. Aber der SVI-Torwart war beim Schuss aus 16 Metern auf dem Posten. Einen Kopfball von Nikola Ristomanv fischte Rommel nach acht Minuten aus dem Winkel. Doch auch die Illinger hätten schon treffen können. In der 5. Minute brachte Eros Schembri keinen Druck hinter einen Kopfball, so dass das Leder leichte Beute von Paul Bohn im Nussdorfer Gehäuse war.
Als die Illinger gerade Oberwasser bekamen, zappelte der Ball im SVI-Tor. Nach einer Ecke von Heck stieg Josenhans am Elfmeterpunkt am höchsten. Obwohl er den Ball mit dem Kopf nicht richtig traf, reichte die Richtungsänderung aus, damit die Nussdorfer jubeln durften. Der Ball sprang vom Innenpfosten ins Netz –1:0 (19. Minute). Das Gegentor verunsicherte die Hausherren. Mehrmals tauchten die Nussdorfer direkt im Anschluss gefährlich vor Rommel auf, indem sie immer wieder ihre schnellen Flügel, Josenhans und Heck, lang schickten. Doch jedes Mal fand der letzte Pass keinen Abnehmer.
Nach rund fünf Minuten hatten sich die Illinger aber wieder gefangen und dominierten nun das Geschehen im Eichwaldpark. Durch konsequentes Forechecking schnürten sie die Gäste beinahe in deren eigenen Hälfte ein. Wenn sie in Ballbesitz waren, kombinierten sie ansehnlich. Doch nur bis zum gegnerischen Strafraum. Der finale Pass war in der Regel zu ungenau. Torchancen ergaben sich in der Regel durch Einzelaktionen. Zum Beispiel zog Tobias Häfner aus 16 Metern ab. Sein Schuss ging aber knapp am langen Pfosten vorbei (25.). Eine Viertelstunde später tankte sich der Illinger Stürmer an der Torauslinie durch und legte kurz auf Schembri ab. Doch der Linksaußen zielte weit drüber (41.). Und in der 28. Minute köpfte Patrick Schüle den Ball ohne Druck als Aufsetzer in die Hände von Bohn. „Wir haben nur Zufallsfußball gespielt. Wie haben wild Bälle gespielt und nur reagiert, was passiert“, berichtet Solombrino.
Die zweite Halbzeit begann dann gleich mit einem Paukenschlag. Nach einer Flanke von Robin Wöhr kam Josenhans zum Flugkopfball, den er ans Lattendreieck donnerte (47.). Nur acht Minuten später machte er es besser. Bei einer Flanke von Heck übersprang er Marcel Liebendörfer und köpfte zum 2:0 ein (55.). Seinen Dreierpack machte er fünf Minuten später perfekt. Zunächst verkürzte Rommel bei einem Schuss von Ristomanov noch geschickt den Winkel. Doch die Nussdorfer blieben in Ballbesitz. Und Josenhans machte von der Strafraumgrenze kurzen Prozess – 3:0 (60.). Der Treffer hätte auch schon das 4:0 sein können. Doch nachdem Ristomanov Rommel den Ball vom Fuß stibitzte, war der Winkel zu spitz, um den Ball aufs Tor zu bekommen (51.). „Wir waren spielerisch zwar nicht so stark, aber vor dem Tor eiskalt“, erklärt Nussdorfs Spielertrainer Sedat Yilmaz. Und sein Gegenüber Solombrino ergänzte: „Das verfolgt uns nun schon seit den vergangenen paar Spielen. Die Gegner sind gegen uns unheimlich effektiv.“
Bei den Illingern ging in der Folge kaum noch etwas zusammen – außer bei Standards. Schembri brachte zweimal mit direkt getretenen Freistößen den Ball gefährlich auf das Tor von Bohn (61. und 83.). Außerdem verzog Pasquale Arena einen Schuss in der 81. Minute. Pascal Schöbingers Versuch wurde abgeblockt (86.). Und Tim Scheuermann traf den Ball bei einem Volleyversuch nicht voll (88.). „Hinten stehen wir unheimlich stabil. Und Gott sei Dank machen wir auch keine Fehler“, berichtet Sedat Yilmaz. „Da passt gerade alles zusammen.“
Auf der anderen hätten die Nussdorfer bei Kontern das Ergebnis noch weiter in die Höhe schrauben können. Doch Marko Gazinkovski traf in der 78. Minute nur das Außennetz, nachdem er von Ristomanov schön in der Schnittstelle bedient worden war. Und in der Nachspielzeit lenkte Rommel einen Schuss von Heck mit der Faust über die Latte (90.+1).
SV Illingen: Rommel – Liebendörfer (66. Sebastian Schüle), Hermann, Schöbinger, Patrick Schüle, Dominik Knödler, Brenner (66. Scheuermann), Michali Gatsas, Häfner, Arena, Schembri.
TSV Nussdorf: Bohn – Wöhr, Sedat Yilmaz, Dieterle, Markus Grözinger, Sinan Yilmaz (90. Tosun), Lukas Wizemann, Josenhans (89. Stahn), Ristomanov (83. Perri), Heck, Gazinkovski.
Tore: 0:1 Thorsten Josenhans (19.), 0:2 Thorsten Josenhans (55.), 0:3 Thorsten Josenhans (60.).
Spieler des Tages: Thorsten Josenhans (TSV Nussdorf), Tobias Häfner (SV Illingen).
Schiedsrichter: Uwe Stetter.
Zuschauer: 400.

