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Vorsprung in Liga zwei wächst und wächst

Bietigheim Steelers dominieren das Geschehen trotz Niederlage in Weißwasser – Dominic Auger fällt mit Muskelfaserriss aus

  • Großchance für Bietigheims Jason Pinizzotto (Mitte). Er bringt jedoch die Scheibe nicht in der Lücke zwischen Kaufbeurens Goalie Maximilian Sigl (rechts) und dem Pfosten unter. Foto: Simecek

    Großchance für Bietigheims Jason Pinizzotto (Mitte). Er bringt jedoch die Scheibe nicht in der Lücke zwischen Kaufbeurens Goalie Maximilian Sigl (rechts) und dem Pfosten unter. Foto: Simecek

Selbst wenn es nicht läuft, läuft es derzeit für die Bietigheim Steelers. Trotz einer 6:7-Niederlage nach Penaltyschießen bei den Lausitzer Füchsen hat das Team von Trainer Kevin Gaudet seinen Vorsprung in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 auf inzwischen acht Punkte ausgebaut. Mit dem 7:3-Heimsieg gegen Kaufbeuren war das Punktepolster bereits von vier auf sieben angewachsen.

„Das ist jetzt doch schon ein ordentliches Polster, auf dem wir uns zwar nicht ausruhen dürfen, aber das uns bis zur Deutschland-Cup-Pause Anfang November trägt“, sagt Geschäftsführer Volker Schoch. Die Bietigheimer dominieren die DEL 2. Doch kaum ein Experte hatte sie vor der Saison für eine Spitzenposition auf dem Schirm. Diese Rolle würde sich die Mannschaft aus dem Ellental gerne noch eine Weile erhalten. Doch da die Steelers die einzigen der Liga sind, die zu Hause noch keinen einzigen Punkt abgegeben haben, sind sie schon längst der Außenseiterrolle entwachsen. Momentan spielt aber die Konkurrenz noch mit, nimmt sich gegenseitig die Punkte ab und lässt so den Vorsprung wachsen.

Da macht auch so eine unnötige Penalty-Niederlage wie in Weißwasser nichts aus. Unnötig war sie, weil die Steelers das erste Drittel dominierten und durch Treffer von Justin Kelly (1. Minute), Matt McKnight (9.) und Jason Pinizzotto (13.) bei einem Gegentreffer von Greg Classen (2.) souverän mit 3:1 führten. Bei besserer Chancenverwertung hätte es auch noch deutlicher stehen können. Doch schon beim ersten Gegentreffer zeigte sich das große Manko der Steelers an diesem Tag. Dem Tor ging ein katastrophaler Fehlpass von Topscorer Kelly voraus. Beim 2:3 in der 26. Minute leistete Max Prommersberger ordentlich Beihilfe. Und auch die weiteren Treffer der Lausitzer waren meist durch individuelle Fehler begünstig. So stand es nach 40 Minuten plötzlich 4:5 aus Steelers-Sicht. Nach knapp 48 Minuten erhöhten die Gastgeber sogar auf 6:4. Das kleine, aber feine Eisstadion in Weißwasser, das mit knapp 2300 Zuschauern nahezu ausverkauft war, wurde zum Hexenkessel. Aber der Tabellenführer zeigte auch hier Charakter, kämpfte sich durch Treffer von David Wrigley (51.) und Mark Heatley (56.) immerhin in die Verlängerung und schließlich ins Penaltyschießen. Doch da scheiterten Archie Skalbeck und Kelly, während Scott King und Danny Albrecht für die Gastgeber trafen. „Immerhin haben wir uns in diesem Hexenkessel noch einen Punkt erkämpft“, zog Schoch dennoch ein halbwegs positives Fazit.

Schon am Freitag kamen die Steelers gegen ersatzgeschwächte Kaufbeurer eher im Schongang zu einem nie gefährdeten 7:3-Heimsieg. Gaudet ließ sogar über 60 Minuten Ersatztorhüter Andreas Mechel Spielpraxis sammeln. Der machte seine Sache zunächst auch ganz gut, machte aber bei allen drei Gegentreffern eine etwas unglückliche Figur. Das könnte jedoch auch daran gelegen haben, dass seine Vorderleute jeweils etwas abwesend wirkten. Alle drei Tore fielen, nachdem die Bietigheimer kurz zuvor selbst getroffen hatten. Das 1:3 fiel 138 Sekunden nach dem 3:0. Beim 2:5 vergingen 30 Sekunden zwischen Treffer und Gegentreffer. Und beim 3:6 waren es 43 Sekunden. Gaudet zeigte sich dennoch ziemlich zufrieden: „Gegen so eine junge Mannschaft mit so vielen Ausfällen muss man einfach gewinnen, wenn man vorne bleiben will. Wir haben letztlich einen Weg gefunden, den Sieg über die Runden zu bringen.“

Weniger geschmeckt hat dem Steelers-Trainer, dass sich Abwehr-Routinier Dominic Auger in dieser Partie einen Muskelfaserriss im Trizeps zugezogen hat. Er fehlte in Weißwasser, was aber zumindest für die Defensivprobleme nicht ausschlaggebend war. Die rührten fast durchgängig von individuellen Fehlern her. Auger wird auch in den nächsten Partien fehlen, wenn auch voraussichtlich nicht so lange, wie zunächst befürchtet. „So, wie es aussieht, kann er nach dem Deutschland-Cup wieder spielen“, sagt Schoch.

Am Wochenende wird Auger aber auf jeden Fall fehlen, wenn es am Freitag um 19.30 Uhr in der Ege-Trans-Arena zunächst gegen den einen hessischen Aufsteiger, die Löwen aus Frankfurt geht. Das Team aus der Mainmetropole wurde vor Saisonbeginn als Geheimfavorit gehandelt und ist nach einem kleinen Zwischentief mit nun drei Siegen in Folge immerhin im sicheren Mittelfeld der Liga. Ganz anders die Kassel Huskies, zu denen es am Sonntag um 18.30 Uhr geht. Die hatte niemand so richtig auf der Rechnung. Doch das Team von Trainer Rico Rossi ist vor allem zu Hause eine Macht und hat sich ganz heimlich, still und leise bis auf Platz drei nach vorne gearbeitet. Immerhin weiß Gaudet schon, wie man die Nordhessen besiegt. Am zweiten Spieltag feierten die Steelers einen 5:3-Heimsieg gegen die Huskies.

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