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Tyler McNeely ist nun alleiniger Rekordhalter

Die Eishockey-Cracks der Bietigheim Steelers bejubeln nicht nur einen Doppelsieg in der DEL 2, sondern feiern auch McNeelys Leistung, der sich gegen die Lausitzer Füchse
seinen 497. Scorerpunkt holt. Trotzdem entwickelte sich das Match am Ende zu einem Krimi.

  • Olafr Schmidt (links) und Jack Dugan (rechts) bejubeln mit Tyler McNeely das 1:0 für die Steelers gegen die Lausitzer Füchse. Foto: Baumann

    Olafr Schmidt (links) und Jack Dugan (rechts) bejubeln mit Tyler McNeely das 1:0 für die Steelers gegen die Lausitzer Füchse. Foto: Baumann

Eishockey. Zwei Spiele, zwei Siege. Erneut haben die Bietigheim Steelers in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 ein perfektes Wochenende hingelegt und sowohl die Krefeld Pinguine als auch die Lausitzer Füchse besiegt.

Beim knappen 2:1-Erfolg in Krefeld pariert Keeper Mnich einen Penalty

Es war nicht die Frage ob, sondern wann Tyler McNeely den Rekord für die meisten Scorer jemals in der DEL 2 brechen würde. Mit 496 Toren und Assists in der Hauptrunde hatte bislang die Steelers-Legende Matt McKnight die Bestmarke gestellt. Am Freitagabend war es jedoch soweit. Beim Auswärtsspiel der Bietigheim Steelers erzielte McNeely kurz vor der ersten Drittelpause das 1:0, wurde von seinen Mitspielern auf dem Eis umringt und geherzt, fuhr dann aber ohne die großen Jubelstürme wieder zur Bank. Denn der Job war zu diesem Zeitpunkt noch nicht getan, am Ende war es der Führungstreffer und der Grundstein für den 2:1-Auswärtssieg, den vierten Erfolg der Ellentäler in Serie.

„Die Jungs haben es mich in der Kabine wissen lassen, dass ich den Rekord habe. Es fühlt sich toll an, ich habe viele Jahre investiert“, erklärte der Routinier nach dem Spiel und ergänzte: „Aber am Ende des Tages liegt es am Team und an den Jungs, die mit mir auf dem Eis stehen.“ Denn Matchwinner beim Spitzenreiter wurde nicht er, sondern Goalie Florian Mnich, der überraschend für den eigentlich starken Stammkeeper Olafr Schmidt zwischen den Pfosten stand. Er entschärfte nämlich 33 Schüsse, teils in höchster Not und zudem noch einen Penalty der Gastgeber im Schlussdrittel.

Von Anfang an lieferten Mnich und sein Gegenüber Fabian Bick ab. Die beiden Keeper zeigten den 6816 Fans in der Krefelder Yayla-Arena eine Gala, Bick parierte innerhalb der ersten fünf Minuten gleich zwei Mal gegen den komplett freien Brett Kemp und dazu noch gegen Marek Racuk. Mnich bekam nach vier Minuten Szenenapplaus in der Eishalle, als er spektakulär gegen David Cerny rettete. Ein Pass bekam der KEV-Stürmer am zweiten Pfosten nicht sauber kontrolliert, daher konnte sich Mnich noch schnell genug drehen und per Hechtsprung den Puck von der Linie kratzen.

So sehr die ersten Minuten von Spektakel und Torchancen im Überfluss geprägt waren, so sehr verflachte das Geschehen zur Mitte des ersten Abschnitts wieder. Strafen dominierten eine lange Phase, in der erst einmal der Spielfluss flöten ging. Aus einer Überzahl heraus fiel dann aber McNeelys Tor: Mit einem Mann mehr auf dem Eis kam ein guter Pass von Ex-Pinguin Mike Fischer in den Slot zu Alexander Preibisch. Der legte mit einem Geniestreich durch die eigenen Beine auf seinen Sturmkollegen ab, wusste blind, wo der Deutsch-Kanadier stand und dieser musste nur noch die Kelle hinhalten (19. Minute).

Das blieb nicht der letzte Nackenschlag vor der Pause für die Hausherren aus Krefeld. Mit der Sirene jubelten die Heim-Fans nämlich. Ein Schuss von Max Newton zappelte im Netz. Doch nach Überprüfung des Videobeweises stellten die Schiedsrichter fest, dass die Pausensirene wenige Momente zuvor ertönt war, bevor die Scheibe die Linie überquert hatte.

Damit ging Krefeld mit einem knappen Rückstand in die Pause, den Kemp nach eineinhalb Minuten im zweiten Drittel erhöhte. Durch überragendes Kurzpassspiel und Tiki-Taka im Stile des FC Barcelona kam das Hartgummi über Fischer, Racuk und wieder Fischer zu Kemp, der sich die dritte Chance frei vor Fabian Bick nicht nehmen ließ. Dieses Mal schlug sein Schuss unhaltbar zum 2:0 neben dem Pfosten ein (22.). „Wir müssen Defensiv so weitermachen und schauen, dass vorne noch ein, zwei reingehen“, war SCB-Verteidiger Maximilian Sölls Ansage noch in der Drittelpause am Mikrofon bei sporteurope.tv, das ging direkt auf.

Doch Krefeld drückte weiter, zwar blieben die Hochkaräter – anders als noch zu Spielbeginn – beidseitig aus, die Pinguine hatten aber nach und nach wieder mehr vom Spiel. Vier Minuten vor der zweiten Pause schlug der KEV dann auch zu – nicht unverdient. Nach einem Distanzschuss flipperte die Scheibe durch die gefährliche Zone vor Mnich. Am Ende behielt Matthew Santos die Übersicht und schob ein, Bietigheims Goalie streckte sich vergebens. Mitten in den Jubel hinein hatten die Krefelder Fans dann Glück, dass McNeely nicht direkt wieder den alten Abstand herstellte. Nach einem Abpraller stand er im Slot blank, sein Schuss traf aber nur den Querbalken (37.).

Beflügelt vom Anschlusstreffer drängten die Gastgeber im Schlussdrittel endgültig auf den Ausgleich. Mnich musste mehrfach eingreifen, streckte und reckte sich von Pfosten zu Pfosten und konnte noch retten. Auch gut zehn Minuten vor Schluss gab es viel Aufregung vor seinem Kasten, erneut lag die Scheibe im Netz, erneut winkten die Schiedsrichter aber ab. Denn es gab stattdessen einen Penalty, zuvor war Newton der gesamten SCB-Defensive enteilt und nur per Foul gestoppt worden. Den Penalty vergab Daniel Bruch dann aber gegen Mnich, zum Unmut der KEV-Fans, die nun zu einem lauten Pfeifkonzert ansetzten. Das gab den Pinguinen aber auch nicht die nötige Kraft. Krefeld wirkte in den Schlussminuten platt vom ständigen Anrennen gegen das SCB-Bollwerk. Mit letzter Kraft und dem leeren Tor warf der KEV alles nach vorne, doch es wirkte wie verhext. Mnich vernagelte seinen Kasten und nahm so den Auswärtssieg mit in den Mannschaftsbus nach Bietigheim.

Gegen die Lausitzer Füchse verspielen die Steelers fast eine 4:0-Führung

Gejubelt wurde auch am Sonntag in heimischen Ege-Trans-Arena, in der sich die Steelers gegen die Lausitzer Füchse mit 5:3 durchsetzen konnten. Tyler McNeely schwang sich zum alleinigen Rekordhalter der Bietigheimer auf, weil er schon früh in der Partie mit seinem Assist zum 1:0 durch Alexander Preibisch seinen 497. Scorerpunkt verbuchte. Die Enztalkurve dankte es ihm mit einem Banner. Kurz vor Ende des ersten Drittels erhöhte Bastian Eckl auf 2:0 (20.). In diesem Takt ging es im zweiten Drittel weiter. Marek Racuk netzte zum 3:0 ein (25.). Fünf Minuten später baute Jack Dugan den Vorsprung sogar noch weiter aus. Diesmal hatten die Gäste aus der Lausitz jedoch eine Antwort parat und verkürzten durch Christopher Theodore (31.). Und noch vor der Pause traf Lennard Nieleck zum 2:4. Doch auch zu Beginn des dritten Durchgangs waren die Gäste zunächst besser und verkürzten durch Nieleck zum 3:4. Die Schlussphase gestaltete sich dementsprechend spannend. Am Ende war es Fischer, der den Puck zur Entscheidung über die Linie stocherte und damit den 5:3-Erfolg sicherstellte. nb/dd

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