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Trotz 4:6-Niederlage zur Tabellenführung

Steelers machen Pleite in Ravensburg durch 3:0-Heimsieg gegen Crimmitschau wett – Probleme mit dem Verwalten von Vorsprüngen

  • Stephan Vogt (Ravensburg) kracht nach einem Laufduell mit Max Prommersberger unkontrolliert in Steelers-Torwart Sinisa Martinovic.  Foto: Simecek

    Stephan Vogt (Ravensburg) kracht nach einem Laufduell mit Max Prommersberger unkontrolliert in Steelers-Torwart Sinisa Martinovic.  Foto: Simecek

Trotz eines katastrophalen Schlussdrittels und der 4:6-Niederlage in Ravensburg haben sich die Bietigheim Steelers am Wochenende die alleinige Tabellenführung in der Deutschen Eishockeyliga (DEL) 2 gesichert. Dazu reichte am Sonntag ein 3:0-Heimsieg gegen das neue Schlusslicht Crimmitschau. Schärfster Verfolger des Vizemeisters ist der amtierende Meister Bremerhaven. „Wir haben momentan ein Problem, einen Vorsprung über die Zeit zu bringen. Ich hoffe, dass das heute für uns eine gute Lehrstunde war“, zeigte sich Steelers-Trainer Kevin Gaudet nach der 4:6-Niederlage in Ravensburg bitter enttäuscht. Er fing auch noch an, seinen Kollegen Danny Naud zu zitieren, der erst fünf Tage zuvor ein ähnlich bitteres Erlebnis mit den Ravensburgern in Kassel hatte. „Danny hat da gesagt, dass ein Eishockeyspiel 60 Minuten dauert, nicht 20 oder 40. Meine Mannschaft muss noch lernen, niemals aufzuhören, egal ob man mit zwei, drei oder vier Toren führt.“ Tatsächlich spielten die Steelers die Oberschwaben im zweiten Drittel förmlich an die Wand. Mit einem 4:1 durch Tore von Justin Kelly (14., 21.), Benjamin Kronawitter (27.) und David Wrigley (35.) waren die Towerstars noch gut bedient. Vor allem beim 3:1 durch Kronawitter kombinierten die Bietigheimer schneller, als die Gastgeber denken konnten. Schwächen zeigte der amtierende Vizemeister bis dato nur in Unterzahl, was auch Gaudet hinterher konstatierte. „Unser Unterzahlspiel war ganz schwach.“ So resultierten die ersten drei Ravensburger Treffer auch durchweg aus Bietigheimer Strafen. Bei vier Möglichkeiten waren die Oberschwaben dreimal erfolgreich. Doch weder das 2:4 nur gut eine Minute nach dem 4:1, noch der 3:4-Anschlusstreffer nach exakt dreieinhalb Minuten des Schlussdrittels ließ die nur noch träge und pomadig verwaltenden Steelers aufwachen. Besonders Shawn Weller und Alex Leavitt nutzten das Bietigheimer Desinteresse mit jeweils vier Scorerpunkten, davon je zwei Tore, reichlich aus. Am Ende nutzte es den Steelers dann auch nichts mehr, den auch nicht immer sicheren Torhüter Sinisa Martinovic zu Gunsten eines sechsten Feldspielers auf die Bank zu holen. Brian Roloff machte 53 Sekunden vor dem Ende mit seinem Treffer ins leere Tor alles klar. Immerhin schienen die Steelers aus diesem Spiel gelernt zu haben. „Dieses Mal haben wir das letzte Drittel konzentriert gespielt und die Führung nicht wieder aus der Hand gegeben“, konstatierte Gaudet nach dem 3:0-Sieg gegen das neue Schlusslicht Crimmitschau. Allerdings musste er auch zugeben: „Nach dem 2:0 hatte Martinovic ein paar Super-Saves.“ Es dauerte lange, bis die Steelers die durchaus sichtbare Überlegenheit in Tore ummünzen konnten. Nach zwei Großchancen jeweils in Überzahl brach Topscorer Kelly in der 12. Minute mit einem verwandelten Penalty den Bann. Es dauerte aber elf weitere Minuten, ehe Matt McKnight in Überzahl für eine halbwegs sichere Führung sorgte. Crimmitschau musste nun kommen, zwang Martinovic zu einigen guten Abwehraktionen. Gleichzeitig mussten die Westsachsen aber auch ihre bislang massive Deckung lockern, was Archie Skalbeck den Raum gab, in der 28. Minute auf 3:0 zu erhöhen. Diesen Vorsprung brachten die Steelers dann konzentriert und routiniert über die Zeit. „Ich bin froh, dass wir mal kein Gegentor bekommen haben. Wir haben so viele Gegentore in den letzten Spielen kassiert. Daran müssen wir dringend noch arbeiten“, gab der Trainer schließlich zu Protokoll. Wegen des Feiertags am Freitag geht es bereits am Donnerstag um 19.30 Uhr in der heimischen Ege-Trans-Arena gegen den SC Riessersee. Die Garmischer sind eines der Überraschungsteams dieser Saison, sind auf fremdem Eis noch ohne Punktverlust und stehen derzeit auf Platz vier. Auch das zweite Spiel des Wochenendes ist wegen des Feiertags verschoben, wird aber keinesfalls leichter als die erste Aufgabe. Am Samstagabend geht es zu den Starbulls nach Rosenheim.
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