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Steelers feiern Derbysieg gegen Falken

Der SC Bietigheim-Bissingen ist am Wochenende zunächst gegen die Heilbronner Falken mit 2:1 erfolgreich und schlägt am Sonntag den SC Riessersee auswärts mit 4:3. Die Nerven der mitgereisten Fans werden dabei bis zur letzten Sekunde strapaziert. In der Tabelle der Eishockey-Oberliga Süd belegen die Steelers jetzt Rang zwei.

  • Mit Marek Racuk (rechts) gewinnen die Steelers das Derby gegen die Falken. Foto: Baumann

    Mit Marek Racuk (rechts) gewinnen die Steelers das Derby gegen die Falken. Foto: Baumann

Eishockey. Hinter den Bietigheim Steelers liegt ein erfolgreiches Wochenende in der Eishockey-Oberliga Süd. Dem Derbytriumph gegen die Heilbronner Falken ließ das Team aus dem Ellental einen 4:3-Erfolg beim SC Riessersee folgen.

Keeper Olafr Schmidt überragt im Derby gegen Heilbronn.

Im ersten Pflichtspiel seit dreieinhalb Jahren gegen die Heilbronner Falken setzen sich die Ellentäler am Ende mit 2:1 durch. Matchwinner wird Goalie Olafr Schmidt, der die Gäste zur Verzweiflung bringt. Derbysieger, Derbysieger“ schallt es durch die Ege-Trans-Arena. Dass die nach dem hitzigen und hart umkämpften Duell der Bietigheim Steelers mit den Heilbronner Falken noch ein Dach hat, grenzt an ein Wunder. Denn beide Fanlager und die insgesamt 4500 Zuschauer in der Eishalle nehmen beim ersten Aufeinandertreffen nach dreieinhalb Jahren die Hütte auseinander. Am Ende behalten die Gastgeber die Oberhand und gewinnen mit 2:1. Der gefeierte Held des SCB ist hierbei Goalie Olafr Schmidt. Der Schlussmann bringt die Gäste reihenweise zur Verzweiflung, nimmt mit einigen Glanztaten den Wind aus den Unterländer Segeln und wird von der Enztalkurve nach der Schlusssirene bejubelt. Kapitän Alexander Preibisch sagt über den Hexer im Netz: „Wir wissen, dass wir uns auf ihn verlassen können, aber das war herausragend. Ohne ihn hätten wir nicht gewonnen.“

Die Hasstiraden beginnen schon vor dem Eröffnungsbully, beim Einlauf beider Teams wird es laut, Mittelfinger fliegen in die andere Fankurve, Beleidigungen und Pfiffe gleich hinterher. Diese Energie überträgt sich auch auf die Spieler, mehrfach kommt es zu Handgreiflichkeiten. So dürfen Marvin Drothen und Calder Anderson nach einem Faustkampf eine Viertelstunde vor Schluss für fünf Minuten in die Kühlbox, um sich zu beruhigen. „Es war geil“, beschreibt Preibisch im Nachgang die Kulisse kurz und knapp. „Eishockey vor ausverkauftem Haus zuhause zu spielen, ich glaube es gibt nichts schöneres.“

Auf dem Eis liefern sich die beiden Teams von Beginn an ebenfalls ein Duell auf Augenhöhe, wobei die Hausherren den besseren Start erwischen. Marek Racuk ist es, der nach zehn Sekunden bereits die erste Duftnote setzt, sein Versuch wird von Gäste-Goalie Patrick Berger im kurzen Eck pariert. Auch in der Folge bleiben die Steelers spielbestimmend, Heilbronn schafft es kaum, sich aus dem eigenen Drittel zu befreien. Preibisch geht nach fünf Minuten alleine auf das Netz zu, das Problem: Ihm wird kurz vor dem Alleingang der Schläger aus der Hand gerissen. Daher versucht er irgendwie mit seinem Schlittschuh den Puck mitzunehmen, wird jedoch noch eingeholt.

Doch trotz der Bemühungen sind die Ellentäler in den entscheidenden Momenten zu ungenau. Pässe und Scheibenannahmen stimmen nicht zu hundert Prozent, wodurch die Gäste immer wieder einen Schläger dazwischen bekommen oder Berger parieren kann. So auch zwei Minuten vor der Drittelpause, als Racuk in Unterzahl frei auf den Schlussmann zulaufen darf, sogar noch Christoph Kiefersauer bedienen könnte, jedoch selbst abschließt. Den Versuch kriegt der Tscheche jedoch nicht durch die Schoner gedrückt.

In der Zwischenzeit sind auch die Falken aufgewacht und beteiligen sich an der Partie. Nach dem Powerbreak finden sie ihren offensiven Mut, sind aber nicht zwingend genug. Die SCB-Hintermannschaft steht aber auch sattelfest. Im zweiten Drittel ist der 29-jährige Steelers-Schlussmann dann machtlos. Noch mit einem Mann weniger nach einer unnötigen Spielverzögerung gegen Pawel Dronia bugsiert Luis Ludin das Hartgummi zum schnellen 1:0 in die Maschen, 34 Sekunden sind da im zweiten Abschnitt gerade einmal verstrichen.

Heilbronn hat jetzt Blut geleckt. So wie die Steelers im ersten Drittel, kommen die Unterländer nun zu den besseren Chancen. Nur vereinzelt erscheint der Gastgeber mal wieder gefährlich vor dem gegnerischen Netz. Racuk fällt in einer baugleichen Situation wie zu Beginn erneut die falsche Entscheidung, dieses Mal will er bei einem Zwei-auf-eins die Scheibe auf Erik Nemec legen, der Pass kommt aber nicht genau genug an (25.). Derweil hext Schmidt hinten alles weg, was ihm vor die Flinte kommt. Er hält gleich drei Fastbreaks in Folge, zwei Mal gegen Nolan Ritchie (28./37.), ein Mal gegen Thomas Supis (35.). Ohne dies wären die Steelers mächtig aufgeschmissen. „Wir haben alles versucht, die Chancen waren da, aber die Scheibe wollte nicht reingehen“, sagt Falken-Coach Frank Petrozza.

So kippt die Begegnung im letzten Drittel noch. Erst ist es Bastian Eckl, der in einer Überzahl von der blauen Linie den Anschluss erzielt, endlich waren mal keine Beine, Körper, Schläger oder Kufen im Weg (47.). Sieben Minuten vor Schluss ist es dann ein „Sonntagsschuss am Freitagabend“, wie es Petrozza beschreibt. Pawel Dronia zimmert den Puck nach einem abgeblockten Nemec-Versuch zum 2:1 unter die Latte.

Auch die Herausnahme des Goalies bringt den Falken am Ende nichts ein. Bis zur Schlusssekunde verteidigen die Steelers alles vom eigenen Tor weg, was sie nur können. Und hinten haben sie den unüberwindbaren Schmidt.

In Riessersee strapazieren die Steelers die Nerven der Fans.

Im ersten Drittel erwischt das Team aus dem Ellental am Sonntag einen hervorragenden Start. Ein Doppelschlag von Erik Nemec (5. Minute) und Marek Racuk (9.) beruhigt die Nerven allerdings nur kurz, weil Christoph Körner postwendend verkürzt (11.). Nach zwei weiteren Treffern von Racuk (22.) und Dennis Dietmann (24.) liegen die Steelers erneut komfortabel vorne. Doch die Hausherren schlagen zurück und machen es durch Thomas Fergus (32. und 51.) nochmal spannend. nb/dd

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