Eishockey. Mit zwei Galaauftritten haben die Bietigheim Steelers in der Deutschen Eishockey Liga (DEL) 2 einen Negativrekord verhindert. Einem 6:1-Erfolg gegen die Blue Devils Weiden ließen sie einen 6:4-Sieg bei den Eispiraten Crimmitschau folgen.
Gegen Weiden bleiben die Steelers auch nach dem Ausgleich stabil
Maßgeblich zum Sieg beigetragen hatte gleich Cole Fonstad. Der Kanadier war aus der zweiten schwedischen Liga an die Enz gewechselt und erst am Montag im Ellental angekommen. In seiner Premiere machte der 25-Jährige offensiv Dampf und fuhr wie ein Wirbelwind über das Eis. „Der Sieg ist riesig. Es nimmt Druck von den Schultern, wir wollen jetzt so weitermachen“, sagt der Stürmer, der bereits nach 20 Sekunden für einen Traum-Einstand hätte sorgen können. Denn kurz nach dem Eröffnungsbully wurde der neue Mann von Jack Dugan bedient, die erste Scheiben-Annahme versprang ihm aber, sodass Fonstad den Puck nicht kontrollieren konnte. Ansonsten neutralisierten sich beide Seiten anfangs, die Defensivreihen wirkten wacklig. Bei schönem Spielfluss und wenigen Unterbrechungen waren es aber die Hausherren, die den ersten Stich setzten. Obwohl Jack Dugan letztlich die Kelle hinhielt und nach neun Minuten die 1:0-Führung erzielte, gingen 80 Prozent des Tores gehen auf das Konto von Vorlagengeber Tim Schüle. Der Verteidiger hatte nämlich einen Geistesblitz und einen überragenden Pass direkt durch die Gasse in den Slot gespielt.
Noch mitten im Jubel der Schwaben waren allerdings die Oberpfälzer plötzlich da. Hinten passte die Zuteilung beim SCB nicht, einen Schuss von Noah Samanski konnte Goalie Olafr Schmidt nur nach vorne prallen lassen. Vor dem Deutsch-Kanadier stand Constantin Vogt völlig blank und drückte die Scheibe zum schnellen Ausgleich über die Linie – keine 60 Sekunden nach der Führung.
Anders als zuletzt spielten die Hausherren jedoch mutig weiter. Zu Saisonbeginn war man nach einer Führung auseinander noch auseinandergefallen, jetzt bewies das Team von Coach Alexander Dück Spielwitz. Eine Überzahl blieb zwar noch ungenutzt, doch dank eines krummen Abprallers kamen die Steelers eineinhalb Minuten vor der Drittelpause zur erneuten Führung. Denn Pawel Dronias Schuss von der blauen Linie mitten ins Getümmel wurde von Kapitän Alexander Preibisch abgefälscht, das Hartgummi flog aufs kurze Eck und eierte in die Maschen.
Und endlich nahmen die Ellentäler dieses Momentum auch nach der Pause mit. Defensiv stand der SCB nun deutlich stabiler, auch kleinere Fehler wurden sofort ausgebügelt. Der offensive Zwang fehlte den Schwaben jedoch phasenweise, nennenswerte Torgelegenheiten blieben zunächst aus. Doch dann schlug nach 30 Minuten die Stunde von Neuzugang Fonstad. Der Kanadier putzte hinten noch einen Konter aus, leitete dann mit seinem Solo den Gegenangriff ein und bediente Dugan. Der ging mit der Scheibe am Stock an zwei Gegnern vorbei, ließ noch Schlussmann Wolf aussteigen und vollendete herrlich zum 3:1.
Von Weiden kam vorne derweil kaum etwas, die Steelers standen hinten weiterhin enorm sattelfest. So drückte der SCB weiter auf das vierte Tor und wurde in einer überragenden Phase auch für den Aufwand belohnt. Erst verpassten zwei Mal Benjamin Zientek und ein Mal Tyler McNeely am zweiten Pfosten einen einfachen Abstauber und legen den Puck entweder am Gestänge vorbei oder direkt ans Alu. Besser machte es dann Brett Kemp, der nach einem Abschluss von Mike Fischer die abgeprallte Scheibe verwertete (38. Minute).
Mit der 4:1-Führung im Rücken konnten die Ellentäler auch im Schlussdrittel befreit aufspielen. Mit hoher Disziplin und viel Laufaufwand belohnte sich der SCB nach einer Dreiviertelstunde sogar noch mit dem 5:1. Mike Fischer profitierte von einem Fehler des Gäste-Goalies. Eine Bogenlampe in Richtung Wolf machte der Schlussmann nämlich nicht richtig sicher. So durfte Fischer, der direkt vor Wolf stand, den Fehler ausnutzen. Und für die Gäste kam es noch dicker. Dugan kam nach einer Strafe gerade von der Strafbank, da lieferte Goalie Olafr Schmidt einen Steilpass, wie er im Buche steht. Dugan sprintete durch, blieb vor Wolf cool und vollendete nach einer Finte durch die Schoner zum 6:1 (51.). Mit dem Tor war der Deckel nicht nur auf der Partie drauf, sondern auch endgültig festgeschraubt. „Ich bin froh, dass wir uns nach vorne bewegen, dass wir Selbstvertrauen getankt haben“, sagt Coach Dück nach dem Sieg in der Pressekonferenz.
Auch in Crimmitschau zeigen sich die Bietigheimer torhungrig
Das Spiel bei den Eispiraten Crimmitschau begann wild. Bereits nach 50 Sekunden netzte Maximilian Söll zur Gästeführung ein. Dylan Wruck gelang jedoch postwendend der Ausgleich (3.). Kurz darauf jubelten wieder die Steelers über ein Tor von Alexander Preibisch (5.). Schlag auf Schlag ging es dann im zweiten Drittel. Den Ausgleich von Dominic Walsh (25.) konterten Cole Fonstad (30.), Preibisch (31.) und Jack Dugan (34.). Es blieb jedoch spannend, weil Walsh der Anschluss gelang (40.). Marek Racuk besorgte das 6:3 zugunsten der Steelers (40.), ehe Corey Mackin noch Ergebniskosmetik betrieb (58.). nb/dd

