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Schiedsrichterfrust und ein überragender Goalie

Nach zwei Partien im Play-off-Viertelfinale zwischen den Bietigheim Steelers und den Leipzig Icefighters steht es unentschieden. Das Hinspiel entscheidet Leipzig für sich,
während die Eishockey-Cracks aus dem Ellental, dank Keeper Olafr Schmidt, das Rückspiel gewinnen.

  • Der Bietigheimer Erik Nemec (rechts) und seine beiden Gegenspieler aus Leipzig schenken sich in den ersten beiden Viertelfinalpartien nichts. Foto: Baumann

    Der Bietigheimer Erik Nemec (rechts) und seine beiden Gegenspieler aus Leipzig schenken sich in den ersten beiden Viertelfinalpartien nichts. Foto: Baumann

Eishockey. Im Viertelfinale der Play-offs um den Aufstieg in die Deutsche Eishockey Liga (DEL) 2 steht es nach zwei absolvierten Partien zwischen den Bietigheim Steelers und den Liepzig Icefighters unentschieden. Einer Heimniederlage ließen die Bietigheimer in Leipzig einen Auswärtssieg folgen.

Die Schiedsrichter werden in Bietigheim mit einem Pfeifkonzert verabschiedet

Die Ege-Trans-Arena war für 23 Spiele lang eine Festung. Im ersten Viertelfinalspiel der Eishockey-Oberliga-Playoffs jubelten dann aber erstmals seit Anfang Oktober nicht die Bietigheim Steelers vor heimischer Kulisse. Die KSW Icefighters Leipzig, die am Freitagabend mit einem beachtlichen Fananhang ins Ellental gereist waren und zum ersten Mal überhaupt ein Gastspiel in Bietigheim hatten, erarbeiteten sich einen 2:1-Sieg. Doch taten sie das in kontroverser Art und Weise: Eine Minute vor Schluss – SCB-Goalie Olafr Schmidt hatte sein Netz für einen weiteren Feldspieler verlassen – stoppte Sören Sturm vermeintlich regelkonform einen Alleingang der Sachsen. Doch die Schiedsrichter, die schon zuvor mit fragwürdigen Pfiffen aufgefallen waren, gaben eine Strafe gegen den Routinier. Die Halle war außer sich, Becher und Klatschpappen flogen auf das Eis und in Richtung der Leipziger Bank. Hallensprecher Andreas Lausch bat die Fans um Vernunft, auf der Haupttribüne wurde ein SCB-Supporter von der Security rausgeschmissen. Die Tumulte hielten noch bis nach der Schlusssirene an. Als die Schiedsrichter in die Kabine gingen, gab es ein gellendes Pfeifkonzert, im Kabinengang gerieten die Referees und Tim Schüle aneinander. Der genaue Grund war dabei nicht auszumachen. „Das spielt im Nachgang keine Rolle. Am Ende sollen es die beiden Mannschaften entscheiden. Jetzt können wir nichts mehr ändern“, sagt Steelers-Coach Alexander Dück über die Entscheidung.

Seine Männern taten sich schon im ersten Drittel mächtig schwer. Marek Racuks erster Abschluss nach dreieinhalb Minuten landete genau in der Fanghand von Goalie Konstantin Kessler. Auch sonst waren zwar gute Ideen da, doch die Genauigkeit fehlte. Gut zu sehen: Schüle, der zum ersten Mal nach drei Monaten wieder nach seiner Schulterverletzung im Kader stand, fuhr nach neun Minuten einen sauberen Check auf dem offenen Eis und setzte so direkt ein Zeichen.

Die Steelers konzentrierten sich derweil eher auf die Defensive und ließen nichts zu. Nur ein paar wenige Schüsschen kamen auf Olafr Schmidt zu, die hatte der Schlussmann aber sicher. Mit laufender Spielzeit wurden die Schwaben stärker, Jan Vesely prüfte Kessler und zwang ihn zu einer gekonnten Schonerabwehr (16. Minute). Direkt vor der Pause war es Dennis Dietmann, der mit einem unerwarteten Abschluss aus der Drehung nur knapp das Tor verfehlte.

Gleiches Bild im zweiten Abschnitt: Weiterhin fehlte dem SCB das nötige Scheibenglück, Pässe blieben im letzten Moment hängen, Schüsse kamen nicht durch. Nur ein Mal mussten die Heimfans die Luft anhalten. Mick Hochreither verlor in der 26. Minute die Scheibe in der Vorwärtsbewegung. Schüle bekam eine Eins-gegen-Drei-Situation aber noch gut verteidigt.

„Ich habe gesagt, dass wir uns mehr bewegen müssen.“

Alexander Dück, Bietigheim Steelers

Doch wenig später durfte der Großteil der 3271 Zuschauer erstmals jubeln. Racuk schickte mit einem herrlichen Chip-Pass den Königstransfer Jan Vesely, der sich zwischen den beiden KSW-Verteidigern davonstahl. Vor Kessler blieb der Neuzugang eiskalt und schob lässig zum 1:0 ein (29.) – sein fünfter Playoff-Treffer.

Doch anstatt gleich nachzulegen wirkten die Steelers plötzlich unsicher. In einer vierminütigen Überzahl nach einem Stockstich von Burns gegen Tamas Kanya (32.) kam Bietigheim kaum zu guten Abschlüssen, das Spiel war zu statisch. Leipzig hingegen gelang es immer wieder, in die Zone der Gastgeber durchzudringen und Schmidt zu prüfen. Der Deutsch-Kanadier war jedoch sicher zur Stelle. Kurz vor der zweiten Pause gab es aber die Quittung für die Inkonsequenz der Steelers. Nicht konsequent genug klärten sie vor dem eigenen Netz, über Daniel Visner kam das Hartgummi zu Emil Aronsson, der aus zentraler Position platziert ins untere links Eck einschob (38.).

„Ich habe gesagt, dass wir uns mehr bewegen müssen“, berichtet Dück über die Ansage vor dem Schlussabschnitt. Vielleicht auch davon angepeitscht kamen die Ellentäler wieder besser aus der Kabine, Bastian Eckl verpasste es nach drei Minuten ein starkes Solo zu krönen und zog am Netz vorbei. Nachdem der Stürmer dann Mitte des dritten Drittels eine kleinliche Strafe gegen sich gepfiffen bekam, war Tyler McNeely plötzlich mit einem Mann weniger auf und davon. Allein gegen Kessler scheiterte er aber am Keeper, die nächste Großchance blieb ungenutzt (48.). Und wieder schlug Leipzig zu und nutzte den Chancenwucher aus. McNeely verpasste es hinten die Scheibe sauber zu klären und spielte einen unsauberen Pass auf Schüle. Die Scheibe versprangt, landete genau auf der Kelle von Visner, der vor Schmidt eiskalt blieb, das 2:1 erzielte und somit den Siegtreffer (50.). „Es ist nur ein Spiel. Abhaken, weiter geht’s“, resümiert Dück.

Das Rückspiel ist zäh und wahrlich kein Eishockey-Leckerbissen

„Es war wie erwartet ein umkämpftes Spiel. Das ist das, was die Serie verspricht“, resümiert Dück. Seine Mannschaft konnte sich einmal mehr auf den starken Olafr Schmidt im Tor verlassen, der eine Gala-Vorstellung aufs Eis zauberte und die gegnerischen Angreifer reihenweise entnervte.

In der Offensive kam von den Steelers zunächst viel zu wenig. Es fehlten Kreativität und Durchschlagskraft. Erik Nemec gelang schließlich in einer Powerplay-Situation die Führung. Der Abschluss von Marek Racuk prallte gegen die Bande und fiel Nemec vor die Füße, der sich nicht zwei Mal bitten ließ (28.).

Chancen der Bietigheimer blieben aber auch in der Folgezeit Mangelware. Tyler McNeely verpasste die Chance zum 2:0. Ansonsten hatte Leipzig das Spiel im Griff, scheiterte aber immer wieder an Schmidt. Der Goalie parierte am Sonntagabend insgesamt 29 Torschüsse und war damit ein maßgeblicher Erfolgsfaktor. Eine gute Minute vor dem Ende besorgte Christoph Kiefersauer dann endlich die Entscheidung. nb/dd

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