Eishockey. Die Bietigheim Steelers haben in der Eishockey-Oberliga Süd beide Spiele am Dreikönigs-Wochenende gewonnen. In Peiting gelang nach 0:2-Rückstand ein 4:2-Erfolg, im heimischen Ellental dominierte der SCB beim 9:0 gegen den EV Füssen.
Die Steelers ließen ihren Gästen aus Füssen keine Chance, die Geschichte des Abends ist jedoch das Comeback-Tor von Joshua Rust. Nachdem er bereits am Freitag in Peiting sein Debüt nach 300 Tagen Leidenszeit gegeben hatte, spielte er am Sonntag auch vor heimischem Publikum. Der 21-Jährige hatte sich im März 2024 zum zweiten Mal das vordere Kreuzband im linken Knie gerissen. Jetzt durfte er schon in der 16. Minute jubeln. Nach einem Bully in der Füssener Zone kam Niklas Heinzinger aus der Distanz zum Abschluss. Rust, der einen Block stellte, streckte den Allerwertesten aus und fälschte so das Hartgummi zum 2:0 ab. Die Enztalkurve, die Bank und sämtliche Anhänger, die es mit den Steelers halten brachen in Ekstase aus.
Zum Zeitpunkt seines Tores war der SCB drückend überlegen, belohnte sich bereits zum zweiten Mal und zerpflückte Füssen nach Strich und Faden. Den ersten Streich setzte Christoph Kiefersauer zehn Minuten zuvor ins EV-Netz. Tyler McNeely knallte einen Versuch an den Pfosten, vom Aluminium kam das Spielgerät zum Sturmpartner zurück, der am schnellsten reagierte und den Torreigen eröffnete. Die Bietigheimer Dominanz hielt auch nach Rusts Tor weiter an, es wirkte phasenweise wie ein Powerplay, auch im Spiel Sechs gegen Sechs.
Im zweiten Drittel zischte ein Schuss von Erik Nemec am Kasten vorbei, hinter dem Tor stand Marek Racuk, der die Scheibe zurückbrachte. Nemec schoss den Puck jetzt flach auf Goalie Clemens Wiedemann – 3:0 (22. Minute). Preibisch fälschte in der 28. Minute einen Schuss von Dennis Dietmann so ab, dass die Scheibe auf das Eis sprang und durch die Schoner von Wiedemann sprang. Dann übernahm Benedikt Hötzinger den Job im Gästetor. Doch die Feldspieler waren ohne Topscorer Bauer Neudecker, der nach einer Blutvergiftung noch nicht fit ist, vorne noch immer ungefährlich – auch in Überzahl. Währenddessen ließen es die Schwaben wie ein Trainingsspiel aussehen. Preibisch durfte unbedrängt in die Angriffszone und hatte das Auge für Kiefersauer, der den hechtenden Hötzinger aussteigen ließ und das 5:0 erzielte (30.). Der Doppelpacker hatte dann kurz vor der zweiten Pause die Chance auf den Hattrick, verpasste im Eins-gegen-eins mit dem Schlussmann das 6:0.
Im letzten Drittel gab Dück der ersten Reihe mehr Pausen. Nemec legte für Racuk auf und traf zum 6:0 (48.). Der Tscheche revanchierte sich daraufhin wieder bei den Mitspielern. Erst fand er Bastian Eckl im Slot zum 7:0 (49.), nach 53 Minuten drückte dann McNeely einen Racuk-Versuch, der auf der Linie trudelte, über die Linie. Füssen wirkte ideen- und chancenlos und absolut überfordert mit dem Tempo, eine herbe Enttäuschung für die rund 20 mitgereisten Fans. Dreieinhalb Minuten vor Schluss krönte Racuk ein Solo mit dem Abschluss ins lange obere Kreuzeck mit seinem Treffer zum 9:0-Endstand. Der erste Dank der Spieler ging nach der Schlusssirene jedoch nicht an die Offensivreihen, sondern an Goalie Zabolotny, der hinten tadellos die wenigen Aktionen des EV entschärft hatte und somit seinen ersten Shutout der Saison feiern durfte.
Beim EC Peiting waren die Steelers am Freitagabend zunächst in Rückstand geraten. Die Hintermannschaft verpasste, Christian Hanke zu stören. Der fuhr unbedrängt auf Goalie Zabolotny zu, blieb eiskalt und netzte zum frühen 1:0 ein. Bietigheim wurde zwar mutiger und versuchte es über Distanzschüsse, die Andreas Magg aber allesamt sicher festmachte. Dann wurden die Schwaben nach der ersten Unterbrechung kalt erwischt. Peiting füllte nach einer Strafe gerade wieder auf und nutzte den Überraschungsmoment für einen Konter. Sam Payeur scheiterte im ersten Versuch an Zabolotny, nutzte aber den Abpraller zum 2:0 (21.). Danach drehten die Steelers die Partie. Erst waren es Alexander und McNeely die in eigener Unterzahl mit aggressivem Forechecking die Gastgeber überraschten (23.). Nemec zog vor dem Kasten des EC ab und hatte Glück, dass das Hartgummi noch von Kapitän Fabian Weyrich abgefälscht wurde – 2:2. Es gab viele Strafen und wenig Spielfluss. Im Schlussdrittel nutzten die Gäste eine Überzahlsituation, Racuk schoss das 3:2 (49.). In den Schlussminuten drückten die Hausherren noch einmal kräftig, scheiterten aber permanent an Zabolotny. Zwei Minuten vor Schluss ging Magg vom Eis – 80 Sekunden vor Schluss traf Racuk ins leere Netz zum 4:2-Endstand.
Bereits am heutigen Abend müssen die Steelers auswärts gegen Höchstadt ran. nb

